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Freitag, November 11, 2011

Jenseits von Rentieren und Lönneberga: Filmland Estland

Ein Schaufenster des nordischen Films nach Europa - diese oder ähnliche Zielsetzungen waren von Seiten der Lübecker Filmtage schon öfter zu hören und zu lesen. Da müsste doch ein Land, dass sich öfters ausdrücklich eher "nordisch" als "baltisch" definiert, ganz richtig sein, dachte ich mir und habe mich dieses Jahr mal nach Lübeck auf den Weg gemacht um die neuen Trends zu erkunden. Um die Frage dann umzudrehen: sind die "Nordischen Filmtage" auch "baltisch"? Finden estnische (lettisch, litauische) Filmproduktionen hier ihr Publikum, ihre Verleihpartner, oder eine kollegiale Diskussionsebene? 

aus: "Tänze für die Milchstraße"
(Tantsud Linnuteele)
Um es gleich zu sagen: die feierliche Preisverleihung habe ich mir gespart. Aber obwohl offenbar niemand Filme aus Estland preiswürdig fand ("Nachwuchs im höheren Sinne", so bezeichnete Festival-Intendantin Christine Berg im NDR-Fernsehen die Produktionen aus den baltischen Staaten), kann ich andererseits sagen: Ich habe auch keinen schlechten Film gesehen. 
49 Kinos, inklusive 3 Multiplex-Kinos, existieren momentan in Estland - von den 49 sind aber nur 12 Kinos ganzjährig betrieben. Durchschnittlich 3,70 Euro muss ein Zuschauer in Estland für ein Ticket bezahlen, aber nur 2% der insgesamt 2,1 Millonen Zuschauer sehen sich in den Kinos einen in Estland produzierten Film an (Baltic Film Statistik 2010). Im Jahr 2010 hatten 4 estnisch produzierte Spielfilme Premiere, 6 Kurzfilme, 1 Animationsfilm - aber 34 Dokumentarfilme. So begrenzt ist der einheimische Markt für jede estnische Filmemacherin und jeden Filmemacher - jeder fertige Film ein kleines Wunder.

aus: "Vahetus" (Schicht)
Am wenigsten ambitioniert aus dem diesjährigen estnischen Lübeck-Angebot wirkt vielleicht noch "Alte Fische" von Katrin Maimik und Triinu Ojalo. Die Aufnahmen der gealterten estnischen Schwimmgrößen Eve, Olav, Helle, Aksel, und Lembit wirken familiär und wie für einen Kreis gemacht, wo man sich kennt - wie auch die Schwimmheroen untereinander. Ob diese Sportgrößen in Estland immer noch bekannt sind? Oder treffen sie auf internationalen Wettbewerben immer nur dieselben, "die es nicht lassen können"? Der Film verrät es nicht wirklich, gibt für "Nicht-Esten" nur Ansätze preis. Klar wird einzig, dass es wohl nicht einfach war mit einer Kamera so eng an Schwimm-Familiäres heranzukommen. 
aus: "Eesti lood - vanad kalad"
(Estnische Geschichten - alte Fische)

