Samstag, Juli 21, 2012

Paljassaare

"kalevkevad" erforscht unermüdlich Tallinn. Das hier von der Halbinsel Paljassaare.
Wikipedia:
"Über Jahrzehnte waren große Teile der Halbinsel militärisches Sperrgebiet. Bereits 1912 wurde mit dem Bau einer russischen Seefestung begonnen. Zum Kai des Kriegshafens der Seefestung führte eine kleine Eisenbahn. Während der sowjetischen Besetzung Estlands entstand auf Paljassaare ein kleiner Wohnbezirk. Dort wurden auch ein Fischereihafen (Paljassaare sadam) und die zentrale Pumpstation der Stadt Tallinn angelegt.

Paljassaare wird heute teilweise als Industrie- und Hafengebiet genutzt und ist im Norden Naturschutzzone."

Hoppla, was für ein Zufall; gerade habe ich mal nachgesehen, was denn Kadri Kõusaar so treibt: Photoshooting in Paljassaare. _MG_0689u1 Hier das ganze Album Paljassaare 2012

Dienstag, Juli 10, 2012

"Märchen-Jungfrau"

Fair maiden at the top by BuddaBoy
Fair maiden at the top, a photo by BuddaBoy on Flickr.

Aufgenommen von einer Gruppe von der Insel (UK). Eine geplante Stag-Party für einen Freund. Das wollen also manche sehen. Ich find es in diesem Fall okay. Hier das Album zu Jim's Stag Do.

Bier spielt natürlich eine Rolle.

Freitag, Juli 06, 2012

2012 waren wir in Lüneburg ...

Die Internationalen Hansetage 2012 fanden rund um das vergangene Wochenende in Lüneburg statt, seit 1412 zum 600.mal. Allerdings heisst die veranstaltende Vereinigung inzwischen "Neue Hanse", 1980 neu gegründet, mit - nach eigenen Angaben - inzwischen 176 Mitgliedsstädten. Hier im Blog waren unter anderem Bilder vom Hansetag 2006 in Osnabrück zu sehen. "Jedes Jahr werden es mehr Teilnehmer" meint Lüneburgs OB Ulrich Mädge, "und bis ins Jahr 2038 haben wir schon Voranmeldungen der Ausrichterstädte".
Nach Pärnu 2010 und Kaunas 2011 tourt das Hanseanliegen nun noch ein paar Jahre durch Deutschland: 2013 wird das westfälische Herford an der Reihe sein, 2014 Lübeck, bevor es 2015 wieder nach Viljandi in Estland gehen wird.

Estnische Gäste in Lüneburg:
Piret Aus und Ülle Jantson
Ein paar Eindrücke vom Hansetrubel: erstaunlicherweise wirkt die Lüneburger Altstadt fast zu groß, um die Massen aufzunehmen. Zwar gab es einzelne Abschnitte, wo sich die einzelnen Städte Zelt an Zelt darstellten, aber dazwischen fanden sich auch immer Straßen, die entweder völlig leer, oder die eben den üblichen Einkaufsrush zu bieten hatten: die Hansetage waren als verkaufsoffenes Wochenende gestaltet - was vermutlich auch denen entgegen kam, die neben ihrem musikalischen Gastauftritt auch noch dringende Besorgungen ins Auge gefasst hatten.
Lederhandwerker aus Tartu
Dabei gab es mehrere mögliche Auftrittsformen für die Gäste: teilweise etwas abseits, von Sperrgittern abgeschirmt, und auf deutlich angehobener Ebene fast über den Köpfen der Gäste waren die großen Bühnen angeordnet. Während hier morgens die zarten Töne einer Kannel sich Geltung zu verschaffen versuchten, sang nachmittags im selben Setting Mary Roos mit Band, und abends rockten hier Ted Herold und Geier Sturzflug. Zudem waren auf den verschiedenen Bühnen nicht immer Moderatoren im Einsatz (in schlichter Funktion als "Ansager" hätte gereicht), so dass diejenigen Bühnen, wo solcher Service zuverlässig vorhanden war, besonders angenehm wirkten (sicher auch für Deutsch-unkundige Gastmusiker). Aber es gab auch immer wieder "Musik am Zelt" - Musiker/innen unterstützten den Auftritt ihrer Stadt - und das kam immer gut an. Und nur die wirklich großen Bühnen waren so abgeriegelt und vom gemeinen Publikum etwas abgehoben - alles anderes mischte sich bunt durcheinander: Musiker, Gäste, Kunsthandwerker, Städtepräsentationen und spezielle Vorführungen. Estnische Beteiligung gab es auch bei "HanseArtWorks", einer Ausstellung künstlerischer Arbeiten (aus Pärnu Janno Bergmann, aus Tallinn Siim Tanel Annus, aus Tartu Markus Kasemaa und aus Viljandi Priit Pangsepp). Und auch beim "Hanse-Hornfest" gab es kräftige Unterstützung aus Estland.

