Montag, Februar 27, 2006

Olympische Nachlese - von Claudsch bis zur nicht mehr aktiven Karin

Die Medaillen sind verteilt - das Wintersportland Estland hat einigen Neid hinterlassen bei seinen nordischen Nachbarn. Die drei Goldmedaillen von Smigun und Veerpalu ließen den estnischen Verband in der Statistik vor den finnischen Nachbarn, und sogar vor den erfolgsverwöhnten Norwegern landen - beide mit mehr Medaillenausbeute, aber die Norweger nur mit zwei goldenen und die Finnen ohne einen Platz auf dem obersten Siegerpodest.

Und was bewegt die Deutschen? Offensichtlich
zunächst deutsch-estnische verwandtschaftliche Beziehungen. Sehr einfach waren diese gar nicht mal zu verstehen. "Der Zwillingsbruder meines norwegischen Mannes Trond ist der Mann der inzwischen nicht mehr aktiven Katrin, die ich schon aus gemeinsamen Junioren-Wettkämpfen kenne." - so gibt zum Beispiel die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND Äusserungen der Langläuferin Claudia Künzel wieder. Dass diese Claudia eigentlich "Claudsch" gerufen wird, das weiß sogar die NEUE PRESSE TENERIFFA, aber wie war das gleich? Wer ist hier der Zwilling von wem?

Clautsch (so die Schreibweise der
WM-Zeitung 2005 in Oberstdorf) wollte ja eigentlich Grafik-Design studieren, und wurde dann zu einer der gegenwärtig stärksten deutschen Skilangläuferin. Aber wie kommt nun die Verwandschaft mit Estland zustande? Lesen wir mal in der Berliner Morgenpost nach: "Kristinas Schwester hat ein Kind von dem Bruder meines Mannes bekommen," steht dort zu lesen, und es folgt die Feststellung: "Glückliche Langlauf-Branche."

Wer nun aufzulösen weiß, dass mit "Kristina" natürlich Frau Langläuferin und Olympiasiegerin Smigun gemeint ist, der ist schon einen Schritt weiter.
Und der Bruder des Mannes von Frau Künzel hat nun auch nichts Ungewöhnliches gemacht, sondern ist mit Schwester Smigun ganz normal verheiratet. So kann denn auch die FAZ nach dem abschließenden Olympia-Langlaufrennen vom "Tanten-Doppel" titeln. "Smiguns jüngere Schwester Katrin brachte Tochter Kristin Helena zur Welt", jubeln hier auch deutsche Leser mit, "und das am 29. Geburtstag der Olympiasiegerin in der Doppelverfolgung und über 10 Kilometer" (womit nun wieder Kristina gemeint ist - ein wenig sportinteressiert muß man für solche Beiträge schon sein!).

Angeblich sollen nun die estnischen Geburtshelfer von Katrin das Baby bewußt am 29. Geburtstag der dreifachen Gold-Schwester zur Welt gebracht haben .... und den estnischen Nationalfeiertag schnöde übergangen haben (das wäre einen Tag später - der 24.2.). Ist das einer Estin würdig?


Claudia Künzel selbst, die "Künstlerseele in der Loipe" (eigene Homepage), klärt über ihre eigenen Familienplanungen bei XC-SKI auf: "Mein Mann hat glücklicherweise ein sehr großes Vorstellungsvermögen und glänzt oft mit phantastischen Ideen. So kam es nicht umhin, dass wir auch über unsere Planung nachgedacht haben, aber zurzeit üben wir bloß."

So, so, Claudia, wir üben noch.
Der estnische Präsident Arnold Rüütel wird sowohl Smigun wie auch Veerpalu einen der höchsten estnischen Staatsorden verleihen, wie das Präsidentenbüro verlauten läßt. Die estnische Post gibt Sondermarken und -postkarten heraus. Smiguns Sponsoren hoffen auf mehr. Ist Kristina eigentlich verheiratet?.Egal! Claudia übt noch - aber fühlt sich schon mal verwandt.

Samstag, Februar 25, 2006

Bloggen über Estland

Wer hat eigentlich damit angefangen? Schwer zu sagen. Aber einer der ersten war Scott Abel. Ein Amerikaner, der an einem kleinen Medieninstitut in Tallinn doziert. Sein erster Eintrag geht bereits auf das Jahr 2002 (!) zurück, als noch kaum jemand etwas vom Bloggen wusste. Vor allem in Deutschland noch nicht. Sein erster Post im balticblog vom 29.12.2002 begann so:
Welcome to Baltic Blog
TALLINN -- I'm Scott Abel, a media professor at Concordia International University Estonia, a small private college on the outskirts of Tallinn, Estonia. Tallinn is a former Hanza League trading city and capital of Estonia, which is about 50 or so kilometers south of Helsinki across the Gulf of Finland.
I spent six months in Estonia in 2001 and planned to come back at the start of 2002, but September 11th and the war in Afghanistan derailed my return until August. Concordia has an eclectic mix of students from the Baltic States of Estonia, Latvia, and Lithuania, as well as students from Scandinavia, southeastern European countries such as Ukraine, with some Chinese students thrown into the mix. The local students always seem surprised than an American would return to the Baltics a second time instead of taking advantage of what they see as greater opportunities in the States and elsewhere. Their eyes tend to pop out on stalks when I tell them my main reason for coming back: it's an exciting time to be here.


Er spricht auch von seinen Studenten. Und die hat er in den folgenden Jahren auf den Weg in die Blogosphäre geschickt. Darunter Dace und Elli mit ihren englischsprachigen Blogs 'Estonia: Through the eyes of a Latvian' und 'SadEst!. Elli haben wir bereits vorgestellt und beide werden ihre Blogs weiterführen. Jeweils ein Semester mussten sie sich ein Thema wählen und regelmäßig für Blogeinträge sorgen. Dace hat durchblicken lassen, dass ihr Prof zufrieden sei und besonders darüber dass sie das Projekt auch über die Mindestleistungen für das Studium weiterführen wollen.
Im englischsprachigen Raum, dazu gehört übrigens auch ganz Europa, haben die Blogs einen hohen Stellenwert innerhalb der Medienszene erreicht. Einer der Unterschiede zu den alten Medien ist: Es wird fortlaufend aus einem bestimmten Bereich oder Land berichtet und nicht nur wenn es die alten Leitmedien wollen, wie das Fernsehen, Rundfunk oder die Presse. Von der Vernetzung ganz zu schweigen. Die Möglichkeiten für Osteuropa sind hier noch lange nicht ausgeschöpft. Und wer noch mehr über die Entwicklung der Blogosphäre im Allgemeinen lesen will, der ist hier gut bedient. Obwohl ich nicht immer die gleiche Meinung, wie dort vertreten, teile.

Samstag, Februar 18, 2006

Olympische Spiele - aber wo liegt Estland?

