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Sonntag, Oktober 18, 2009

Drei Blogger - drei Bücher


Leider, leider haben wir sowas noch nicht auf Deutsch. Aber drei englischsprachige Blogger haben ihre Estlanderfahrungen in drei Buchprojekte umgesetzt.
Als ersten möchte ich Justin Petrone nennen, hier bekannt unter dem Autorennamen Giustino. Ein Amerikaner aus New York, der jetzt mit seiner estnischen Familie in Tartu lebt.
Justin Petrone: My Estonia
Am I permitted to live?

Erscheint bei Petrone Print. Das ist der Verlag, den seine Frau Epp gegründet hat. Auszüge auf Englisch sind unter dem Link zu finden.

Ähnlich im Stil schreibt der estnische Kanadier Vello Vikerkaar: Inherit the Family: Marrying into Eastern Europe stories

Hier ein Beispiel aus seinem Blog: Running und einem Link zum Buch.


Buch drei ist: Back on the map
Die Erinnerungen von Marc Hyman (Blog:Back on the map) an das Umbruchsjahr 1992

Donnerstag, September 04, 2008

RIA Novosti feiert 1. April

Sagt Larko. Wir erleben gerade ein schönes Beispiel des Medienspiels rund um die Georgienkrise. Vielleicht ist es tatsächlich ein rauher und verspäteter Aprilscherz, der jetzt von weiteren Medien aufgegriffen wird, die ersten Blogger kopieren und transportieren das einfach weiter:
RIA Novosti berichtet über zwei estnische Farmen/Bauernhöfe, die sich als Sowjet-Republiken ausgerufen haben sollen, ihre Grenzen ziehen und die Anerkennung durch Russland wünschen.
Außerdem haarsträubend:
Meanwhile, residents of the republic claim that the "bourgeois" Estonian government has sent a "squad of relatives of Estonian Nazi SS veterans" to regain control over the breakaway territory.

Und schon greift das die Denverpost auf, nicht weiter hinterfragend.

Ein gutes Beispiel für Informationen aus zweiter Hand, aber das Thema kommt an, einfach Estonian Soviet Republic bei Google eingeben und man sieht die Weiterverbreitung. Andere Quelle ist die Kommunistische Partei in St. Petersburg mit Fotos.

Update:
David McDuff erwähnt auch die Komsomolskaya Pravda, die das weiter verbreitet haben.

Update 6. September:
Die Geschichte zieht weite Kreise durch russische Medien und weiterhin vereinzelt durch die Blogosphäre verschiedener Sprachen. Die Familien der Bauernhöfe konnten nicht ermittelt werden, also bleibt unklar woher diese Meldung stammt, nur wer sie zu einem Pressebericht zusammengebaut hat steht fest.
Das ist ein kleiner Vorgeschmack auf zukünftige Medienauseinandersetzungen. Falschmeldungen werden lanciert und hinterher ist es schwierig der Sache auf den Grund zu gehen. Aber das Bild bleibt: In Estland spalten sich Teile ab, klingt für viele augenscheinlich plausibel. Da kann dann auch Giustino nach Sillamäe im Nordosten Estlands fahren und kein Anzeichen irgendeiner Sezessionsbestrebung entdecken.