Erstaunlich, wie oft in den Altstadtstraßen von Lüneburg Menschen anzutreffen waren, die bereits mehrere Hansetage besucht hatten. Vielleicht sind dies gerade die Menschen aus kleineren deutschen Hansestädten, die diese Möglichkeit als Treffpunkt und Möglichkeit zum Kennenlernen und Austausch gerne wahrnehmen. So ist es 2013 dann Herford, eine international sicher nicht allzu bekannte Stadt, die als Veranstalter der nächsten Internationalen Hansetage die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.

Piret Aus und Ülle Jantson from Albert Caspari on Vimeo.

mehr Fotos

Webseite Hansetage Lüneburg

Samstag, Juni 30, 2012

Traditionen auf Kihnu

Traditions kept on Kihnu by kalevkevad
Traditions kept on Kihnu, a photo by kalevkevad on Flickr.

Mittsommertage auf der Insel Kihnu. Der Norweger "kalevkevad" ist dort gelegentlich zur Johannesfeier unterwegs.

Dienstag, Juni 26, 2012

Dem europäischen Mittelmaß angenähert ...

Keine Angst hat der Schweizer Fußballmeister FC Basel offenbar vor dem Mitte Juli zu erwartenden Gegner in der Qualifikation zur Champions-League. Ob das an dem durch den Testspiel-Sieg gegen Deutschland gehobenen Fußball-Selbstbewußtsein der Alphornbläser liegen kann? Flora Tallinn sei zwar neunfacher estnischer Meister, habe aber erst einmal die erste Qualifikationsrunde überstanden, weiß die Neue Züricher Zeitung. Bei Flora Tallinn seien  sechs Spieler des aktuellen estnischen Nationalteams zu finden, und dieses habe sich in den letzten Jahren "dem europäischen Mittelmaß angenähert", so die Einschätzung. "Unterschätzen verboten", empfielt aber dennoch die Basler Zeitung. "Ein wenig bekannter Underdog" meint ein Kommentar des Schweizer Fernsehens (SF). Immerhin gibt man dort zu bedenken, dass Flora Tallinn zwar im vergangenen Jahr knapp an den Shamrock Rovers aus Irland gescheitert seien, diese dann aber als erster irischer Club überhaupt an der Gruppenphase der Championsleague teilgenommen haben.

In der Qualifikation zur Euro-League wird es gleich zwei "baltische Duelle" geben. Einmal zwischen dem FC Šiauliai (Litauen) und FC Levadia Tallinn (Estland), und auch zwischen dem FK Sūduva aus Litauen und FC Daugava aus Lettland. Die Spieltermine sind hier für den 5.7. und 12.7. angesetzt. "Levadia Tallinn" (früher "Levadia Maardu" genannt) ist benannt nach dem aus der Ukraine stammenden Clubpräsident und Geschäftsmann Viktor Levada, der zuletzt durch finanzielle Schwierigkeiten der ihm gehörenden Firmen in die Schlagzeilen der estnischen Presse geriet.

Webseite FC Flora Tallinn / UEFA Auslosungsergebnisse  / Euro-League Auslosung
Webseite FC Levadia Tallinn

Sonntag, Juni 24, 2012

Võidupüha paraad

23. Juni Cesis, der Sieg über die deutsche Landeswehr im Freiheitskrieg - 1919. Das ist ein traditioneller Feiertag in Estland und wurde jetzt mit einer Parade in Pärnu gewürdigt.