Diese Frage lässt sich mittlererweile einfacher beantworten, da das estnische Team in Turin bereits drei Goldmedallien gewonnen hat. Als Beschreibung Estlands taucht nun häufiger der Begriff Ostseerepublik auf. Das ist schon recht genau. Im vorigen Post hat unser Teamblogger estland darauf hingewiesen, dass der Begriff Baltikum stattdessen zum Aussterben verurteilt sei und die drei darunter versammelten Länder heutzutage eher direkt adressiert werden: Also Litauen, Lettland und Estland. Ein Tendenz, die gerade bei der geschichtlich unbelasteten jüngeren Generation anzutreffen ist.
Ja, es gibt Verschiebungen in der Wahrnehmung. AFP nennt in seinen Nachrichten Estland - ein Baltischer Staat nahe Finnland. Sowas ist neu, passt aber zur Selbstdefinition Estlands als nordisches Land. Skandinavien ginge wohl auch zu weit hier.
Aber wie war die Ausgangslage vor über 10 Jahren? Hier ein Kommentar von 1994, Olympische Spiele in Lillehammer:
The Baltic Independent March 1994, Lisa Clifford in Lillehammer (Norway) reports:
...
'But Bob stayed with me. He scanned the media pass around my neck and enquired about The Baltic Independent.
"It´s based in Estonia," I said. A blank look came over Bob's chubby face.
"Where?"
"Estonia," I persisted. Perhaps a geographical locator would help clear his mind."In the Baltics. Estonia."
Bob smiled, the mystery solved: " So you're from Down Under, mate. I couldn't place the accent. It must be cold for you here."

Down Under ist das Synonym für Australien.

Und was noch bemerkenswert ist: Sport ist die größte emotionale Klammer zwischen Litauen, Lettland und Estland wie mir scheint. Gegenseitig werden Gratulationen wegen der Erfolge bei den Spielen in Turin in den Internetforen ausgetauscht,tausendfach die Daumen gedrückt, "cross my fingers", und überhaupt sich gegenseitig unterstützt. Bei der Politik sieht das dann später wieder ganz nüchtern aus.

Donnerstag, Februar 16, 2006

Richtige Antworten auf falsche Fragen ... neue Mythen vom "Baltikum"

Wo bitte liegt das Baltikum? Vielen mag diese Frage nur aufkommen, wenn mal wieder die Wetterkarte der Ostseeregion gezeigt wird. Wer aber heute noch losgeht, und scheinbar wissenschaftliche Untersuchungen ausschließlich auf dieses "Scheinwissen" um die angebliche Identität eines "Baltikum" fußt, der ist wohl selbst Schuld. Eine derartige Vorgehensweise findet sich in einem Bericht einer gewissen Kathrin Fielenbach, der Mitte Februar 2006 auf der Internetseite der Deutschen Botschaft in Tallinn zu lesen war.

Warum nach "Baltikum" suchen, wenn man Estland, Lettland und Litauen finden kann?
Einiges der im Bericht von Frau Fielenbach dargestellten Ergebnisse läßt überraschen: allerdings nicht wegen der Ergebnisse, sondern wegen der merkwürdigen Fragen. "Was weißt Du über's Baltikum?" Mit dieser Frage überfiel Fielenbach ihre Freunde und Bekannten, und berichtet erstaunt, dass diese erst dann Kenntnisse hervorkramten, als die Bezeichnungen der Länder (also Estland, Lettland, Litauen) hinzugefügt wurden. Aber wen wundert das, und wen erfreut es? Die alten Deutschbalten mag es enttäuschen, die immer noch ganze Vortragsreisen unter dem Motto "Die Deutschen und das Baltikum" gestalten. Die junge Generation, die als erste deutsche Generation seit Jahrhunderten (!) endlich mal zu lernen die Chance hat, dass dort in der Region eben Esten, Letten und Litauer wohnen, wohl eher nicht.
Selbst wenn mit "Baltikum" die Besinnung auf alte Traditionen gemeint sein sollte, dann sind alle drei Länder eben doch sehr unterschiedlich, und Litauen hatte zum Beispiel gar keine Dominierung durch eine deutsche Oberschicht. Und auch die Esten werden wohl die ersten sein, die sich lieber als "nordisch" denn als "baltisch" bezeichnen, und somit vom "Baltikum" überhaupt nicht mehr reden werden.

Vermittlung veralteter Perspektiven? Oder die "deutsche Brille" nicht abgesetzt?
Es ist ganz allein der schlechten Berichterstattung und Kulturvermittlung estnischer, lettischer und litauischer Perspektiven durch Deutsche in Deutschland zu "verdanken", dass diese eigene Perspektive der Esten, Letten und Litauer so schlecht vermittelt wird!

Frau Fielenbach reiht sich da ein. Unfreiwillig? Angeblich konnte keiner der Befragten die "baltischen Hauptstädte" nennen. Zitat Fielenbach: "
Die beiden anderen baltischen Hauptstädte, Reval (Estland) und Wilna (Litauen), nannte mir hingegen nur mein Freund, der sich aber auch liebend gern mit Landkarten beschäftigt und somit nicht ganz repräsentativ ist." Liebe Frau Fielenbach: Haben Sie tatsächlich Deutsche nach "Reval" befragt, ohne zu erklären dass Tallinn gemeint ist? Und warum benennen Sie Vilnius mit seiner polnischen Bezeichnung? Und welche Art Landkarten hat Ihr Freund da wohl zu Rate gezogen?

Da müssen wir uns doch Sorgen um solche "Kulturvermittler" machen! Warum steht so etwas auf den Internetseiten der Deutschen Botschaft, und nicht im Lehrbuch: "Wie Sie garantiert Mißverständnisse erzeugen?"
Immerhin stellt auch Frau Fielenbach noch fest, dass "die
baltischen Staaten ... sich auf dem Weg zur EU-Osterweiterung stark gewandelt" haben. Ein Schüler, der gerade frisch die Länder im Erdkundeunterricht durchgenommen hatte, konnte ihr dann doch Antworten geben. Aber - aufgepaßt, Frau Fielenbach - wovon sprach dieser Schüler die ganze Zeit? Von Litauen! (vergessen Sie also besser das "Baltikum" und die damit verbundenen Mythen ...)

Wo kommen solche Mißverständnisse her?
Über Frau Fielenbach und ihre möglichen eigenen "Baltikum"-Erfahrungen ist leider wenig bekannt. Im Internet läßt sich lediglich nachlesen, dass sie sich im Jahr 2000 in Griechenland aufgehalten hat, im Zusammenhang mit der Arbeit eines "Instituts für angewandte Pädagogik" in Apolda. Als "Auftraggeber" ihrer Befragung steht die "Internationalen Medienhilfe", die im praktischen Sinne leider sehr wenigen Medien "hilft", mit einer Ausnahme: für Publikationen deutscher Minderheiten im Ausland. So kommt zum Beispiel die Unterstützung der "Baltischen Rundschau" zustande, deren Mitarbeiter- und Trägerkreis sich weitgehend aus Kreisen deutscher Minderheitengruppen in Litauen rekrutiert.

