Sagt Larko. Wir erleben gerade ein schönes Beispiel des Medienspiels rund um die Georgienkrise. Vielleicht ist es tatsächlich ein rauher und verspäteter Aprilscherz, der jetzt von weiteren Medien aufgegriffen wird, die ersten Blogger kopieren und transportieren das einfach weiter:
RIA Novosti berichtet über zwei estnische Farmen/Bauernhöfe, die sich als Sowjet-Republiken ausgerufen haben sollen, ihre Grenzen ziehen und die Anerkennung durch Russland wünschen.
Außerdem haarsträubend:
Meanwhile, residents of the republic claim that the "bourgeois" Estonian government has sent a "squad of relatives of Estonian Nazi SS veterans" to regain control over the breakaway territory.
Und schon
greift das die Denverpost auf, nicht weiter hinterfragend.
Ein gutes Beispiel für Informationen aus zweiter Hand, aber das Thema kommt an, einfach Estonian Soviet Republic bei Google eingeben und man sieht die Weiterverbreitung. Andere Quelle ist die Kommunistische Partei in St. Petersburg
mit Fotos.
Update:
David McDuff erwähnt auch die Komsomolskaya Pravda, die das weiter verbreitet haben.
Update 6. September:
Die Geschichte zieht weite Kreise durch russische Medien und weiterhin vereinzelt durch die Blogosphäre verschiedener Sprachen. Die Familien der Bauernhöfe konnten nicht ermittelt werden, also bleibt unklar woher diese Meldung stammt, nur wer sie zu einem Pressebericht zusammengebaut hat steht fest.
Das ist ein kleiner Vorgeschmack auf zukünftige Medienauseinandersetzungen. Falschmeldungen werden lanciert und hinterher ist es schwierig der Sache auf den Grund zu gehen. Aber das Bild bleibt: In Estland spalten sich Teile ab, klingt für viele augenscheinlich plausibel. Da kann dann auch Giustino
nach Sillamäe im Nordosten Estlands fahren und kein Anzeichen irgendeiner Sezessionsbestrebung entdecken.