Mittlerweile gibt es auch eine übersichtlichen Wikipedia-Artikel dazu. Die Schlacht von Wenden:
Am 19. Juni eröffnete die Eiserne Division die Kämpfe mit einer Attacke auf die estnischen Positionen nahe Limbaži.[2] Bei Straupe geriet der Angriff ins Stocken. Am 21. Juni griff die Landeswehr von Cēsis aus in drei Angriffskolonnen an. Die rechte Gruppe sollte über Rauna vorgehen, die linke entlang der Straße nach Valmiera. Als Aufgabe der mittleren Gruppe war vorgesehen, zwischen den Flügeln vorzugehen und die Bahnlinie Walk – Valmiera zu sperren. Die Angriffe der Landeswehr kamen besonders bei der linken Angriffsgruppe am Bahnhof Lode ins Stocken. Estnische Verstärkungen wurden direkt von der Bahnrampe ins Gefecht geführt. Nach dem Scheitern des Durchbruchs war die linke Flanke infolge einer Niederlage bei der Eisernen Division gefährdet, was zum beschleunigtem Rückzug der Landeswehr am 23. Juni führte.

Dienstag, Juni 05, 2012

Unterwegs

IMG_2731 by xmacex
IMG_2731, a photo by xmacex on Flickr.

Mace Ojala, wahrscheinlich aus Finnland, hat die Estland-Tour festgehalten. Dabei mal andere Perspektiven.

Freitag, Juni 01, 2012

Endlich: Estland jetzt Vorbild für deutsche Linke!

Das Erscheinen der deutschen Piratenpartei auf der politischen Bildfläche hat offenbar manche festgefahrene Strukturen durcheinandergebracht. Wer wie Ex-Szenen-Ikone und Berlin-Bärchen Wowereit noch hoch zu Ross verkündet: "Parlamentarismus muss man lernen!" (bei Markus Lanz, 31.5.12) aber selbst Riesenpleiten wie beim Berliner Flughafenneubau hinlegt, der darf sich wohl über Popularitätsverlust nicht wundern.
Noch mehr beunruhigt sind aber diejenigen, die sich gern als politisches "Zünglein an der Waage" sähen, wenn denn endlich die Regierung Merkel ernsthaft ins Wanken gerät (oder Neuwahlen anstehen). "Linke" wie "Grüne" sehen es teilweise ähnlich wie Wowereits öffentliche Äußerungen klingen - und andererseits versucht man doch mit Argumenten nachzurüsten. Und da auch bei der einst streng staatssozialistischen Linken inzwischen nicht nur das personelle Chaos eingetreten ist (weder Oskar noch Sarah wollen die Einheitspartei führen), manche gar Schlimmeres befürchten (DDR-Anwalt Gysi befürchtet die Spaltung -siehe FOCUS), versuchen andere die von den Piraten aufgeworfenen Themen zu bearbeiten und selbst für sich zu nutzen.
NRW-Oberpirat Joachim Paul argumentierte selbst sogar noch während der "Elefantenrunde" der NRW-Spitzenkandidaten schon mit einem "Modell Tallinn", dass dort auch erst in der Planung ist (gemeint ist der fahrscheinlose Zugang zu Bus und Straßenbahn). Andere denken sich aber offenbar: na, wenn die (Piraten) trotzdem gewählt werden, versuche ich mal auf derselben Welle zu surfen.

So argumentiert neuerdings die Fraktion "Die Linke" im hessischen Landtag mit dem Vorbild Estland. Ihr dort in dieser Woche eingebrachter Antrag formuliert es so: "Ein freies WLAN für alle, das einen schnellen Internetzugang jederzeit und an jedem Ort ermöglicht, stellt einen wichtigen Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge dar." Und weiter, als Begründung dafür: "Beispielsweise in Estland haben Einwohnerinnen und Einwohner einen gesetzlich garantierten Anspruch auf kostenlosen Zugang ins Internet. Im ganzen Land sind dort fast 2.000 Drahtlos-Zugangspunkte und 700 öffentliche Terminals installiert. Die Folge sind hervorragende Ansiedlungsbedingungen für Unternehmen – nicht nur der Informations- und Kommunikationselektronik. Im Vergleich dazu ist Deutschland, ist Hessen ein Entwicklungsland." (siehe auch: ausführliche Begründung)

