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Samstag, Februar 15, 2020

Zum Jubiläum: kein Schnee!

1960 fand der erste Tartu Skimarathon statt - es wäre also in diesem Jahr ein rundes Jubiläum gewesen. Tauende Skifahrer*innen aus der ganzen Welt kommen jedes Jahr in die Gegend zwischen Tartu und Otepää - dieses Jahr wird es eine Enttäuschung werden. Es gibt keinen Schnee. Und auch die Menge des in Tehvandi vorbereiteten Kunstschnees reicht nicht aus, um die 63km Streckenlänge zu präparieren. Über 5.000 Skibegeisterte hatten sich bereits angemeldet - und werden nun entweder ohne Schnee planen müssen, oder enttäuscht wieder abreisen.
Ja, zugegeben - es gibt auch noch den Tartu Jooksumaraton (Nordic Walking), Tartu Rattaralli (Fahrradrennen), den Tartu Rattamaraton (Mountainbike-Rennen), den Rulluisumaraton (für Inline-Skater) und sogar noch einen Jooksumaraton (Waldmarathonlauf). Dennoch werden die Skifans wohl sagen: alles kein guter Ersatz! Die "Juubelimatk ("Jubiläumsreise") fällt aus - ersatzweise wird eine Wanderung zu Fuß angeboten.

Der "Marathonkalender" von Tartu
Auch aus Deutschland hatten sich bereits viele Teilnehmer*innen angemeldet. Einerseits haben Skireiseveranstalter das Event im Programm (z.B. Schulz / Sandoz, / Wildost), und noch im vergangenen Jahr waren die Verhältnisse so hervorragend gewesen, dass die Veranstalter vom "besten Winter seit langem" schwärmten (visittartu). Aber andererseits kann der Skimarathon auch nicht verschoben werden, denn der Termin ist fest verankert im internationalen Rennkalender (International Worldloppet).

Wahrscheinlich werden die Veranstalter auch die Teilnahmegebühr nicht zurückzahlen können, so zitiert die "Postimees" eine Aussage von Peeter Liik, dem Marketingchef beim Tartu Marathon Club. Es müsse erst mal gerechnet werden - eventuell könne man eine Gutschrift für 2021 berechnen.

Auch die Biathlon-EM wurde bereits jetzt von Estland nach Weißrussland verlegt (ran). Wirtschaft und Tourismus insbesondere in Otepää äußerten bereits ihre Sorge, die Absagen könnten zu erheblichen Einbußen führen (err). Am 8./9. Februar hatten auch bereits die Wettbewerbe der Nordischen Kombination in Otepää abgesagt werden müssen (ran).

Donnerstag, März 07, 2019

E-Land im Winter zum D-Land

Vom e-Land zum d-Land - so könnte dieser Tage eine Schlagzeile lauten. Oder, etwas zynisch: alles, was in Estland nicht komlett digital laufen kann, schafft Probleme. Der anlässlich der Nordischen Skiweltmeisterschaften in Österreich bekannt gewordene Dopingskandal hat vor allem ein estnisches Gesicht.

Nun hat auch noch der 33-jährige estnische Ski-Langläufer Algo Kärp in einem Interview mit der Tageszeitung Ohtuleht gestanden, zu dem in Erfurt festgenommenen Sportarzt Mark S. Kontakt gehabt und mit dessen Hilfe Blutdoping betrieben zu haben (sportschau).
"Ich kann doch nichts dafür!" Den anderen Sportlern im estnischen
"Team Haanja" - wie hier
Marko Kilp, estnisches Meister im Skispint -
bleibt im Moment nur ratlose Irritation
Kärp spricht von Reue - spricht aber gleichzeitig auch davon, seine Leistungen seien vor dem Doping besser gewesen als danach. "Ich war vorher nicht besser als 20. gewesen, und ich dachte so könnte ich unter die besten 10 kommen." Kann man so eine Reue ernst nehmen? Oder soll man es lieber zynisch kommentieren: "na, wenn der Rest der besten 20 eben auch gedopt ist, dann bringt es eben nichts!"

