Posts mit dem Label Grenze werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Grenze werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, Dezember 17, 2007

Ohne Grenzkontrollen Teil 2

Aleks war schneller mit seinem Post in seinem Blog: All About Latvia. Er hat vor kurzem Valka besucht. Lange Jahre verbrachte er in den USA und ist nun nach Riga zurückgekehrt. Sein Eindruck von Valka, der lettischen Kleinstadt, in der bald die Grenzkontrollen nach Estland wegfallen, A Tale of Two Cities:

Everyone indeed knew everyone. An older gentleman called on a driver by name to stop the bus at a local hospital. People chit-chat about life in the bid city, brushing me with their glances. And I realize before I even say a word, everyone knows I’m a stranger in these parts.


Er meint, jeder kenne jeden, und das ist auch mein Eindruck von Valka der Grenzstadt zu Valga, Estland. 1991 war Schluss mit der Sowjetunion und die Grenzkontrollen waren neu in dieser doppelten Stadt. Obwohl so ganz neu auch nicht, bereits in der ersten Unabhängigkeitszeit bis 1940 war diese Grenze vorhanden.
Eesti Vabariik
Das Schild Eesti Vabariik 1991 gerade neu aufgestellt.

16 Jahre später sieht es so aus. Der Blick auf den lettischen Grenzposten Richtung Valga:
Valga border II

Aber 7000 Einwohner für Valka klingt sehr nach Provinz. Na und! Dafür haben die Einheimischen andere Freizeitbeschäftigungen als die Rigaer oder Tallinner. Zum Beispiel Elche erlegen im Winter. Die nächste Saison ist angebrochen und das deutsche traditionelle Halali findet hier eher nicht statt:
Elk hunting in Latvia
Die Jugend fährt auch gerne Auto jenseits der Zentren, und die Besten nehmen an nationalen Rallymeisterschaften teil:
lesalnieks
Zur Abwechslung fährt man ab und zu nach Valga auf die estnische Seite:
Valga
Valga war mal eine wichtige Bahnstation Richtung Osten. Davon zeugen nicht nur die vielen Gleise sondern auch dieses museale Technikrelikt:
Valga train
Valga hat mehr Einwohner, aber auf den ersten Blick ist das schwer zu erkennen. Die beiden Städte haben kein dichtgedrängtes Zentrum, eine Flussniederung windet sich durch die Ansiedlungen. Die Grenzziehung wird dadurch nur an zwei Strassenzügen auffällig, die Fotos dazu im nächsten Teil.

Samstag, Dezember 15, 2007

Ohne Grenzen- wegfallende Grenzkontrollen Teil 1

Europa ohne Grenzkontrollen, allmählich kommen wir dem Ziel näher. Wieder wird der Schengen-Raum erweitert. Was früher unter den skandinavischen Staaten üblich war und später unter einigen Mitgliedern der EU, dehnt sich jetzt nach Nordosteuropa aus. Zwischen Valka/Lettland und Valga/Estland werden am 21. Dezember feierlich die Grenzkontrollen abgeschafft.
Bis dahin war es ein weiter Weg, und er wurde auch voreilig kritisch begleitet. Mit der Unabhängigkeit der baltischen Staaten stöhnten nicht wenige vorwurfsvoll in Deutschland: "Schon wieder neue Grenzen in Europa und wir (EU) sind dabei sie abzuschaffen".
Unter Umständen ist sowas auch ohne EU- Mitgliedschaft möglich. Aber das haben nur Länder wie Norwegen (kein EU Land) und die anderen drei Nachbarländer Dänemark, Schweden und Finnland schon vor Jahrzehnten untereinander hinbekommen.
Valka und Valga sind die beiden Orte, die 1991 mit zu meinen ersten Baltikum-Erfahrungen gehören. Und diese Grenze zwischen Estland und Lettland ist indirekt schuld daran, dass mir 1992 von einer Behörde in Tallinn eröffnet wurde, dass ich mich seit einiger Zeit illegal im Lande aufhalte. Ein ziemlicher Schreck.
Eingereist war ich nach der Jahreswende 1991/1992 bereits ein zweites Mal, nun mit einem Visa der estnischen Botschaft in Deutschland, das für 3 Monate ausgestellt wurde. Aber merkwürdigerweise erkannte Tallinn gar nicht solche Visa an. Ich hatte es befürchtet. Von Tartu aus war ich des öfteren bei Freunden in Valka/Lettland. Ein Grenzübertritt und ich hätte nur den Pass stempeln lassen müssen nach einer gewissen Zeit, um eine Ausreise anzuzeigen. Einmal fragte ich einen estnischen Grenzposten deswegen, aber er war ahnungslos, er telefonierte mit einem Vorgesetzten und der meinte es sei alles kein Problem. Das Visa sei korrekt. Aber dieser Ausreise-Stempel fehlte dann, ich hatte den Daueraufenthalts-Zeitraum überschritten. Da man das Land damals nur mit einer offiziellen/dokumentierten Einladung betreten durfte (die Grenzkontrollen in Tallinn wurden noch von SU-Vertretern durchgeführt - trotz Unabhängigkeit), musste ich laut Anweisungen in Tallinn eine Strafrunde nach Tartu unternehmen. Denn von dort stammten die Einladungsdokumente. Nachdem ich dort also den Aufenthalt wieder offiziell bestätigt und eine gewisse Gebühr entrichtet hatte, war die Sache bereinigt. Das vorherige dreimonatige Reisevisum war ungültig. Stattdessen hatte ich jetzt eine Aufenthaltsgenehmigung.