Dann "Vahetus" (Schicht) von Anu Aun, gleichfalls ein Kurzfilm (15min.). Hier treffen das ganz normale Alltagsleben auf die Lustbarkeiten der estnischen dünnen Oberschicht, und gleichzeitig gedankenlose Männer auf willensstarke Frauen. Lichter der Großstadt, grelle und verblassende Farben, leise und rücksichtslose Töne. Der Film heimste schon eine Reihe estnische und internationale Preise ein - unter anderem den Titel "bestes estnisches Filmdebut" - völlig zurecht. Von Anu Aun wird man noch hören und sehen - wie zu lesen ist, ist sie gleich an mehreren neuen Filmproduktionen beteiligt.
Regisseur Andres Maimik
als Gast der Nordischen
Filmtage Lübeck
Schließlich ein Film über einen Filmemacher: wo in der Welt war einmal ein Filmemacher Präsident? Das fragte Regisseur Jaak Löhmus das Lübecker Publikum. Lennart Meri auf Reisen in unbekannte Welten: war er eher Künstler, Ethnologe oder Staatsmann? Vor allem Dokumente der vielen Filmdrehs auf Reisen hat Löhmus zusammengetragen: die vielen Gesichter des Lennart Meri (EstinFilm). Deutlich wird die lange Zeitspanne, in der er mit den Filmteams unterwegs war - das war nichts Zufälliges oder Spontanes, das war ein Lebenskonzept. "Er war vor allem derjenige, der interessante Leute zusammenbringen und zusammenhalten konnte," heißt es im Film über ihn. In "Tänze für die Milchstraße"  hängt das Gelingen der Aufnahme manchmal auch vom örtlichen Schamanen ab - den Filmen hat es nicht geschadet, aber dargestellten Lebensumstände wirken vielfach wie aus einer längst verflossenen Zeit - wie wahre Dokumente eben.

"Kuku" - Arvo Kukumägi als Arvo Kukumägi
Katrin Laur, die sich nach erfolgreichen Filmprojekten in Deutschland ("Geschlecht weiblich", "Ruudi") nun auch wieder sich in Estland und mit estnischen Themen beschäftigt (auch "Ruudi" lief schon äußerst erfolgreich in Estland), zeigt in "Die Tochter des Friedhofswärters" dass nicht alles glänzt in der estnischen Heimat. Vor allem auf dem Lande, weit ab von Tallinn, haben nicht alle den Anschluß gefunden, weder an die eigenen Konsumerwartungen noch an die verlorenen Träume. Laur, die zur Lage in Estland meint eigentlich würden ihre Landsleute in großer Mehrheit die allgemeine Entwicklung seit Wiedererlangung der Unabhängigkeit befürworten, schwenkt den Fokus auf dennoch vorhandene Unzulänglichkeiten. Arbeitslosig- und Perspektivlosigkeit kann zu Alkoholismus führen, aber es sind auch noch andere Faktoren die ihre Figuren auf ihrem persönlichen Weg stolpern läßt. Selbst Mutter einer inzwischen erwachsenen Tochter, lenkt sie die Aufmerksamkeit auch auf die kommenden Generationen, und auch auf die estnischen Frauen, die wieder einmal mehr zu schultern haben, und eigentlich nicht nur an momentanes Vergnügen denken können - und meistens auch nicht wollen, wenn nicht die Sucht auf Irrwege lenkt. In diesem Film wird auch eine Brücke nach Finnland geschlagen, als Land eventueller Chancen für Arbeitsmigranten, und auch als Kontrast unterschiedlicher weiblicher Lebenskonzepte. Eine gewisse Schwere liegt über diesem Film, aber nie fällt der letzte Vorhang, immer ist klar: das Leben wird weitergehen. Die Landschaft ist schön, aber sie tröstet nicht - in der schönen neuen Welt, wo meist jeder nur an sich selbst denkt, sind es meist die Verbindungsfäden von Frauen untereinander, die eine Basis zum Überleben schaffen. Aber ein klein wenig anders darf auch das moderne Estland noch werden, scheint der Film sagen zu wollen. Nicht alles hängt nur davon ab, endlich mehr Geld zu haben - auch die Menschen müssen sich darauf einstellen, endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