Es gibt auch Berichte über Nebenwirkungen des Dopings. Depressionen zum Beispiel. In diesem Zusammenhang wirkt es logisch: nicht in Form sein, mit Doping Leistungssteigerung erhoffen, diese nicht erreichen, und in Depressionen versinken.
"Zum Glück sind die anderen Doper die Esten, nicht die Letten", so ein Kommentar aus Österreich, "sonst wäre die Farbkombination unserer Flagge demnächst gleichgesetzt mit einer Doper-Flagge!" (Standard)

noch am 3.Februar 2019 stolz auf Instagram gepostet:
Andreas Veerpalu als estnischer Meister
In den estnischen Medien gibt sich Mati Alaver, Skitrainer und Vorsitzender des estnischen Skiverbandes, zerknirscht:er selbst sei es gewesen, der den estnischen Sportlern den Kontakt zu dem Erfurter Arzt vermittelt habe. Nun spricht Alaver vom "größten Fehler meines Lebens" - nun ja. Estlands Präsidentin Kaljulaid sah sich bereits bemüßigt, Alaver alle bisher verliehenen Orden wieder zu entziehen (err).

Im Fokus ist das "Team Haanja", dem alle drei erwischten Sportbetrüger (Andreas Veerpalu, Algo Kärp, Karel Tammjärv) angehörten. Der estnische Baukonzern "Merko" soll bereits angekündigt haben, die Zusammenarbeit mit dem "Team Haanja" beenden zu wollen.(tt)

Leichter haben es da die Funktionäre:  Urmas Sõõrumaa, Chef des Estnischen Olympischen Komitees, äußerte sich enttäuscht und schockiert über den Skandal (err). Sõõrumaa erklärte die estnischen Dopingkontrollen für ausreichend: "Sünder gibt es überall!"
Die estnische Presse beobachtete auch genau den Umgang der Ertappten Doper mit der Öffentlichkeit: während Karel Tammjärv sich noch in Österreich auf einer Pressekonferenz erklärte, waren Vater Andrus und Sohn Andreas Veerpalu erst mal einige Tage "verschwunden". Eine spätere Stellungnahme schickte dann Mama Angela Veerpalu den estnischen Medien. Diese liest sich so: "Ich wollte ja nicht abhauen, ich wollte nur zurück zu meiner Familie." (err) Dabei war die "Familie" - der Vater, 2013 selbst schon mal Objekt von Doping-Anklagen - ja die ganze Zeit selbst dabei.

Der bisherige Kulturminister Indrek Saar, ein Sozialdemokrat, äusserte Überlegungen, Doping in Estland gesetzlich zu einer Straftat zu erklären.Er wird allerdings voraussichtlich nach den Wahlen jetzt nicht Mitglied der Regierung bleiben.
In diesen Tagen beginnt in Schweden die Biathlon-WM. Auch die nicht auf den Skisport fixierte Magazine wie der "Kicker" haben nun offenbar den Tenor öffentlicher Generalverdächigungen aufgenommen und schon mal vorab Biathlonstar Martin Fourcade gefragt. Halten Sie Doping auch beim Biathlon für möglich? Darauf Fourcade: "Ich wäre nicht überrascht."

Es sollen ja bei dem jetzt angeklagten Erfurter Arzt noch ca. 40 weitere Blutbeutel gefunden worden sein, nur mit Codenamen versehen. Die Untersuchungskommission wird versuchen, diese mit vorhandenen Blutproben verschiedener Sportler zu vergleichen. Man darf gespannt sein, was in dieser Sache noch zu Tage gefördert wird.


Samstag, Februar 12, 2011

Toter Vogel an der zugefrorenen See


Dead bird on a frozen sea
Ursprünglich hochgeladen von remanufactory
Der Titel des Fotos von remanufactory. Er gewährt uns einen Blick auf den Eiszustand an der Küste. Das wird wohl ein langer Winter. Und jemand hatte Hunger gehabt, siehe unten links.

Dienstag, Januar 04, 2011

Frohes Neues Jahr!


New year's eve!
Originally uploaded by Mait Jüriado
Wünscht Mait Jüriado. Wer keine Probleme mit gestellten Aufnahmen hat, sollte mal bei seinem Photoblog vorbeischauen.
Mait Jüriado
Diese Schneeaufnahmen werden wir wohl auch noch in den nächsten Monaten sehen. Es schneit weiter. Auch wenn leichtes Tauwetter zum Wochenende vorhergesagt wird.