Leider ist die Vermittlung von estnischen, lettischen und litauischen Perspektiven in Deutschland äußerst schwach ausgeprägt. VHS-Veranstaltungen, im Schnellverfahren von Honorarkräften kurzfristig angeboten, helfen da ebenso wenig wie private Diavorträge im Vereinsrahmen. Gute Bildungsangebote, die sich der normal verdienende (und immer mehr von Arbeitslosigkeit bedrohte) Deutsche leisten kann, gibt es kaum. Studentische Projekte bleiben meist im universtitären Elfenbeinturm, oder man plaziert entsprechende Veranstaltungen viel zu oft ins Hauptstadt-Berlin, wo dann (wegen der Vielzahl des gesamten Angebots dort) nur 5 bis 10 Besucher erscheinen.
Die Landeszentrale für politische Bildung in Bremen antwortete vor kurzem auf ein Angebot, Veranstaltungen zu Estland, Lettland und Litauen in Kooperation zu veranstalten, sinngemäß so: "Aufgrund unserer schwierigen Haushaltslage können wir nichts machen, was Geld kostet." ("Haushaltstopp" nennt sich das in der "Fachsprache")

Ja, woher soll denn dann das steigende Bewußtsein für ein gemeinsames Europa kommen?

Montag, Februar 13, 2006

Goldenes Olympiamärchen

Ein paar Sätze dürfen wir ja noch verlieren zum estnischen Erfolgstag. Nach 26 estnischen Meisterschaften, etlichen Weltcupsiegen und Weltmeister- schaftsmedaillen jetzt also noch der erste Olympiasieg bei den Winterspielen 2006 für Estland!
Es war das erste Olympiagold für eine estnische Frau überhaupt. Einige Konkurrenten zeigten sich am Tage der Entscheidung nicht ganz topfit: die favorisierte Norwegerin Margit Björgen ebenso nicht wie die deutsche Hoffnung Claudia Künzel. Dazu überraschen uns deutsche Medien mit familiären Kenntnissen: Der Zwillingsbruder von Künzels Mann soll, wie es die FAZ weiß, mit der Schwester von Kristina Smigun liiert sein. "Wenigstens bleibt der Sieg in der Familie", soll Künzel laut FAZ geäußert haben.

Auch andere zeigen schnelle Reaktion: die estnische wie auch die deutsche Fassung der Wikipeda Seite zu Smigun wurde schon wenige Stunden nach ihren Olympiasieg nachgebessert und aktualisiert, und bei Ebay stehen bereits "Autogramme der Olympiasiegerin 2006" zur Versteigerung.

Kristina Smigun feiert am 23.Februar ihren 29. Geburtstag. Sie war mehrfach Estlands Sportlerin des Jahres, ist geboren in Tartu und lebt heute in Estlands Winterhochburg Otepää.

"Estland hat eine neue Nationalheldin", schreibt der österreichische KURIER zurecht. Die Esten wussten das schon seit langem: "Smigun, die Schneekönigin" so wirbt das estnische Außenministerium mit der sportlichen Imageträgerin.

Sonntag, Februar 12, 2006

Tubli - estnisches Wort des Tages

Warum?
Deswegen (aus www.delfi.ee):
Super !, 12.02.2006 11:46
Super! Tubli!
m, 12.02.2006 11:46
juhuuuuuuuuu!!!!! jessssssss!!!!!!!
:D
allboxing.ru, 12.02.2006 11:46
TUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUBLI KIKU !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
!!!!!!!!!!!!
Horse, karifs@inbox.lv, 12.02.2006 11:46
Congratulations from Latvia!!!

Das ist ein Ausschnitt aus dem Kommentarbereich des Nachrichtenportals Delfi.
Kristina Smigun hat eine Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen für Estland gewonnen, im Skilanglauf 15 km.
Tubli wird heute das meistbenutzte Wort sein, wenn es um diesen Erfolg geht und bedeutet: Gut! Großartig!
Wer etwas von der estnischen Begeisterung für den Wintersport mitbekommen möchte , hier bei ETV, die Videoklipid-leiste suchen und 'Kristina Smiguni kuldne finis' anklicken.
Gestern gab es einen Hellseher im Eurosport Forum mit seiner Vorhersage:
So all estonians hope,she has some luck going her way in these olympics.
p.s. i think the winner in the 7,5+7,5 km will be kristina smigun naturally with neumanova being second and scott in third....
KEEP UP THE GOOD WORK IN EUROSPORT AND TRY TO TALK MORE ABOUT THE LESSER NATIONS LIKE ESTONIA!!!
Rain from Tallinn

Donnerstag, Februar 09, 2006

Finnen in Tallinn: Jagd nach Alkohol, Süßigkeiten, Zigaretten?

Finnische Tagestouristen waren schon seit Jahren die eifrigsten Tallinn-Besucher: schon zu Zeiten der Sowjetunion war eine Tagestour von Helsinki hinüber in die nur 80km entfernte estnische Hauptstadt attraktiv. Nach 1991 fielen alle Hemmungen: Billiger Wodka, ja sogar die im Nachbarland Estland günstiger erhältlichen einheimischen finnischen Produkte waren Objekte der Kauflust. Auf den vielen Fährschiffen zwischen Helsinki und Tallinn waren 90% finnische Touristen keine Seltenheit. Das hatte sogar Steuererleichterungen in Finnland zur Folge, um die neue Mobilität der Konsumenten etwas zu bremsen.
Nun hat das estnische Statistikinstitut EMOR die Kauflust der Finnen in Tallinn einmal genauer untersucht. Die Untersuchung wurde im Dezember 2004 durchgeführt, also zu einer Jahreszeit, in der zudem viele noch auf der Suche nach Geschenken für die Lieben daheim unterwegs sind. Eine Befragung unter 500 finnischen Gästen ergab, dass die Mehrheit von 67% so etwa ein bis zweimal im halben Jahr zu einem Kurzeinkauf nach Tallinn aufbrechen. Nur 2% der Befragten waren zum erstem mal da. 78% der Gäste kaufen Alkohol, je 40% gaben Kleidung oder Süßigkeiten als bevorzugte Waren an, 39& Tabak oder Zigaretten und 23% sogar medizinische Artikel oder Optikwaren.
Inzwischen führen die Esten diese Marktuntersuchung zweimal pro Jahr durch.

Auch ohne offizielle Umfragen bilden sich andere Gäste in Tallinn ihre Meinung zu den Finnen. Da erzählt Ina in ihrem Tallinn-Blog, gerade in der Oper seien Finnen häufig anzutreffen - was ihr angeblich kulturloses Gehabe vielleicht etwas aufwertet?
Studenten des Geografischen Instituts der Uni Kiel hingegen bestätigen in ihrem Projektbericht, dass finnische Touristen überwiegend aus "konsumorientierten Motiven" nach Tallinn kommen. Nun gut, auch ein preisgünstiger Opernbesuch mag ja "konsumorientiert" sein. Genau dieselbe Fomuulierung verwendet ein Architekturstudent in seinem "New Towns" Blog (dieselben Quellen?).

Der "FALTER", eine Zeitschrift aus dem österreichischen Alpenlande, formulierte 2003 im Abschnitt "die liebe Familie": "Devisen bringen jedes Wochenende finnische Touristen, die sich mit billigem estnischen Fusel besaufen." (hier war wohl eher die plastische Ausdrucksweise gefragt...)