Bahnbrechende Erkenntnisse! Ob sich die Vertreter der LINKEN denn schon bei der estnischen Regierung für diese vorausschauende Politik bedankt haben? Oder den Nutzen für die Bevölkerung Estlands im Vergleich zu den trost- und perspektivlosen Sowjetzeiten gelobt haben?
Vielleicht mag man sich mit weiteren Wlan-Fans verbünden. Buchautor Markus Albers schrieb schon 2008 in seinem Blog von "Tallinn, der modernsten Stadt der Welt." Soweit möchten wir heute noch nicht gehen - aber schon geht die Diskussion einen Schritt weiter. Die hessischen GRÜNEN schalten sich per Presseerklärung in die Diskussion ein (siehe auch: Hessen-Tageblatt) und möchten sich gerne als die besseren "Estland-Versteher" gewürdigt sehen. Nicht das Wlan sei umsonst, sondern nur der Internet-Zugang, wollen die Hessengrünen wissen.

Also, Estland-Urlauber, aufgepasst: wenn sie demnächst gemütlich in einem Café in der Tallinner Altstadt sitzen, und neben ihnen wird ein Laptop aufgeklappt, bitte nicht wundern wenn diese Wlan-Probierer dann vielleicht vermehrt auch die roten Flaggen oder die Sonnenblume tragen. Sowas nennt sich dann "berufliche Weiterbildung", jahreszeitlich angepaßt.

Mittwoch, Mai 30, 2012

Ziel Olympiade

Zehnkampf, Götzis, das legendäre Meeting am Anfang der Saison in Österreich. Weltrekordversuche sind nicht selten. Der deutsche Zehnkämpfer versuchte sich diesmal an seiner Bestmarke von über 8400 Punkten. Fast hätte er es geschafft. Und scheinbar hat sich die Wintervorbereitung in Estland gelohnt. Er hat dort einen estnischen Trainigspartner, Andres Raja. Beide waren bei der WM in Daegu im letzten Jahr. Aber nicht nur in Estland trainieren sie, auch Südafrika stand auf dem Programm. Ein bisschen Narzismus kann nicht schaden, das gehört zur Leichtathletik. !) PascalZehnkampf auf Youtube. Leichtathletik.de:
Dass der Este Erki Nool, Olympiasieger 2000 in Sydney (Australien), seine Anfrage zunächst wegen Zeitmangel ablehnte, schreckte Pascal Behrenbruch nicht ab. Über einen gemeinsamen Bekannten erreichte er ein dreitägiges Probetraining in Tallinn. Auch dass ihn der 42-Jährige mit einer Bestleistung von 8.815 Punkten richtig hart rannahm und ihm anschließend einen mehr als anspruchsvollen Trainingsplan mit nach Hause gab - Pascal Behrenbruch zog durch und schließlich auch um. „Am 1. November habe ich mein Auto vollgepackt, den Hund reingesetzt und bin über Lübeck und Helsinki mit der Fähre nach Tallinn gereist.“ Und dort ist er geblieben. Kurz nach seiner Ankunft stellte ihm Erki Nool seinen ehemaligen Trainer Andrei Nazarov vor, der einen Teil der Betreuung übernahm. Während Pascal Behrenbruch zu Beginn die Laufdisziplinen und den Stabhochsprung mit Erki Nool trainierte, hat heute Andrei Nazarov fast das ganze Training übernommen. „Erki kommt heute nur noch manchmal zum Stabhochsprung vorbei und ist immer eine große Motivation für mich“, sagt Pascal Behrenbruch.
Der ganze Artikel hier: Hundert volle Prozent. Im Januar: Trainingspartner Andres Raja in Daegu 2011: Andres Raja

Donnerstag, Mai 24, 2012

Estland und Azerbaijan

Etwas zwiespältig erscheint die Berichterstattung aus Baku in dieser Woche, wo der Eurovision Song Contest (ESC) dieses Jahr ausgetragen wird. Von Menschenrechtsverletzungen und fehlender Pressefreiheit ist die Rede. Heute tritt Ott Lepland im 2.Halbfinale für Estland an, und was gibt das estnische Aussenministerium zum Thema "Azerbaijan" bekannt?