des Friedhofswärters Frau und Tochter:
"Surnuaiavahi tütar"
Alkoholismus ist auch Thema im Film über "Kuku" - Arvo Kukumägi. Ein Este, der es immerhin ins Filmlexikon bei "Zweitausendeins" geschafft hat, der in den 80er Jahren mehrere Hauptrollen in estnischen Filmen hatte die heute als Klassiker angesehen werden. Seit seinem Debut in Peeter Simms "Tätoveering" hat er in über 40 Filmen mitgewirkt, zuletzt auch 2004 in "Sigade revolutsioon" (Revolution der Schweine), ein Film der teilweise sogar in Deutschland zu sehen war. Doch "Kuku" hat auch Phasen, wo selbst letzte Strohhalme unerreichbar scheinen: Freundin, Bekannte, alles scheint dann völlig im Alkohol zu versinken. Und dieser Film schafft es, die Zuschauer nicht nur auf den einen Moment zu fixieren, wo Kuku "schwach" wird und zur Flasche greift - das wäre zu kurz, zu sehr in moralischen Wunschvorstellungen gedacht. Unter der Regie von Andres Maimik und Kaidi Kaasik werden vielmehr Phasen sichtbar: Phasen der unglaublichen Stärke und kommunikativer Fähigkeiten, der Hoffnung und der Menschlichkeit - denn Kuku weiß wie es um ihn steht. Kuku will noch etwas schaffen im Leben - und setzt sich energisch ein für andere, für die das Leben noch schwerer zu sein scheint. Dann plötzlich die anderen Phasen, wo ein Mensch sich selbst verhöhnt und gleichzeitig zu wissen scheint, dass niemand über seine im Suff gemachte Witze lachen kann. Ein Schicksal, aber auch ein trotz aller Probleme beeindruckender Mensch wird sichtbar. Vor ganzen 5 Zuschauern in Lübeck übrigens, denn die Vorführung von "Kuku - I will survive" war parallel zur großen Preisverleihung und Party angesetzt.

Nein, jeder muss es für sich selbst entscheiden: vielleicht wird in Lübeck auch nur Jahr für Jahr das Bild gepflegt, dass der gemeine Deutsche so vom europäischen Norden hat. Rentiere, ungerecht behandelte Samen, einsame Fjälllandschaften, süße Kinderhelden oder problematische Familiendramen. Der estnische Film - so begrenzt die Produktion und so klein der heimische Markt auch ist - hat die Nordischen Filmtage vielleicht nicht einmal nötig - wenn man herausstreicht, dass einige erfolgreiche estnische Produktionen eben ihre (verdienten!) Filmpreise woanders bekommen. Vielleicht hat eines Tages ein norddeutsches Filmfestival mal die baltische Filmlandschaft nötig - als Quelle von Inspiration, Kooperation und Tatkraft. In Lübeck oder anderswo. 
Der estnische Film wird 2012 einhundert Jahre alt - schon jetzt darf man gespannt sein, ob von dieser langen Schaffensspanne irgendwo in Deutschland im nächsten Jahr etwas zu sehen sein wird.

Sonntag, Januar 30, 2011

Lennart Meri - Rückblick


Der Präsident Estlands von 1992 bis 2001 führte für sowjetische Verhältnisse bis 1991 ein außergewöhnliches Leben. Unter seinen Berufsbezeichnungen tauchen Filmemacher und Schriftsteller auf.
Unter dem Titel Foto Plakat, Joon Stuudio, finden sich einige Aufnahmen seiner Expeditionszeit.

Lennart Meri 80. sünniaastapäevale pühendatud mälestusnäitus


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Montag, März 31, 2008

Lennart Meri Konferenz in Tallinn


Staatsbesuch Lennart Meri 2000
Originally uploaded by Jens-Olaf
Das zweite Mal fand eine Konferenz zum Andenken Lennart Meris statt. Meri war bis 2001 Estlands Präsident. Einen ersten Eindruck des Treffens am Wochenende in Tallinn hat Giustino auf seinem Blog hinterlassen.
Auf der Suche nach aktuellen Stellungnahmen bin ich bis jetzt lediglich auf die Publikation des letzten Jahres gestoßen. Und da finden sich einige interessante Hinweise, die ich so noch nicht kannte. In "Diplomaatia" wird eine Episode beschrieben, die Lennart Meris Stil kennzeichnet.
Im August 1995 gab es eine Sicherheitskonferenz auf Rügen, an der auch der deutsche Verteidigungsminister Volker Rühe teilnahm. Der soll einem "nordischen" Diplomaten angedeutet haben, dass er bei einem anstehenden Treffen mit Meri erklären würde, dass Estland niemals der NATO beitreten könne.
Am nächsten Tag war Rühe in Tallinn, Meri begrüßte ihn und wies darauf hin, dass es ein besonderer Tag sei.
Rühe fragte, was denn für ein Tag. Meri: Der Jahrestag des Molotow-Ribbentrop Paktes.
Rühe soll sein Anliegen danach für sich behalten haben. S.3 Diplomaatia