Eine Serviceseite der POSTBANK zitiert einen Beitrag des Manager-Magazins zu Estland mit der Headline: "Land, Leute und finnische Touristen." Nun, stören sie denn nun, die Finnen? Der Verfasser dieses Beitrags glänzt zunächst mal nicht mit tollen Aussagen: "Im Süden hat Lettland eine weitgehend trockene Grenze zu Lettland." (vielleicht doch selbst vom Fusel genascht? Und was meint er genau mit "trocken"?) Zitiert wird dann aber der Reiseführer aus der Marco-Polo Reihe mit der Aussage: "Finnen sind in Estland selten nüchtern anzutreffen." Na, da haben wir es ja wieder. Es folgen aber Steuertricks für Investoren in estnische Kapitalgesellschaften - das funktioniert scheinbar auch im lockeren Plauderton.


Esten sind unfreundlich, eigensinnig, und ohne Ideale - so beschreibt es die Deutsche Pferdeliebhaberin Ute Wohlrab auf ihrer Internetseite. Eine weiter ungenannt bleibende "Sandra" pflichtet ihr bei: "ohne Auslandsinvestoren und finnische Touristen würde hier gar nichts passieren." Na, da wird den angeblich so haltlosen Säufern doch mal ein Denkmal gesetzt! (ob Sandra ebenfalls in Estland lebt, wird leider nicht verraten)

Schließlich bietet uns noch "Alex auf Weltreise" ein akutelles Foto, aufgenommen kurz nach dem Beitritt Estlands zur EU, untertitelt mit "estnische und finnische Touristen". Na, können Sie erkennen, wer da mehr torkelt? (siehe Foto oben)

Liebe Leserinnen und Leser: und was machen eigentlich die deutschen Touristen so in Tallinn?

Nachtrag zu den Reisenotizen aus Estland


Peter bemerkt in seinem Weblog Ich bin Papst:

"War mal im Museum der estnischen Geschichte, und habe ein bisschen besser verstanden, was die Esten ueberhaupt sind - ein kleines Voelkchen, dass kaum einmal einen eigenen Staat hatte, sondern seine Erfahrungen mit Deutschen und Russen sammelte. Neulich habe ich mit meinem Petersburger Geschichtslehrer noch eine Diskussion darueber gefuehrt, ob die estnische Staatengruendung nicht eigentlich etwas voellig Kuenstliches sei. Er meinte, dass es dabei allein um die Machtinteressen der lokalen Eliten gegangen sei. Das sehe ich nicht so."


Die Vergangenheit veblasst. Dass einmal die Deutschen über den längeren Zeitraum das Sagen hatten in Estland, gehört anscheinend nicht mehr zum Allgemeinwissen.
Aber in Estland ist man sich dieser Zeit immer noch bewusst. Hier ein Foto und ein Ausschnitt daraus, von der deutschen Ordensritterburg in Rakvere (Sommer 2003). Das Ziel des Bogenschützen im Foto-Detail, ein Ordensritter.

Sonntag, Februar 05, 2006

Auf Durchreise von St.Petersburg über Tallinn

Hier ein seltener Perspektivenwechsel. Als Deutscher, der zum ersten Mal von Russland aus nach Estland kommt, für einen Zwischenstopp. Die Eindrücke zusammengefasst in diesem Post bei "Ich bin Papst".

Mittwoch, Februar 01, 2006

Herderpreis zum letzten Mal - 2006 auch an eine Estin

Fünf süd- und osteuropäische KünstlerInnen und WissenschafterInnen erhalten die von der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S. (Hamburg) gestifteten Herder-Preise 2006, darunter auch die estnische Schriftstellerin Ene Mihkelson.

Wie die Stiftung mitteilte, geht die jeweils mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnungen an Personen, die einen besonderen Beitrag zur europäischen Kulturlandschaft geleistet haben (Schwäbische Zeitung). Überreicht werden die Preise am 6. Mai an der Universität Wien.

Mit dem Preis ist auch ein Stipendium für ein Studienjahr an einer Wiener Universität verbunden, das auf Vorschlag jedes Preisträgers einer begabten Nachwuchskraft aus dem gleichen Land zuerkannt wird.

Die Alfred-Töpfer-Stiftung schreibt zur Person Ene Mihkelson: "ihr poetisches Programm – „Schreiben ist die Wunde am weißen Körper aus Papier“ – ist von schmerzhafter Intensität und stellt sich den katastrophischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts ebenso wie den Herausforderungen der Zukunft."

Die 1944 in Imavere geborene Ene Mihkelson studierte Literatur an der Universität Tartu, arbeitete dann kurzeitig als Lehrerin, danach als Wissenschaftlerin im estnischen Literaturmuseum. Die größte Zeit ihres Lebens, so drückt es das estnische Institut aus, verbrachte Mihkelson aber als freie Autiorin in Tartu. Bisher veröffentlichte sie 9 Gedichtbände und vier Romane, darunter „Die Pein des Namens" (1995), und einen Erzählband „Des Todes Geburtstag" (1996). Auf Deutsch sind ausgewählte Gedichte in dem Band „Das Leben ist noch neu. Zehn estnische Autoren" (1992) erschienen.

Auf Grund einer "Neustrukturierung des Stiftungsprogramms" werden die Herder-Preise in diesem Jahr zum letzten Mal vergeben.

Montag, Januar 30, 2006

Estland auf dem Lande in den 30ern


Estonian countryside 30ies
Originally uploaded by Jens-Olaf.
Dieses Bild zeigt, warum es diese gewisse Vorkriegsnostalgie gibt. Klar, hier posieren sie für das Foto, aber später erinnern sich Baltendeutsche und Esten gemeinsam nostalgisch an das Vergangene.(Tatsächlich, in dieser Aufnahme posieren sie gemeinsam)

Freitag, Januar 27, 2006

Sprachtest

nicht wirklich, aber hier sind die Gruppengegner von Estland in der Qualifikation für die Fußball-EM 2008.

Reedel loositi Euroopa jalgpallikoondised 2008. aasta EM-i valikturniiri alagruppidesse. Eesti sai endale vastasteks Inglismaa, Horvaatia, Venemaa, Iisraeli, Makedoonia ja Andorra.


Die WM können die Esten nur als Zuschauer verfolgen, aber wer errät die Länder der gerade ausgelosten Gruppe für die kommende EM-Qualifikation?

Hier das Ergebnis: England, Kroatien, Russland, Israel, Mazedonien und Andorra

Schon wieder Russland werden manche sagen, denn die waren schon bei der WM-Quali zusammen mit Estland und Lettland dabei.

Mittwoch, Januar 25, 2006

Estnisches Fernsehen

Hier die Webadresse des estnischen Hauptfernsehkanals ETV mit seinem Online-Angebot. Die einzelnen Nachrichten können jetzt abgerufen werden. Hier der aktuelle Überblick, wie zum Beispiel ein Bericht über die Eissituation in der Ostsee bei der Insel Saaremaa: Ansonsten zur Nachrichtenseite gehen und dort für die Filmbeiträge VIDEOD anklicken. Die Filme lassen sich auch gut zum Sprachelernen verwenden.Wer schon fortgeschritten ist, kann sich an der Textzusammenfassung der Beiträge orientieren.
Tipp kommt von Shaan.

Donnerstag, Januar 19, 2006

Ökolandbau in Estland - nichts ist unmöglich!