Mittwoch, Dezember 22, 2010

Von der Strasse abgekommen


IMAG0260.jpg
Originally uploaded by Ruukel
Bloss, wo ist die Strasse?
Schon bald zwei Wochen her, und der Winter hat erst angefangen, offiziell.




Hier ist die Tageshöchsttemperatur seit Ende Oktober, deutlich ist der Knick nach unten Ende November, Beispiel Tartu.

Und wichtig, die Tagestiefsttemperatur, die schon vor einem Monat Richtung - 20°C ging:

Quelle: wetteronline.de

Montag, Dezember 13, 2010

Freitag, Dezember 03, 2010

Die Ostsee im Winter


Vielleicht habe ich ein Eis-Trauma. Einen Winter lang bin ich vier Mal mit der Fähre von Deutschland nach Estland und zurück gekreuzt, und keine einzige Eisscholle war zu sehen. Das war zur Zeit der ersten überdurchschnittlich warmen Winter. Setdem gab es aber auch wieder richtig kalte Winter und die Fähren müssen sich dann durch von Eisbrechern freigehaltene Schneisen den Weg nach Tallinn bahnen.
Dieses Jahr geht es wieder zuerst zwischen den Inseln los: Die Vereisung. Und in der Bucht von Pärnu bewegt sich die Stärke des Eises schon auf 10cm zu.
Quelle: The Baltic Sea Portal

Dienstag, November 30, 2010

Noch mehr Winterfotos


IMG_0065
Originally uploaded by caged_devil
Im November. Eine Szene in Tallinn.

Meanwhile in Estonia...
von Sullivan
Das Gute dabei: Wenn jetzt in dieser dunklen Jahreszeit die Sonne rauskommt, wird es deutlich heller als gewöhnlich. Besser so, als bei grauem Regenwetter den Winter zu überstehen:
winter2010-11-5
von fireamsey

Und auch mal bei eestiche vorbeischauen, seine Eindrücke aus Tallinn. Ein sehr persönlicher Blog über das Leben in Estland.

Und die Ruhrbarone: EstNische (7)> Schneekarte

Dienstag, Januar 05, 2010

Москвич nach Rekordschneefällen in Tallinn

Gemeint ist der PKW. cj. sveningsson hat es dokumentiert. Und das Anfang Januar.

Dieser Winter lohnt wohl wieder einen Blick auf die Vereisung der Ostsee. Die Meereszonen zwischen den estnischen Inseln und dem Festland sind bereits zu.

Montag, November 24, 2008

Wintereinbruch


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Originally uploaded by anjok
Und die Ersten sitzen seit Sonntag ohne Strom in ihren Häusern:

Flasher_t mit einem ersten Bericht: good skiing weather

Hier ein paar Winterbilder der letzten Tage und Sonntag.

Mit einer Kamera sind einige Szenen in der Nacht auf dieser estnischen Wetterseite festgehalten, unten rechts.

Freitag, April 07, 2006

Ice Age - Es taut, aber langsam

Hier die neuesten Eismeldungen von der Ostsee. Die Finnen haben da einen sehr praktischen Dienst mit Kartengraphiken, wo die grauen Zonen die Zentimeterstärke der Ostseevereisung angeben. Der Frühling lässt auch in Estland auf sich warten. Im März war die Eisdecke zwischen Tallinn und Helsinki sogar geschlossen.

Mittwoch, April 27, 2005

Winter und Schnee


Der Winter hat im April noch einmal Schnee in Estland hinterlassen. Nichts Ungewöhnliches. Aber das Klima in einem Land der Größe Belgiens kann sehr unterschiedlich sein. Das Geografische Institut in Tartu hat auf seiner Homepage ein paar Grafiken darüber veröffentlicht. Hier die Anzahl der Tage mit Schneebedeckung. Am längsten hält sich diese südlich von Rakvere und im Skigebiet zwischen Tartu und der lettischen Grenze. Auf den Inseln taut es am schnellsten wieder ab. Etwas anderes ist die Vereisung der Ostsee. Sie setzt erst mit etwas Verspätung im Winter ein. Wer es darauf abzielt, einmal mit der Fähre durch das Packeis nach Helsinki und Tallinn zu fahren, sollte vorher bei den Finnen mit ihren Eismeldungen nachschauen ("Jäätä"- die grauen Zonen sind vereist). Im Moment gibt es noch Küsteneis vor St. Petersburg und besonders im Bottnischen Teil der Ostsee.