Montag, März 27, 2006

Lennart Meri und die Estland-Schweden

Die schwedisch-estnischen Verbindungen haben einen historischen Hintergrund, der in Deutschland kaum wahrgenommen wird.
In den letzten Tagen wurde dies deutlich, als die Estlandschweden an Lennart Meri erinnerten.
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President Meri hade även en gedigen kunskap om svenskestland och personlig anknytning till Nuckö, där han även lät uppföra presidentens sommarresidens.

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Die Vereinigung weist darauf hin, dass Meri eine Sommerresidenz in Nuckö errichten ließ. Dieser Ort gehörte bis 1944 zu dem Siedlungsgebiet der Schweden in Estland. Nach dem Hitler-Stalin Pakt 1939 wurde die Situation bedrohlich, besonders für die gesellschaftlich aktiven Estlandschweden.
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Föreningen förbjöds omedelbart vid den sovjetiska ockupationen i juni 1940 och förblev otillåten framgent i hemlandet fram till Sovjets sammanbrott. Dess siste ordförande, Mathias Westerblom från Gutanäs på Nuckö, deporterades i juni 1941 liksom den siste folksekreteraren, Nils Blees från Höbring i Rickull, för att aldrig återvända. Bägge lär ha avrättats i Sibirien. Kustbon blev också omedelbart förbjuden. Sovjets ockupation av Estland innebar vidare att flertalet öar längs kusterna, svenskarnas traditionella boplatser, avhystes och blev militärbaser, samt att mängder av unga män på ett enligt folkrätten otillåtet sätt tvångsmobiliserades.

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Zuerst verlor Estland 1940 seine Unabhängigkeit und wurde der Sowjetunion einverleibt. Noch bevor die Wehrmacht angriff, wurden am 1. Juni 1941 wichtige Repräsentanten der Schweden nach Sibirien deportiert. Darauf weist das Zitat oben hin.Erwähnt werden Mathias Westerblom und Nils Blees. Als 1944 die Rote Armee nach Westen Richtung Baltikum vorstieß, verließen 80% der schwedischen Bevölkerung Estland, zum Teil in kleinen Booten über die Ostsee.
Ausserdem gibt es eine weitere sehenswerte Seite zu den Estlandschweden, hier mit einigen historischen Aufnahmen.

Samstag, März 25, 2006

Das erste Mal

Morgen wird es für die Esten ein emotionales Staatsereignis geben. Und das ist eher selten für die unterkühlten Nordeuropäer. Das erste Mal in der Geschichte wird ein frei gewählter Präsident in einem unabhängigen Estland beerdigt. Schwedens Ex-Premier Carl Bildt ist dafür angereist und berichtet hier. Er durfte eine der wenigen Abschiedsreden halten:
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He was the foremost of Estonians and among the foremost of Europeans. He knew only too well that the fate of a small nation is always linked to what happens well beyond its immediate boundaries.

For him, Europe wasn’t only the richness of its diverse cultural heritage, within which his Estonia had its proud place.

For him – in this time of ours - it was also the imperative of building of freedom and democracy and security together, with firm bonds also stretching across the wide Atlantic Ocean and – let that not be forgotten – reaching out to the Russia whose culture he cherished so deeply.