Ökolandbau in einem so weit nördlich liegenden Land wie Estland? Ja, geht denn das? Solche Fragen südlicher orientierter Öko-Freaks, die eher naturbelassenes Olivenöl oder Ökowein aus Südeuropa konsumieren, kann nun ein neuer Bericht des Vereins EKO-CONNECT mit Sitz in Leipzig beantworten.

Überraschend große Bedeutung
Estland, das Land was gleich nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit die meisten der Subventionen für die Landwirtschaft erst einmal abschaffte, steht heute mit dem - nach Tschechien - "höchsten Öko-Flächenanteil in Mittel- und Osteuropa" da. "Beachtliche 6,0 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche, über 58.000 ha (inkl. Umstellungsflächen), werden zurzeit biologisch bewirtschaftet," so fasst es die neue Ausgabe des Informationsrundbriefs von EKO-CONNECT zusammen.

Von Rindern, Schafen und grünem Gras
Weiterhin stellen die Ökolandbau-Fachleute fest, dass zu Zeiten der Sowjetunion die estnische Landwirtschaft noch sehr stark auf die Produktion von Fleisch und Milch konzentriert war. Bei der Milchproduktion hat sich das in sofern gehalten, als dass die beiden größten Biobetriebe Estlands auch Milchproduktion betreiben und jeweils etwa 850ha Fläche bewirtschaften.
Trotz des hohen Grünlandanteils von insgesamt 81,8 % haben aber weniger als zwei Drittel der Biobetriebe eine Tierhaltung (63 %). Dabei werden Rinder und Schafe am häufigsten gehalten.
Bereits ein Drittel der estnischen Schafproduktion erfolgt nach ökologischen Richtlinien.

(Abbildung: aus einer Ausstellung des "Eesti Rahva Muuseum", historisches Foto von 1913 der Getreideernte auf Saremaa)

Bei uns ist doch eigentlich alles Öko, oder?
Viele werden die Aussagen von Esten aus der Zeit des politischen Umbruchs kennen, als man naturnahe Flächen und den Verzicht auf Pestizide und Herbizide im ländlichen Estland vielfach schon als "ökologisch" bezeichnete. Damals fehlten natürlich ein eigenes Ökosiegel und die Qualitätskontrolle. Heute sind die meisten der 1013 estnischen Bio-Betriebe in den Verbänden Estonian BioDynamic Association (EBA) und die Estonian Organic Producers Union organisiert. Die EBA wurde bereits 1989 gegründet und organisierte die ersten Ökolandbaukurse in Zusammenarbeit mit skandinavischen und deutschen Kollegen. Die Estonian Organic Producers Union besteht seit dem Jahr 2000 und bemüht sich vor allem darum, das Angebot größerer Betriebe für die Vermarktung zu bündeln.

Langsamer Start, aber erfreuliche Entwicklung.
In den 90er Jahren ging die Entwicklung des Ökolandbaus in Estland noch sehr schleppend voran, so bestätigt auch der Bericht von EKOCONNECT. Erst seit Ende der 90er Jahre wurden auch staatlicherseits konkrete Fördermaßnahmen ergriffen, trotzdem gab es 1999 erst 89 anerkannte Biobetriebe mit etwa 4.000 ha Gesamtfläche. Inzwischen ist ein Ökobauernhof in Estland durchschnittlich 58ha groß. Ab 1997/98 gelang es, auch die staatlichen Verantwrotlichen wieder für den Ökolandbau zu begeistern. Mit dem Bio-Logo "Mahemärk" wurde ein Förderprogramm geschaffen, und seit 2001 ist das Bio-Gesetz (Estonian Organic Farming Act) von 1997 an die entsprechenden Regelungen der EU angepasst worden. Im Gegensatz zu vielen anderen EU Ländern wird die Kontrolle von Öko-Erzeugern, -Verarbeitern, -Händlern und -Gastronomen, wie in
Dänemark, seit 2001 von staatlichen Stellen durchgeführt. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden vom Estonian Plant Production Inspectorate (PPI) kontrolliert. Kleine Betriebe bis 10 ha bezahlen 13 € pro Jahr, so berichtet EKO-CONNECT. Ab dem elften Hektar sei zusätzlich 0,32 € pro Hektar zu zahlen. Der maximale Gesamtbeitrag liege bei ca. 510 €. Bei Betrieben die sowohl ökologisch als auch konventionell wirtschaften, muss auch für die konventionellen Flächen Kontrollgebühr entrichtet werden.


Beratung und Hilfestellungen
Auch der Schulungs- und Beratungs-Sektor ist in Estland inzwischen gut entwickelt: Zwei
private Organisationen, das Centre for Ecological Engineering (CEET, 1992) und die Estonian Organic Farming Foundation (EOFF, 2001) unterstützen die ökologische Landwirtschaft durch die
Bereitstellung von Informationsmaterialien. Außerdem führen sie Infoveranstaltungen sowie
Weiterbildungsmaßnahmen für Umstellungsinteressierte und Ökolandwirte durch. Auch die moderne und gut ausgestattete landwirtschaftliche Universität (Estonian Agricultural University) in Tartu und einige landwirtschaftliche Fachschulen beschäftigen sich mit dem Ökolandbau (siehe auch den schon etwas älteren, aber ausführlichen Länderbericht von Ülle Roosmaa / Universität Tartu oder den von Merit Mikk - beide in Englisch).

Und wo sind die Ökobetriebe zu finden?
Der Schwerpunkt der Öko-Fläche liegt offensichtlich in den Extensivregionen im Westen und Süden Estlands. Ein Bespiel ist die Insel Hiiumaa, wo 117 Betriebe rund 70 % der Landwirtschaftsfläche ökologisch bewirtschaften. Relativ viele Betriebe gibt es auch auf Saaremaa und in den Bezirken Võru und Läänemaa.

Was gibt es noch zu tun?
Finanzielle Unterstützung gibt es in Estland aus einem speziellen Programm für Agrar-Umweltmaßnahmen - auch dazu lassen sich ein paar Zahlen aus dem Bericht von EKO-CONNECT entnehmen. Im Jahr 2004 lagen die Prämien für Ackerland bei 96,89 €/ha, bei 73,88 €/ha für Grünland und 240,56 €/ha für Garten- und Obstbau. Für die Umstellung und Beibehaltung des Ökolandbaus seien die gleichen Beträge gezahlt worden. Aber ein noch vorhandenes Manko erwähnt EKO-CONNECT auch: leider gibt es keine Unterstützung für Investitionsmaßnahmen, so dass eine Modernisierung für Ökobetriebe in Estland immer noch schwierig sei.
Weitere Informationen: EkoConnect - Internationales Zentrum für den Ökologischen Landbau Mittel- und Osteuropas e. V., Arndtstraße 11, 01099 Dresden. Tel. : +49 (0) 351 / 20 66-172, Fax: +49 (0) 351 / 20 66-174, Email : info@ekoconnect.org. Internet: www.ekoconnect.org

Samstag, Januar 14, 2006

Ziel von 5.000 Einbürgerungen pro Jahr bei weitem erreicht

"Wie heißt die Aufgabe, die wir mit dem Wort "Integration" zu fassen versuchen? Nicht mehr und nicht weniger, als dass jeder Mensch, der in Estland lebt, Liebe und Verantwortung für das Land verspürt. Und aus der Verantwortung ergeben sich Rechte und Pflichten." So zitiert die Internetseite der estnischen Botschaft in Berlin den ehemaligen estnischen Staatspräsident Lennart Meri.