"Azerbaijan eröffnet e-Government Plattform, geschaffen von estnischen Firmen." Nun kann man sich fragen, was dieser Versuch bedeuten soll: der Beweis dass der europäische Trällerwettbewerb doch etas mit Politik zu tun hat? Oder die Aufforderung an die estnische Presse, nicht allzu kritisch zu berichten falls Lepland das Finale nicht erreichen sollte? Oder eher der Versuch zu zeigen "wir haben auch dann noch etwas zu bieten wenn wir die Show verlieren sollten?"

Na gut, letztes Jahr wurde Getter Jaani von der internationalen Presse zur Favoritin geschrieben und stürzte steil ab. Mal sehen, was dieses Jahr in Baku passiert.
Wen das nicht kümmert, besucht vielleicht die "Routes Europe", die dieser Tage in Tallinn stattfindet. Die größte europäische Veranstaltung zum Thema Streckenentwicklung aller Zeiten, heißt es in der Luftfahrtbranche. Oder, wie das "Fly-in-Magazin" es ausdrückt: "nach dem Eurovision Song Contest 2002 die zweitgrösste Veranstaltung, die jemals in Estland stattgefunden hat." Und schon erscheint Baku wieder ein klein wenig unbedeutender.

Zusatz: 
auch in Estland gibt es andere Berichte zu Azərbaycan (Aserbaidschan)

Samstag, Mai 19, 2012

Domainklau aus Estland?

An verschiedenen Stellen in deutschen Regionalzeitungen und auf Radgeberportalen sind Geschichten zu lesen denen zufolge regionale Webdomains auf angeblich nebulöse Weise in fremde Hände geraten können. Auch Anwälte wie Thomas Meier schalten schon Ratgeberseiten: "Wie man eine geklaute Domain zurück holt." Rechtsanwalt Meier beschreibt den Vorgang so: "Man bekommt keine Emails mehr und stellt fest: der eigene Provider hat die Domain verkauft, versehentlich übertragen oder einfach verloren." Erwähnt wird dabei eine offenbar häufig vorkommende Variante: neuer Inhaber ist eine Maie Nuckoes FIE aus Estland.
Auch Warnhinweise einiger Geschädigter (hier: Erich) sind nicht schwer zu finden.
Und fast gleichzeitig gibt es Hinweise auf Domainnamen, die "Maie Nuckoes" angeblich verkauft: ein Beispiel. Legal oder illegal? Manche Domain-Abfragen ("Whois") ergeben, dass unter diesem mysteriösen Namen viele Tausend Domains registriert sind. Von Schulen über Shoppingseiten bis zur Freibad-Domain der kleinen Gemeinde Ganderkesee, wie der "Weser-Kurier" aktuell berichtet. Ob die Überschrift "Seite in estnischer Hand" stimmt, läßt sich schlecht überprüfen - der Admin sitzt meist in Berlin, Personenüberprüfungen sollen angeblich ins Leere laufen. Welche Kriminelle ("Domaingrabber") es auch immer sind: treffend ist die Warnung vor kriminellen Machenschaften, und Vorsicht hier etwas teuer zurückkaufen zu wollen. Wer mehr weiß, möge es hier ergänzen.

Weitere Infos zu Domaingrabbing: Rackblogger, "The-ba-Blog", Internetworld.

Über in Estland registrierte Domains: estnische Internet Foundation

Samstag, Mai 12, 2012

Türgi välisminister

Ob das deutsche Auswärtige Amt auch solche Fotos auf seiner Webseite veröffentlichen würde, mit einer Commons-Lizens versehen?
Nun, das hier ist der Empfang für den türkischen Aussenminister auf dem Lennart-Meri-Flughafen.

Update: Und vor diesem Besuch gab es bereits den gemeinsamen Nordic-Walk in der Türkei, in Istanbul. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Estland scheinen gut zu sein. Die Esten erinnern auf der Botschaftsseite daran, dass in der Vorkriegszeit die Türkei nicht allzu viele diplomatische Vertretungen im Ausland hatte, aber Estland gehörte dazu. Hier knüpft man nun an: Estland unterstützt eher, als bremst, die Annäherung der Türkei an EU-Europa. Nordic walk in Istanbul

Freitag, Mai 11, 2012

Lasnamäe im Frühjahr

Lasnamäe, Priisle centre by MissTerje
Lasnamäe, Priisle centre, a photo by MissTerje on Flickr.