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Das ist ein Zeitungsbericht der Eesti Sonumid über eine der umstrittensten Entscheidungen, die Lennart Meri mitgetragen hat,hier im Gespräch mit dem Schweden Lars Grundberg. Es geht um den Abzug der russischen Truppen 1994. Als Gegenleistung durften bereits pensionierte sowjetische Offiziere in Estland bleiben. Das Foto unten zeigt eine 1992 verlassene sowjetische Militäranlage nahe Voru im Südosten Estlands.

Hier die Fotos der Trauerfeier vom 26. März, ETV und die Fotos vom Nachrichtenportal DELFI. Hier die Fotos von Postimees.

Montag, März 20, 2006

Zwei Freunde

Jaan Kross, der bekannteste Schriftsteller Estlands und Freund Lennart Meris wird offiziell eine Erinnerungsrede am 26. März für den verstorbenen Präsidenten (1992-2001) halten.
Beide verband die Sorge um das Weiterbestehen Estlands, seiner Kultur und Sprache. Beide waren in der Sowjetzeit in den Osten der Union verbannt.
Wie skeptisch wir im Westen vor über 15 Jahren noch gegenüber der Zukunft eines unabhängigen Estlands waren, zeigt ein Interview der FAZ. Dort wurde folgende Frage an Jaan Kross gestellt:

FAZ: Geben zwanzig Jahre Unabhängigkeit (1920-1940) die Garantie dafür, daß das Baltikum politisch, ökonomisch und kulturell im internationalen Wettbewerb bestehen kann?

Kross: Die Frage zwingt mich zu einer Gegenfrage. Gehen wir einmal davon aus, daß ein halbes Jahrhundert im Leben eines Volkes nicht viel mehr ist als ein halbes Jahr im Leben eines Menschen. Und nehmen wir einmal an, ein Durchschnittsbürger hat vor fünf, sechs Monaten duch einen Schlag vor die Stirn das Bewußtsein verloren. Nun beugen sich die Ärzte über ihn und kratzen sich nachdenklich am Kopf. Lohnt es sich, ihn zu erwecken? Denn wer oder was garantiert, daß er nach fünf Monaten des Scheintodes seine frühere Tüchtigkeit wiedergewinnt?


Anders als Lennart Meri, der vor seiner Politikerkarriere Schriftsteller, Historiker und Filmemacher war, erging es Kross folgendermaßen:

Rheinischer Merkur (1997)
Jaan Kross begann schon in den achtziger Jahren, seine selbsterlebte Deportation literarisch aufzuarbeiten, nicht nur in dem auf deutsch erschienen Erzählband "Die Verschwörung". Wohl auch vor diesem Hintergrund beschloß er, kurzzeitig im neuen estnischen Parlament mitzuarbeiten. "Aber da bin ich dann auch mit Neumeilenstiefeln herausgestürmt", witzelt er. Seine Neugierde hatte er befriedigt, der Sache Estlands könne er mehr von seinem Schreibtisch aus helfen.

Donnerstag, März 16, 2006

Zwei Nachbetrachtungen zu Lennart Meri

Ein Amerikaner beschreibt seine Gedanken und persönlichen Erinnerungen an den ehemaligen Präsidenten Estlands: Ross Mayfield, ein junger Berater damals mitte der 90er jetzt in Palo Alto lebend, USA.
Radio Free Europe berichtet über eine Legende gewordene Szene bei George Bush vor über 15 Jahren.