Diesem Leitsatz zufolge hätte Estland inzwischen, was die russischsprachige Bevölkerung angeht, die Häfte der Wegstrecke erreicht. Die Hälfte dessen wäre geschafft, was 50 Jahre Sowjetherrschaft 1991 an Intergrationserfordernissen hinterlassen hatte. Die neuesten Statistiken der entsprechend zuständigen estnischen Ministerien besagen, dass inzwischen 138.000 Menschen die estnische Staatsbürgerschaft bekommen haben, also eingebürgert worden sind. Dagegen stehen noch 136.000 Menschen, die diesen Schritt noch nicht angegangen haben, oder es auch nicht versuchen wollen.

7072 neu Eingebürgerte weisen die Statistiken für 2005 aus, gegenüber 6523 im Jahr 2004 und 6706 für 2003. Der zuständige Minister Paul-Eerik Rummo führt das beschleunigte Tempo der Einbürgerung einerseits auf den EU-Beitritt zurück, andererseits aber auch auf den gesteigerten Prozentsatz derjenigen, die eine volle Übernahme der finanziellen Kosten beanspruchen können. Auch die Herausgabe eines "Bürgerhandbuchs" sei nützlich gewesen, so Rummo.

Estnisches Farbenspiel zieht Kreise

Nachdem bekannt wurde, dass die Reihenfolge der estnischen Nationalfarben im österreichischen EU-Vorsitz-Logo vertauscht wurden, rauscht es im Blätterwald der Zeitungen des Alpenlandes. Immer mehr Zeitungen nehmen das Thema auf.
"Estland nimmt Flaggen-Lapsus locker", seufzt da erleichtert der KURIER, nicht ohne den Botschafter Österreichs in Estland zu zitieren, der sich "sehr enttäuscht" gezeigt habe.

Auch in den östereichischen Nachrichten taucht das Thema inzwischen mit der Schlagzeile "verdrehte Farbenspiele" auf, und manch öffentlicher Funktionsträger lässt eilig verlautbaren, der Fehler sei natürlich "gleich aufgefallen".
Einzig das zuständige Designerbüro entschied sich für eine andere Strategie. Wohl nach dem Motto: "Kunst ist nur, was gewollt ist", werden nun fast gegenteilige Pressestatements abgegeben als zuvor. Hatte man anfangs Fehler noch offen zugegeben, holt man inzwischen eine neue Version aus der Schublade: Man sei auf die Reaktionen der Öffentlichkeit gespannt gewesen, und habe erkunden wollen, wie genau das Logo während des österreichischen EU-Vorsitzes betrachtet wird. (DER STANDARD)

Schon nach dem ersten Zeitungsbericht waren lebhafte "Chat"-Diskussionen auf den Webseiten verschiedener östereichischer Zeitungen zu beobachten gewesen. Nun blickt DER STANDARD sogar in Estland etwas genauer hin: Die Leser werden auf die estnische Tageszeitung POSTIMEES verwiesen, wo (für Estnisch-Kundige natürlich) genau zu verfolgen sei, wie das estnische Volk auf die österreichen Nachlässigkeiten reagiere.

Freitag, Januar 13, 2006

Österreichische Farbenlehre

Über ein ganz spezielles Beispiel östereichischer Farbenlehre berichtet die Zeitung DER STANDARD am 12. Januar 2006. Rem Kolhaas aus den Niederlanden war als "Stararchitekt" aus den Niederlanden verpflichtet worden, um die gegenwärtige EU-Präsidentschaft Österreichs marktgerecht der Presse darzustellen. Dazu hatte Kohlhaas einen Entwurf nach Art eines "Strichcodes" gemacht, in dem er die Farben aller EU-Nationalflaggen zusammenfassen wollte.

Bei diesem hochbezahlten Versuch eines Designfachmanns scheint einiges schief gegangen zu sein. Leidtragend war zunächst einmal vor allem die Nationalflagge Estlands, deren Farbfolge in genau auf dem Kopf stehender Reihenfolge verwendet wurde. Wie der Autor des Beitrags richtig bemerkt, übernimmt auch die Webseite www.zukunfteuropa.at die durcheinandergekommenen Nationalfarben kurzerhand in ihre Vorstellung des Landes Estland.

Die Autorin des STANDARD-Beitrags fragte gleich auch bei der estnischen Botschaft in Wien an. "Wir nehmen das nicht persönlich," soll da die ganz gelassene Antwort gewesen sein, "schließlich soll es sich ja um ein Kunstwerk handeln, das verstehen wir." - Verstehen tun die Esten dabei wohl in erster Linie die Kunst der Diplomatie, denn wer könnte schon die eigene Kampagne in Geld aufwiegen, wenn im Ergebnis mal wieder alle von Estland reden?
Die Vertretung Österreichs bei der EU in Brüssel dagegen schiebt die Schuld eifrig von sich: "Das ist Herrn Kolhaas passiert, der hat das Urheberrecht."
Über so "coole" Stellungnahmen wird dann auch gleich im Leserforum des STANDARD weiterdiskutiert. Da geht es von "coole Typen, die Esten", bis zum nicht ganz ernst gemeinten "hoffentlich erklären sie uns nicht den Krieg." Dennoch bekommen die Diskutanten auch politische Sorgen, angesichts der Stolperer bei der Präsidentschaftskampagne Österreichs. Eine Präsidentschaft sei eben keine "Schnackerlangelegenheit", meint da einer (ob das die Esten wohl verstehen?), und ein anderer bemerkt sorgenvoll "huu, was hätten unsere politiker gebrüllt, wäre das österreichische Wappen irgendwie verunstaltet worden...". Aber auch der Designkünstler kriegt sein Fett weg: "wenn ein dillo nicht mal ein grafikprogramm richtig bedienen kann und weiteren dillos das nicht mal auffällt...muß eine arge freunderlpartie sein..."

Andere versuchen dazuzulernen: "Kommt der EU-Kommissar mit dem oagen schnautzer nicht aus Estland?" (alles Originalzitate, keine Schreibfehler....).
Auch ein "symbolisches Versöhnungskonzept wird von den "Standard"-Lesern angeboten:
"Ich empfehle zur Wiedergutmachung einen Ein-Wöchigen Estland-Schwerpunkt auf www.zukunfteuropa.at und estnisches Essen & Folklore auf dem nächsten EU-Gipfel. Oder so... "

Donnerstag, Januar 05, 2006

Eine Nation verschwindet?

Heftige Schlagzeile am Ende des Jahres 2005 in der Neuen Osnabrücker Zeitung: Eine Nation verschwindet - Warum Esten ihre Heimat verlassen.

Der Tenor des Artikels lautet: Es gibt bald keine Esten mehr, weil der Durchschnittslohn von wenigen hundert Euro Arbeitssuchende ins Ausland treibt, wo sie sich mit Billiglohnjobs zufriedengeben.

