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Dienstag, Juli 07, 2026

Mehr als nur "cool" ...

Soll Estland mit "kühlem Sommerwetter" um Touristen werben? „Wir möchten eigentlich nicht, dass die Leute nur deshalb nach Estland kommen, weil es anderswo zu heiß ist", so wird Agnia Nasti zitiert,  Teamleiterin bei der estnischen Wirtschafts- und Innovationsagentur. „Wir möchten lieber, dass unsere Gäste Estland entdecken, weil es dort etwas zu tun und zu erleben gibt, weil es dort großartige Veranstaltungen gibt, die man anderswo nicht findet.“ (err)

Wenn Hitzewellen durch Europa fegen, wird auch gern auf angenehme Sommertemperaturen im kühleren Norden verwiesen. Für interessierte Touristen wurden bisher eher estnische Kultur, Natur, Küche und lokalen Erlebnisse herausgestellt. Aber Estland als Zufluchtsort vor hohen Temperaturen? 

Die Reisegewohnheiten könnten sich auch ändern. "Visit Estonia" führt aktuell folgende Gründe auf, warum Touristen sich Estland als Reiseziel aussuchen sollten: 
- die Luft in unseren Städten gehört zu den saubersten der Welt!
- 98 % unserer Flüsse führen Trinkwasser
- 51 % der Fläche Estlands sind von Wäldern bedeckt
- 21 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind biozertifiziert
- 23 % der Fläche stehen unter Naturschutz und sind für die Öffentlichkeit zugänglich
- an jedem beliebigen Ort sind Sie nie mehr als 10 km von einem Moor entfernt

Ganz so unterschiedlich klingen solche Argumente gar nicht im Vergleich zu jemand, der oder die sich gerade bei 40 Grad Hitze in einer südeuropäischen Steinwüste aufhält. Es ist doch verlockend: immer kühles Trinkwasser, direkt aus dem Fluss, jede Menge Schatten in kühlen Wäldern, und überall frische Luft! Es kann so einfach sein!  

Montag, Juli 19, 2021

Glühender Norden

Während in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz andauernder Starkregen Überflutungskatastrophen auslöste, erleben Estinnen und Esten andauernde Hitze und Dürre. Es liest sich schon fast wie die Umkehrung aller Gewohnheiten: während bisher Wolken und Regengebiete eher von West nach Nordost über Deutschland ziehen und dann auch über der Ostsee landen, bleiben sie jetzt kreiselnd über den Mittelgebirgen stecken. In Estland gibt es derweil Trockenheit und Waldbrandgefahr: der staatliche estnische Rettungsdienst (Päästeamet) kündigte striktere Regeln für einzelne Teile des Landes an, die nicht nur bekannte Sicherungsmaßnahmen wie ein Verbot von Lagerfeuern beinhalten, sondern auch das Verbot die Gegend mit Autos zu befahren - denn von Fahrzeugen verursachter Funkenflug soll bereits mehrere Brände ausgelöst haben. (err)

Besonders im Fokus stehen dabei die Regionen von Lääne-Virumaa, Ida-Virumaa, Jõgeva und Järva. Nicht nur Waldgebiete seien betroffen, so ein Behördensprecher, sondern auch Moore und andere Bereiche mit dichter Vegetation. Ausnahmen könne es eventuell für Landbesitzer geben. Der Rettungsdienst hat im Jahr 2021 bereits 626 Brände registriert, 10% davon in den ersten beiden Juliwochen.

Bereits seit Mitte Juni hatte es in Estland Temperaturen von 30-35 Grad gegeben, mit einer Spitze bei 34.6 Grad. Der estnische absolute Hitzerekord liegt bei 35,6 Grad und stammt aus dem Jahr 1992. 

Taimi Paljak zufolge, Metereologin beim estnischen Fernsehen ETV, seien bisher Temperaturen von über 30 Grad in Estland immer nur für einen kurzen Zeitraum von wenigen Tagen zu beoachten gewesen, während davor und danach dann eine Abkühlung auf etwa 20 Grad zu beobachten sei. Jetzt aber sei die Temperatur auch nachts kaum unter 20 Grad gesunken. (err)