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Freitag, Oktober 30, 2009

Mein Foto des Monats

Mein Foto des Monats: der estnische Präsident und das Thema Afghanistan. Ein Foto, das verdeutlicht, dass auch in Estland dieses Thema nicht so diplomatisch sauber seziert werden kann, wie es auch die bisherigen deutschen Militärminister gerne hätten.
 
Vielleicht hätten sich die Fotografen einen schöneren Bildhintergrund gewünscht? Waren keine Staatsflaggen oder Weltkulturerbe verfügbar?
Im englischsprachigen Pressetext - die estnische Beteiligung in Afghanistan betreffend - ist von einer "Operation" die Rede. Eine Inspiration durch den lettische Amtskollegen Zatlers (ein ausgebildeter Arzt) ? Ich finde, der offensichtliche Unterschied zwischen Diplomatie und "Drecksarbeit" wird hier unvermittelt deutlich.

Freitag, November 14, 2008

Estland und die Aussenwelt

Dieses Video macht mich nachdenklich. Es ist 1988, die Perestroika ist schon weltbekannt. Trotzdem werden auf militärischer Seite noch Prinzipien auf beiden Frontstellungen getestet, im Westen und im Osten. Hier geht es um die Durchfahrtserlaubnis für Schiffe nach einem Vertrag, der aber von der Sowjetunion nicht anerkannt wurde. Die eine Seite fordert das internationale Recht, die andere zeigt ihre Meinung dazu. Millionenteures Kriegsgerät wird dabei benutzt. Eine Episode, die mir unbekannt war. Und da liegt mein Unbehagen: Wir interessieren uns nicht für die militärischen Aspekte der internationalen Beziehungen, grundsätzlich nicht, weil: Frieden ist besser.
Also, was bedeutet die Nato-Mitgliedschaft Estlands, was passiert eigentlich, wenn russische Flieger im Nato Luftraum, von mir aus auch umgekehrt auftauchen, die Geschichten bekommt man Jahre später vielleicht im Detail berichtet, wie diese hier, ein sowjetisches Kriegsschiff versucht im Schwarzen Meer die amerikanische Yorktown zum Abdrehen zu zwingen :

Hier der Originalpost im Blog "Information Dissemination", von dem der Hinweis auf das Video stammt:
On a February Day on the Black Sea in 1988

Interessant sind in dem genannten Blog die Verweise auf russischsprachige Blogs zum gleichen Thema. Dort kann man die Sichtweise der russisch/sowjetischen Seite erfahren, die Militärs beider Seiten gehen respektvoll miteinander um, die Politik setzt aber die Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang spielt Kommunikation zwischen beiden Gegnern eine große Rolle. Am Ende sind sich die Soldaten aber bewusst, wir führen Befehle aus. Ein schönes Lehrstück.

Mittwoch, September 10, 2008

Noch ein 11. September

Ein neuer Dokumentarfilm in Estland beleuchtet eine Tragödie, die sich bereits 1997 am 11. September ereignete. "Surmaretk", so der Titel, zeigt eine postsowjetische Episode, eine außer Kontrolle geratene Militärübung.
Eine Einheit des noch jungen Peacekeeper-Battalions für die UN befindet sich auf der Insel Suur Pakri. Sie sollen zum Festland rüber, einen Teil der 3,2 km Strecke müssen sie dabei schwimmen. Mit Ausrüstung. Das Unglück beginnt mit einem aufziehenden Sturm bei Wassertemperaturen um 13°C. Schnell sind die Soldaten erschöpft und unterkühlt. 14 Männer werden ertrinken. Der Kommandeur hat keine Rettungsvorkehrungen für Notfälle getroffen. Drei Stunden nach Beginn der Übung erreicht ein erstes Boot die Unglücksstelle. Es ist ein örtlicher Hafenkapitän, der die Überlebenden aufgreift, am Ende werden noch acht aus dem Wasser gezogen.
Das Ganze entwickelt sich zu einer Staatsaffäre, die Kommandokette ist unklar, oder noch nicht angepasst. So konnte die Einheit selbstständig Manöver durchführen, ohne weitere Kontrollen.
Die Details finden sich hier: East European Constitutional Review, Herbst 1997.

Montag, Mai 22, 2006

Das große Aufräumen - nach 15 Jahren

Das Umweltministerium Estlands beginnt mit dem Großreinemachen in alten sowjetischen Liegenschaften. Darunter solche Militärgelände wie hier bei Voru, die 1992 bereits verlassen waren. Keiner wusste, was bis dahin an Stoffen ins Erdreich gelangt war.

Donnerstag, September 22, 2005

Operation Enduring Freedom

Die Zahlen haben mich eben überrascht, bei den Esten wusste ich es:

Updated August 15, 2005
Germany

Germany
The following German service members have died in support of Operation Enduring Freedom:

* Joerg Baasch
* Andreas Beljo
* Friedrich Deininger
* Frank Ehrlich
* Heinz-Ullrich Hewußt
* Helmi Jimenez-Paradis
* Bernhard Kaiser
* Stephen Kamins
* Thomas Kochert
* Carsten Kuehlmorgen
* Mike Rubel
* Thomas Schiebel
* Enrico Schmidt
* Uwe Vierling
* 2 service members as yet unidentified

Updated October 26, 2004
Estonia

Estonia
The following Estonian service member has died in support of Operation Iraqi Freedom:

* Arre Illenzeer
* Andres Nuiamäe

Interessant, Deutschland wird in dem Weblog, von der die Auflistung stammt, zur Koalition gezählt:

Welcome

Thank you for visiting the Operation Enduring Freedom and Operation Iraqi Freedom Coalition Heroes' Memorial, a place of remembrance and respect. The following coalition nations have lost service members.


Die Sache ist klar: Wir sind dabei, die Esten sind dabei. Die Deutschen in Afghanistan, die Esten im Irak. In einigen Blogs wurden die Esten kritisiert, dass sie sich angeblich dem US Präsident Bush an die Seite geworfen hätten. Hier werden Gegensätze aufgebauscht, die so nicht existieren. Auch gibt es Illusionen, die deutsche Aussenpolitik könnte sich grundlegend ändern, egal in welche Richtung. Viele verheddern sich da in einem Schwarz-Weiss-Bild. Anti Bush - Pro Frieden. Litauen war jüngstens der Parade-Fall. Ein sowjetisches Kampfflugzeug dringt in die Natosphäre ein, wahrscheinlich nicht das erste Mal. Deutsche Abfangjäger steigen auf, der Kampfflieger stürzt ab. Und wen kümmert das? Überraschend wenige. Der diplomatische Schlagabtausch zwischen Litauen und Russland, also einem EU und Nato-Mitglied wird kaum wahrgenommen.Siehe auch den BBC-Bericht dazu.

Update: Hier ein Foto von druojajay bei Flickr.com, das die Situation nach dem Kampffliegerabsturz in Estland zeigt.