Dienstag, März 14, 2006

Mehr über Lennart Georg Meri

Weitere Nachbetrachtungen, erste Reaktionen aus der Bloggerszene zu Lennart Meri sind zu lesen bei
- Paul Goble / englisch (Death of a Statesman)
- Lauretta Blogger / estnisch
- Hello Estonia / englisch (zwei Beiträge: Leader of Independence Movement, und "Wednesday is a day of mourning")
- Vilhelm Konnanders Weblog / englisch (Lennart Meri dead)
- Online Kondolenz-Buch / estnisch
- Jaanus on the Internet / englisch
- Aet aus Estland / estnisch (Hüvasti, Härra President)
- Feuilles d'automne / französisch (Lennart Meri est mort)
- kurvakujuryytel Blogger / estnisch (nädal poliitikas)
- Paranka / estnisch (Kurb)
- Pia Kusik / englisch (Sad day for Estonians)
- Mats Hilli, Vasa, Finnland / schwedisch (Lennart Meri dog inatt)
- Moi, Estland / englisch (He passed away at the Estonian Language day...)
- Cicero, London / englisch
- Fotos von Jens-Olaf zu Lennart Meri

und sonst noch:
- Kurzbiographie zu Lennart Meri, verfasst vom estnischen Aussenministerium (englisch)
- Beileidsschreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel
- Nachruf der FRANKFURTER RUNDSCHAU Online
- Infotext des MDR Fernsehens

Wir haben einen großen Europäer verloren - Lennart Meri


So spontan und unberechenbar konnte Lennart Meri auftreten. Palastwache vor der Residenz Kadriorg in Tallinn
Foto: Meie Lennart, Tänapäev Verlag 2000








Estonian President Lennart Meri
Originally uploaded by Jens-Olaf.
Lennart Meri, Estlands Präsident von 1992-2001, ist gestorben. Er war ein europäischer Politiker, der wie nur wenige verstand, auch über den eigenen nationalen Horizont zu blicken. Fast bei jedem Staatsbesuch oder bei seinen zahllosen im Ausland gehaltenen Reden konnte er Verbindungen zwischen Estland und dem Gastgeber entdecken. Hinzu kam, dass er öffentlich auf Französich, Deutsch, Englisch, Russisch, Finnisch und anderen Sprachen in Interviews Antwort geben konnte.

Hier der Präsident bei der Wiedereröffnung der estnischen Botschaft in Berlin 2001. (pdf Datei)
Hier eine Rezension, der in Interview-Form gehaltenen und einzigen auf deutsch erschienen Biografie über Lennart Meri.



Und Meri beim Pro Baltica Forum in Hamburg.














Der Präsident in Berlin, hier beim Besuch seiner Grundschule, in der Nähe der estnischen Botschaft, wo sein Vater für einige Jahre als Legationsrat tätig war.



Bereits während der Sowjetzeit ging er an die Grenzen aller Möglichkeiten, um ein unabhängiges Leben führen zu können. Ein riskantes Unterfangen. Hier auf einer Expedition nach Ostsibirien.

Donnerstag, Mai 12, 2005

Abenteuerliches in den 60ern


Eine estnische Expedition in den 60ern zur Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten der Sowjetunion. Die Gegend war zu der Zeit noch nicht ausreichend über Geologie, Fauna und Flora und die einheimischen Ethnien erforscht. Unter den Expeditionsteilnehmern Lennart Meri, der spätere estnische Präsident. Die Übersetzung "Es zog uns nach Kamtschatka"(L.Meri) erschien im Brockhaus Verlag Leipzig 1969 und lässt sich noch ab und zu im Internet ersteigern. Allerdings gehörte zur Realisierung eines solchen Vorhabens, welches nicht von ganz oben, sprich Moskau, angeordnet wurde, eine gehörige Portion Dreistigkeit. Etliche bürokratische Hürden mussten genommen werden. Lennart Meri scheint auf diesem Gebiet ein Profi gewesen zu sein. Ein Höhepunkt der Expedition war die Besteigung der Kljutschewskaja. Mit 4750m etwa so hoch wie der Mont Blanc. Aber im Buch ist zu erfahren, dass es einen großen Unterschied zwischen absoluter und relativer Höhe gibt. Die Kljutschewskaja beginnt am Fuße fast auf Meereshöhe, vor einem liegen also 5000 Höhenmeter. Das sind auch die Relationen im Himalaya und zwar in den höchsten Gebirgsregionen. Posted by Hello