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Samstag, Januar 14, 2017

Mega-Sterne auf dem Wasser

Ende Januar wird der Schiffsverkehr zwischen Tallinn und Helsinki um eine neue Dimension bereichert: die Reederei "AS Tallink Grupp" wird dann erstmals die neue "Megastar" einsetzen; nach Auskunft der Betreiber schnell, modern und umweltfreundlich. Allerdings ist bei dieser Art Schiffsreise niemand mehr mit dem Sonnenuntergang allein: das neue Schiff wird bis zu 2850 Passagiere befördern können. Manche Gäste werden nicht einmal den Unterschied zum Festland bemerken - bis auf den Blick aufs Wasser natürlich. Aber wer will schon bloß aufs Wasser schauen, wenn Restaurants, Einkaufsmärkte, Bars und Kinderbelustigung locken. 400 Menschen werden gleichzeitig am Buffet aufschlagen können, und bei 2800 Quadratmeter Supermarkt-Verkaufsfläche hat jeder Gast sozusagen seinen eigenen kommerziellen Meter.

Gebaut wurde das Schiff bei der "Meyer Turku Oy" in Finnland, die 2014 von der deutschen Meyer-Werft übernommen wurde. Neuartige Motoren des Herstellers Wärtsila werden hier eingesetzt, die mit LNG (verflüssigtes Erdgas) als Antriebsstoff arbeiten, was als umweltfreundlich gilt (jedenfalls im Vergleich mit Diesel oder Schweröl). Damit können Reisende zwischen Tallinn und Helsinki sich selbst einen Eindruck davon verschaffen, was als "Wettrüsten auf den Meeren" bezeichnet wird (siehe Spiegel). Mit diesem Schritt Richtung "Green Shipping" erhofft sich der Konzern natürlich auch positive Schlagzeilen.

Um die neugierigen Nachfragen zu befriedigen, hat die "Megastar" im Internet auch einen eigenen Blog: in Englisch, Estnisch Finnisch und Russisch können Interessierte sich hier Eindrücke verschaffen. In Turku arbeitet die Firma "Modelco" bereits an Miniaturen des Schiffes. Und in Helsinki wird, rechtzeitig zur Inbetriebnahme des Schiffes, ein neues Abfertigungsterminal eingeweiht werden. Ob man so große Schiffe mag oder nicht - zumindest ohne stinkenden Qualm aus dem Schornstein wird es also jetzt zwischen Tallinn und Helsinki zugehen.
9,5 Millionen Menschen transportierte die "AS Tallink Grupp" im Jahr 2016 insgesamt; der stärkste Passagieranstieg (7%, auf über 5 Millionen) war dabei auf der Strecke Tallinn-Helsinki zu verzeichnen (Kreuzfahrtblog). 

Donnerstag, Mai 29, 2014

Schmutzige Schweizer

"In Spanien und Frankreich badet man im Dreck!" so schrieb diese Woche die Schweizer Boulevardzeitschrift "20Minuten". Und nicht nur das:  trotz dieser aufsehenerrregenden Überschrift muss im Text zugestanden werden, dass in Spanien 96,9% und in Frankreich 94,1% aller untersuchten Küstenbadestellen in Ordnung sind. Vielleicht wurde es den zuständigen Redakteuren an dieser Stelle zu langweilig, es folgt dann der Satz: "Am anderen Ende der Skala rangiert Estland, wo die Wasserqualität bei nur 6 Prozent der Badeorte in Ordnung" sei.

Das verlangt eine Nachfrage - vorausgesetzt, der Gedanke so weit im Norden Europas Baden zu wollen, ist für die empfindlichen Schweizer nicht gar zu verrückt. Die Datenquelle ist in diesem Fall der jährliche Bericht zur Qualität der Badegewässer in Europa, herausgegeben von der Europäischen Umweltagentur (EEA). Dort steht nachzulesen (sinngemäß aus dem Englischen übersetzt):
- 70% aller untersuchten Gewässer befinden sich in Deutschland, Frankreich, Spanien oder Italien
- Estland weist unter allen EU-Ländern tatsächlich den höchsten Prozentsatz an nicht adäquater oder mangelhafter Gewässerqualität aus: 5,7% (in Zahlen ausgedrückt allerdings nur 3 unzureichende von 53).