Na ja, das Problem existiert und ein beliebtes Auswanderungsland ist Irland. Aber interessant ist, wie das Ganze auf der Grünen Insel kommentiert wird. Nämlich zum Teil weitaus gelassener. Die Iren sind Weltmeister im Auswandern aus einem ehemals armen Land gewesen, kennen diese Erfahrung. Es gibt einige Millionen Einwohner in der Heimat aber 30 Millionen (?) weltweit. Mit ein Grund, warum Iren soviel Wirbel verursachen. Hier der Kommentar zur Einwanderung am Beispiel der Chinesen aus dem Wochenmagazin Village (Dec05-Jan.06):

Indications are that the busiest days of Chinese immigration to Ireland are over. The visa office has received fewer applications after tighter rules were introduced about how language schools register their students. And China's growing wealth means the rewards are there at home without having to leave everything behind.
A familiar scenario for the Irish.


Warum sollte es bei den baltischen Staaten anders sein?

Das ist eine Telefon-Infotafel in Kenmare/Irland. Die Flaggen repräsentieren entweder die englischsprachigen Länder mit irischer Bevölkerung und die anderen weisen auf Länder hin, aus denen die Arbeitsimmigranten stammen. Aus dem Baltikum sind es vor allem die Letten, die nach Irland gezogen sind.

Und noch was:
Es gibt bei dieser Debatte noch einen Aspekt. Und zwar die Perspektive der älteren Irland-Einwanderer. Ich denke da an die Kontinentaleuropäer, die vor Jahren und Jahrzehnten sich bei günstigen Haus- und Grundstückspreisen dort niedergelassen haben. Damals war Irland cool, günstig und passte zu dem selbstempfundenen Weltbürgertum. Jetzt steigen die Grundstückspreise, neue Nachbarn rücken näher, und aus den ehemals geliebten Iren (in der Provinz) sind nun eigennützige ungebildete Egoisten geworden, die nur an die Baulandaufteilung denken. Abgesehen von den anderen Veränderungen wie dem zunehmenden Autoverkehr. - Ich gebe gerade die Meinung eines Kontinentaleuropäers in Irland wieder, der zurückkehren wird. - Die letzte Genugtuung für ihn war die Aufmischung der örtlichen Geselllschaft durch die andersgearteten Letten, Polen und Esten in jüngster Zeit.

Montag, Dezember 26, 2005

Rätsel gelöst


In diesem Jahr gab es eine ganze Reihe englischsprachiger Weblogs aus Estland. Alle hatten Schwerpunktthemen und alle traten sehr selbstbewusst auf. Zuerst sah es so aus, als sei das eine selbstverständliche Entwicklung. Die Anzahl der Blogger nimmt zu , warum also nicht auch bei den Studenten. Aber ebenso plötzlich wie sie aufgetaucht sind, stellen sie jetzt alle Bloggeraktivitäten wieder ein. Die Ursache hat jemand von ihnen genannt: Es war eine Anforderung des Medienstudiums an dieser Akademie in Tallinn. Schade, denn ein alltägliches Bild vom Baltikum können die Massenmedien bei uns nicht leisten. Dazu berichten sie viel zu sporadisch und häufig mit dem Blick von aussen. Das hier war eine hervorragende Alternative.
Wer eine Diskussion um die Entstehung eines Bloggerseminars an der Uni im deutschsprachigen Raum mitverfolgen will: Hier bei media-ocean.

Mittwoch, Dezember 14, 2005

Eine neue Entwicklung

Die New York Times berichtet über die jungen High Tech-Unternehmen in Estland. Das Besondere dabei: Es ist etwas eingetreten, was es so noch nie in Estland gegeben hat. Die Zuwanderung junger hochausgebildeter Arbeitskräfte aus allen möglichen Ländern weltweit, und wieder dient Skype als Beispiel:

While entrepreneurs complain about the shortage of skilled workers, more and more young foreigners are ready to trek to this northernmost Baltic nation for a job. Skype employs people from 30 countries; in the halls, one hears plenty of English, and even some Spanish.

Mittwoch, Dezember 07, 2005

Eine andere Sicht auf Estland


Seit jüngster Zeit gibt es einige neue englischsprachige Weblogs aus Estland. Einer davon stammt von "Elli", ihr erster Post beschreibt ihre Motivation zu schreiben und zu fotografieren:

Well..here I am. 22-year-old audiovisual media student from Estonia - trying to figure out what am I doing here.
I´ve tried several times to leave this country and somehow it just doesn`t work that way. Once I made it to england, but returned after half a year. Estonia is beautiful, it`s my home, it`s my family... and yet, in my eyes, the country is still so miserable. I`m going to try to go away again next year. Maybe I can keep myself away from here at least a year, and then, when I come back, perhaps everything here in Estonia will look better and more developed. This is how I see it from here...


Wer ihre Perspektive kennenlernen möchte, hier der Link zu ihrer Seite: SadEst

Freitag, Dezember 02, 2005

Paet: Es gibt keine alten oder neuen europäischen Staaten - nur ein neues Europa

"Erledige die Arbeit, dann kommt die Liebe von selbst", diesen Satz des Schriftstellers A.H. Tammsaare schrieb der jetzige Aussenminister Estlands, Urmas Paet, einmal anläßlich der Konferenz "Europa eine Seele geben" - als er noch Kulturminister war - den Europäern ins Stammbuch. Es soll wohl heißen: Erledige sachlich deine Arbeit, dann wirst du sie auch lieben lernen.
Ob Paet, der studierte Politologe und ehemaliger Radio- und Zeitungsjournalist, mit dieser Devise auch sein Amt aus Aussenminister ausfüllt, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Paet erzeugte erst kürzlich, im November 2005, wegen seines unkonventionellen Vorgehen gegenüber Russland Presseschlagzeilen. Paet hatte persönlich die Teilnahme an einem Runden Tisch zur Grenzkooperation an den neuen EU-Aussengrenzen in St.Petersburg zugesagt, der Kreml sagte aber "njet", verweigerte kathegorisch ein Einreisevisum, und wies dem Esten die kalte Schulter. Begründung: nur "gleichrangige Diplomaten" könnten einen Minister nach Russland einladen. Das wäre der russische Aussenminister Lawrov gewesen. Dieser rief Paet an und bedauerte den Vorfall - als es längst zu spät war; so jedenfalls wurde das Gespräch in verschiedenen Berichten wiedergegeben. Nun, vielleicht erinnerte sich Lawrov auch noch an die feierliche Unterzeichnung des estnisch-russischen Grenzvertrags am 18.Mai 2005 (dieselben beiden Beteiligten). Ein Vertrag, den Russland später als ungültig betrachtete, da Estland ihn bei Ratifizierung im Parlament mit einer auf die sowjetische Okkupation eingehenden einleitenden Präambel versah.

Vielleicht wächst ja langsam die Liebe Paet's zu seinem Amt, obwohl ihm also offensichtlich manchmal auch bei der Erledigung seiner Arbeit Steine in den Weg gelegt werden, und Erfolge nicht immer in der Anzahl ordnungsgemäß unterschriebener Dokumente zu messen sind. "Europäisch Beseelte" findet er offensichtlich auf Seiten des östlichen Nachbars kaum.