Mittwoch, Oktober 31, 2007

Grenz - Meditationen

Grenzen wecken schnell Emotionen, besonders wenn sie nicht leicht passiert werden können.
So war es an der deutsch-polnischen Grenze und den kilomterlangen LKW-Staus vor über 10 Jahren. Die Warteschlangen am damals engen polnisch-litauischen Übergang sind vielen Betroffenen noch in Erinnerung.
Und 1991 war vorübergehend der Übergang von Russland nach Estland dicht. Von Ivangorod nach Narva. Daraus lassen sich leicht Schlagzeilen machen:
"Nieder mit der Grenze" titelte in einem Beitrag DER SPIEGEL 52/1992 in der Serie: Die Leiden der Russen. LKWs wurden bei nicht ganz formal richtigen Papieren zurückgeschickt, die Wartedauer war lang von russischer nach estnischer Seite:

Nicht wenige in Russland äusserten ihre Angst wegen des Warenabflusses Richtung Baltikum. Das hat sich nun geändert. 2007 stauen sich die LKWs auf estnischer Seite. Und es sieht so aus als seien die Gründe ähnlich wie damals nach Polen und Litauen. An der Landesgrenze wurde erst spät investiert. Mit steigendem Gütervolumen leiden die Fahrer am meisten.
Hier das Meditationsvideo, aufgenommen von Narva bis zum Ende der Warteschlange, von Pudrumulk:

via Larko, der darauf hinweist, dass auch in Finnland die gleiche Situation herrscht. Also "normale" europäische Zustände, wie wir sie von früher kennen.

Freitag, September 08, 2006

Politik alter Schule



Estland und Russland haben keinen Grenzvertrag. Seit 1991 nicht. Verhandlungen gab es genug. Jetzt folgt eine nächste Runde:
Russland besteht auf der Fortsetzung der Verhandlungen mit Estland über den Grenzvertrag - in der Befürchtung, dass der in Tallinn ratifizierte Text dieses Dokumentes in Zukunft juristisch für Territorialforderungen an Moskau genutzt werden könnte.

Das teilte der stellvertretende Außenminister Russlands Wladimir Titow der RIA Novosti mit.

"Das Problem besteht darin, dass sie (die Esten) in das Ratifizierungsgesetz Bestimmungen aufgenommen hatten, die aus rein juristischer Sicht die Möglichkeit bieten, gegen uns irgendwelche territoriale Ansprüche zu erheben", sagte der Diplomat.

Ich werde hier nicht wieder die estnische Position ausbreiten. Aber das Ganze sieht wieder nach internationaler Hinterzimmerdiplomatie aus, mit den Medien als Instrument. Denn bald kommt Präsident Bush zu Besuch in das Nato-Land Estland. Giustino hat es schon angekündigt. Amerikaner und Esten werden sehr wohl in der Vorbereitung des Treffens über das russisch-estnische Verhältnis sprechen.
Clinton war der erste Präsident der USA zu Staatsbesuch im Baltikum 1994. In seiner Biografie ' My Life', schreibt er:
On the way, I stopped in Riga, Latvia, to meet the leaders of the Baltic states and celebrate the withdrawl of russian troops from Lithuania and Latvia, a move we helped to speed up by providing large number of housing vouchers for Russian officers who wanted to go home.
Lennart Meri, der estnische Präsident, hatte seinen eigenen Beitrag zum Abzugsbeschluss, indem er angeblich während eines Vodkaduells Boris Jelzin überzeugen konnte. Bush wird nun der erste US-Präsident in Estland sein.

Photo aus'Meie Lennart' Tänapäev 2000

Mittwoch, Mai 18, 2005

Realpolitik

Die Reaktionen in Estland über das Grenzabkommen (vorheriger Blog) sind ziemlich ablehnend. Viele sehen hier Realpolitik am Werk und einige haben ihre Meinung darüber beim lettischen Nachbarn geäußert. Lettland hat immer noch keinen Grenzvertrag mit Russland. Aus dem Internetportal delfi.lv


Estonian, 18.05.2005 13:57
What a shame! I am not proud about our politicians!
I think that Estonian parlamentarians do not dare to ratify it before Latvia has signed the border treaty with Russia. If you succeed to conclude the treaty with Latvian declaration, it is a great success of Latvian diplomacy.
If not, then...

Polls show that more than 60% of Estonian population were against signing the border treaty now.
Estonian politicians are playing their games over our heads. I will ask in written from my MEP, I have chosen, what will be his position when they start to vote in parliament.

Voldis, 18.05.2005 13:58
Estīši var izdarīt, bet letiņi, kā vienmēr nekā. Nu nevajag mums to Abreni. Ja Streipam, kas tur savu vecvecāku māju bildē redzējis vajag,lai brauc un kārto papīrus. Kompensāciju saņems.

!!!, Ainārs, 18.05.2005 13:59
Paldies, paldies!


2 Estonian, 18.05.2005 14:10
It is a shame that your governement signed the treaty deliminating border between two states! You left over 4000 estonian citizens in Russia. Its a shame. Latvian constitution does not allow changes in state territory without referendum of nation.

Andra, 18.05.2005 14:10
Hello,I`m writing from Estonia,our goverment sold our people out and mr.Paet is an idiot.All estonian people think so.If you could see the comments,that are in www.delfi.ee!!!!


Das war die Umfrage von Gallup, die hier erwähnt wurde. Aus den Kommentaren von postimees.ee:

Rahvas arvab nii
18.05.2005 12:23
Rahvas - Eesti Vabariigi PS § 1 kohaselt kõrgeima võimu teostaja - arvab nii:

Gallupi lõpptulemus EPL-is seisuga
KOLMAPÄEV 18. mai 2005 [12:20]

Kas Eesti peaks 18. mail kirjutama alla Eesti-Vene piirilepingule?

jah 38%
ei 62%
Kokku vastajaid: 5173


Ablehnung 62%, Ja 38%