Auch einsame Strände mit guter Wasserqualität:
bald gehts wieder los mit dem Badespass
an der estnischen Ostsee (im Bild ein Strand
auf Saaremaa)
Eines ist also schon mal klar: nicht 6% saubere Gewässer sind in Estland zu erwarten, sondern 94,3%. Und auch Spanien und Frankreich fallen nur dann negativ auf, wenn man nur die Statistik aller 28 EU-Staaten liest. Unzureichende Gewässerqualität wird in Frankreich bei 3,5% und in Spanien bei 3.3% festgestellt - da dort zahlenmäßig viel geprüft wird, fallen die absoluten Zahlen auch hoch aus: in Frankreich 116 unzureichende Gewässer, in Spanien 71.

Wirklich bedenklich fallen aber die Ergebnisse für die Schweiz selbst aus - aus deren Sicht Franzosen, Spanier oder Esten eben nur deshalb "dreckig" sein können, da in der EU-Statistik die Schweiz nicht genannt ist. Wer den ausführlichen Bericht liest (auf der EEA-Webseite frei verfügbar), dem fällt schnell auf, dass 2012 noch 335 Gewässer in der Schweiz geprüft wurden, 2013 aber lediglich 167. Grund angeblich: 172 Gewässer wurden fürs Baden dauerhaft geschlossen.
von den 167 geprüften Schweizer Gewässern waren 37 nicht bewertbar, weil zu selten Proben entnommen wurden (das sind schon 22,2%!). So kommt es, dass der Bericht nur für 77,8% der Schweizer Inlandgewässer ausreichende Qualität bescheinigt (einer der niedrigsten Werte aller Länder!). Na, wenn das die "Schweizer Taktik" ist: bei Problemen die Gewässer für die Öffentlichkeit schließen, oder gar keine Proben nehmen ...

Die Probleme in Estland dagegen scheinen hauptsächlich zu sein, dass bei der geringen Gesamtzahl der Badeplätze einzelne "schwarze Schafe" schon mit einer statistitisch relativ hohen Zahl herausstechen (bei den Inlandgewässern 1 Gewässer, bei den Küstengewässern 2). Die Stellen mit unzureichender Badewasserqualität befanden sich in Alt-Pärnu, in Karepa an der Nordküste und am Anne-Kanal in Tartu. Kurzzeitige Probleme gab es auch in Kuresaare auf Saaremaa, dies wurde aber extremen Wetterbedingungen zugeschrieben, Badevorbote konnten nach einiger Zeit wieder aufgehoben werden.
Also: auf in die estnische Badesaison!

EEA Bericht Badegewässer in Europa    /   EEA Badegewässerbericht für Estland

Detaillierte Zahlen zu den einzelnen Messungen (estnisch)

Sonntag, September 01, 2013

Käsmu - Estlands nördlicher Charme

Eine spätsommerliche Erinnerung an die Bucht von Käsmu:



Es ist wirklich ähnlich einem "Millionen-Dollar-Blick", wer am Meeresmuseum auf die Bucht auf die nordöstliche Ostsee hinausschaut.

Hier noch zwei weitere Möglichkeiten der Teilhabe:

Webcam des Meeresmuseums (Looduskalender)

Panoramablick bei "Estonia360"

Lied "Käsmu laht", gespielt und gesungen von "Väikeste Lõõtspillide Ühing" (Text)

Dienstag, Oktober 11, 2011

Tallinn geflutet

Das estnische "Land Board" (Maa amet) gibt eine Karte heraus, die verdeutlichen möchte was passieren würde, wenn sich aufgrund Klimaveränderungen der Meeresspiegel der Ostsee verändern (ansteigen) würde. Eine Veränderung um mehr als 1 Meter nach oben ist nach Angaben dieses Amtes äußerst selten und passierte zuletzt bei einem Sturm im Jahre 2005, als der Wasserspiegel um 152cm anstieg. Ähnliche Karten wurden bereits für Pärnu, Haapsalu, Kuressaare and Tartu erstellt und sollen den Katastrophenschutz in diesen Gebieten verbessern.
Wer sich generell für Karten bezüglich Estland interessiert: dieselbe Institution hält auch allerlei andere Karten zur Einsicht bereit (link Geoportaal). 

Freitag, Februar 18, 2011

-32°C


-32°C
Ursprünglich hochgeladen von rene j
Der Winter bewegt sich Rekord-Temperaturtiefstwerten entgegen. Am Morgen in Estland. von rene j





Update 28. Februar. Die Eis-Situation auf der Ostsee, jetzt auch farbig beim Itameripoortali

Bei 25cm Stärke wurde zum Beispiel die Strecke zur Insel Hiiumaa freigegeben.