In Berlin war Paet dagegen am 24.November der Erste. Des neuen deutschen Aussenministers Steinmeier erster ausländischer Gast in Berlin. Das Gespräch war nur kurz, und weil ein Aussenminister ja nicht grundlos in der Welt umherjetten sollte, hielt Paet am Tag zuvor noch einen Vortrag an der Universität Jena zum Thema "
Wie hält man das neue Europa in Bewegung?" (womit nicht direkt die Reisediplomatie gemeint war).
"Es gibt keine neuen oder alten europäischen Staaten", war einer von Paet's Leitsätzen dort (und spielte damit auf den flapsigen Rumsfeld an, dem nicht jeder in hochmütig geführte Kriege folgen wollte), "sondern nur ein neues Europa".
"Wir Politiker sind doch nur Akteure im politischen Theater, und die Wähler, also die Zuschauer, haben die Möglichkeit uns auch von der Bühne zu vertreiben", sagte Paet im Laufe seiner Jenaer Rede. Auch das scheint wieder auf Tammsaare anzuspielen, wenn erst nach erledigter Arbeit ein wenig Liebe erwartet werden kann. Esten wirken eben fast nie so, als ob sie sich auf errungenen Lorbeeren ausruhen könnten. "Wir müssen aber mehr tun, um gegenüber der ganzen Welt unsere gemeinsamen Ideen und Werte zu verteidigen" - das könne auch der rote Faden im Umgang mit den an die erweiterete EU nun angrenzenden Staaten Osteuropas sein, so Paet.

Aussenminister Steinmeier gegenüber versicherte Paet am Tag darauf in Berlin, Estland werde den Prozess der Ratifizierung der Europäischen Verfassung trotz des Neins der Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden weiter betreiben.
Paet traf sich in Berlin ausserdem mit FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, dessen Partei Paet's estnischer "Reformpartei" wohl politisch am nächsten steht.

Weit weniger Sympathie schlug wohl am 2.12. in Tallinn dem britischen Premierminister Tony Blair entgegen, der im Zusammenhang mit der gegenwärtigen britischen EU-Präsidentschaft offen für eine radikale Kürzung aller EU-Strukturhilfen eintrat. Das würde, Presseberichten zufolge, Estland 320 Millionen Euro an Einnahmen kosten (Litauen sogar 600 Mill.!). "Estonians were not amused", wird Blair vielleicht zu Hause berichtet haben. Aber einer der aktivsten Mitgestalter der europäischen Poltik sind die Esten nun inzwischen allemal.

Montag, November 28, 2005

E-government und Transparenz


Nebel, das ist der Begriff, den Siim Kallas,ein Este in der Eu-Kommission zum Verhältnis Bürger und Regierungsentscheidungen verwendet hat. Bisher werden Informationen zu wichtigen Vorgängen nur bei Nachfrage stückweise herausgegeben. Stattdessen sollten alle relevanten politischen Informationen jederzeit abrufbar sein. Natürlich über das Internet.

Auszug aus seiner Rede während der Konferenz "Transforming Public Services":

Indeed, to reach its political objectives, the Commission relies both on the strength of its proposals and on the authority of its reputation.

The Commission has made significant efforts on transparency, already during its previous mandate. In a continuous spirit of improvement, more can and will be done, as was decided by the College on the 9th of November.

One of the aims of transparency is better communication to the public of relevant information. And mass communication is changing. Citizens have increased expectations. Receiving information “on offer” on TV will not be sufficient in the long term. Citizens have been given unprecedented access to information in most corporate and private spheres of life. They quite naturally also have increasing expectations for greater transparency in public institutions. To ........

.......... give one example, the Commission will try to put information on all end recipients of EU grants on the web. We should facilitate scrutiny at our own initiative, rather than waiting to “release” information drop by drop in response to requests received.

Indeed, the public will expect to be able to access desired information “on demand” in a user-friendly form.


Die Hauptstichworte sind die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit an Informationen. Nicht mehr das "on offer", also was einem angeboten wird, sei es von offizieller oder journalistischer Seite, ist relevant, sondern die Information "on demand", also bei Nachfrage. Und darüber hinaus: die Wege des Informationsaustausches müssen direkter werden. Davon sind wir noch weit entfernt. Und nochmal: E-government ist nicht nur der moderne elektronische Ausdruck der Bürokratie, sondern ein Möglichkeit die Demokratisierung voranzutreiben.
Das ist der offizielle Titel von Siim Kallas:
Vice-President of the European Commission responsible for Administrative Affairs, Audit and Fraud.

Donnerstag, November 24, 2005

Erinnerungsbilder eines Baltendeutschen


Tallinn St. Olai Estonia
Originally uploaded by Jens-Olaf.
Das sind die Photoerinnerungen eines Baltendeutschen. Sie zeigen eine vergangene Idylle. Die Bilder wurden in Gotenhafen in der Adolf-Hitlerstrasse entwickelt. Das ist fast der Beleg , dass die Photos 1939 oder 1940 ins Album kamen. Und zwar dort, wo die Baltendeutschen im besetzten Polen, dem "Warthegau" angesiedelt wurden. Gerade hatten sie die alte Heimat verloren, manche hatten sie bewusst aufgegeben, und dann waren sie in der neuen gar nicht richtig angekommen. Es sei denn, man war überzeugt, dass das richtig war, was mit Polen gerade geschehen war.
Wie brutal der Übergang von den Umsiedlerschiffen aus Estland in den Alltag des 3.Reiches war, zeigt das Faltblatt.

In dem bekannten verdrehten Deutsch der damaligen Zeit steht am Ende des Blattes:
Deutsche Volksgenossen! Der Opfergang deutscher Menschen ist Erfüllung geworden! Großdeutschland ist erstanden! Die Feierstunde am 9. November soll die geschlossene Gemeinschaft aller Deutschen bekunden. Darum, deutsche Volksgenossen, ist es eure Pflicht, an dieser ersten Veranstaltung nach unserer Heimkehr ins Reich teilzunehmen.

Randbemerkung: 1944 fanden sich viele Baltendeutsche in den Flüchtlingstrecks vor der Roten Armee wieder. Das Ende der 700jährigen Geschichte der Deutschen im Baltikum zog sich in die Länge. Die letzte Etappe ging dann endgültig nach Westen.

Samstag, November 19, 2005

Buntes Estland

Einen bunten Strauß estnischer Kultur hatten die Organisatorinnen der ESTLAND-Tage vom 17.-19.November 2005 in Hamburg gebunden. Kunsthandwerker/innen, Tänzer und Musiker/innen, Reiseangebote und eine tägliche Verlosung überraschten die Wochenendeinkäufer mit exzellent dargebotenen Einblicken zu Land und Leuten.
(Foto links: "alles aus Filz" - vom Hut bis zum Schuh - bot Hilda Rüttel aus Tallinn an)








Einer der Höhepunkte waren die Momente, wenn Eneli Rüütli, Anastassia Sois, Ivar Lett und Endro Roosimäe eine ihrer schwungvollen Tanzvorführungen auf's Parkett legten.












Die Sängerin Marvi Vallaste hat sich, zusammen mit den Gitarristen Jaak Sooäär und Raul Vaigla, mehr dem Jazz verschrieben. Beim Sommerfestival "Saaremaa valss" war Vallaste 2004 beste Sängerin, und beim Jazz-Wettbewerb "Rainbow Jazz" siegte sie mit ihrer Band.