Priisle Zentrum. Mal schauen,was Miss Terje in Zukunft noch auf Lager hat. Das ist eine ihrer ersten Aufnahmen im Photostream.
Lasnamäe, einer der großen Vorstadtbezirke Tallinns.

Dienstag, Mai 08, 2012

Lüneburg bereitet sich auf Hansetag vor

"Wer das verpaßt, muss 176 Jahre warten, bis wir zum nächsten Mal mit der Ausrichtung an der Reihe wären!"







So selbstbewußt wirbt eine Mitarbeiterin des Projektbüros "Hansetag" in Lüneburg (der Partnerstadt von Tartu) im Norddeutschen Fernsehen (siehe Clip)
Der Hansetag feiert vom 28.Juni bis 1.Juli 2012 in Lüneburg sein 600-jähriges Jubiläum. Der erste Hansetag in Lüneburg fand 1412 statt. Näheres zum Ablauf und Programm:
Programminfos als PDF   --- Webseite des Hansetags in Lüneburg

Freitag, April 27, 2012

Ein klassisches Motiv

Aber hier kommt der Mittelalter-Charakter der Altstadt gut rüber. Das Rathaus mit dem Turm vor allem und auch rechts ein Haus mit gotischen Fensterbögen.

Sonntag, April 22, 2012

Nationale Unglücke

Die Love Parade von Duisburg wird so eines sein. Männiku plahvatus ist so was für Estland. Nicht der Untergang der Estonia, aber ein Unglück in der ersten Unabhängigkeitszeit. 1936, da waren Deutsche und Esten noch an vielen Projekten zusammen beteiligt. Und so waren die Opfer auf beiden Seiten. Militärische Forschung war der Auslöser, eine Explosion in Männiku in Tallinn. Am Ende wurden sie getrennt durch die Zeitläufte. Männiku plahvatus Die Nachrufe: Männiku plahvatus Darüber gibt es kaum deutschsprachige Internetquellen. Nur estnische.

Dienstag, April 17, 2012

TŠERNOBÕLI SAMURAID

Englisch: The Samurai of Chernobyl. Das ist, was gerade in den estnischen Kinos anläuft. Der Hintergrund: Männer aus Estland sind nicht ganz unbeteiligt an den Aufräumungsaktionen anno 1986: Tschernobyl aus estnischer Sicht. Etwa 2 Prozent aller damals 20 und 30jährigen waren dort im Einsatz.

Freitag, April 06, 2012

Im Soomaa-Nationalpark

Hier ein guter Eindruck vom Kanu fahren. Siehe vorletzter Post. Aivar Ruukel kommt auch drin vor. Mit englischen Untertiteln.

Sonntag, April 01, 2012

Estnische Tauben im August

Kaum ist der Frühling so richtig spürbar, denken einige schon wieder an den Herbst - und das sogar mit einer gewissen Vorfreude. Die estnischstämmige finnische Autorin Sofi Oksanen (ihre Mutter ist Estin) gab bekannt, dass sie am 31.August in Helsinki und bereits einen Tag vorher in Tallinn ihr neues Buch vorstellen wird. In Estland wurde die Presse bereits aufmerksam (siehe Eesti Päevaleht), dem estnischen Außenministerium war es eine gesonderte Pressemeldung wert. Soviel ist bereits klar: auch die Handlung des neuen Buches, dessen Titel mit "“Kun kyyhkyset katosivat”" (als die Tauben verschwanden) angekündigt wird, spielt wieder in Estland. Diesmal soll es der Zeitabschnitt der 30er bis 60er Jahre sein. Die Buchpräsentation wird also bereits am 30.August in Tallinn stattfinden - höchst wahrscheinlich parallel zur Premiere der Verfilmung von Oksanens Erfolgsroman "Fegefeuer" (Bericht zu den Dreharbeiten in Tallinn bei "Solarfilm").

2010 hatte Oksanen ihrem damaligen Verlag WSOY mangelnden Einsatz für ihr Buch "Fegefeuer" vorgeworfen - nun möchte sie wohl zeigen, wie besseres Marketing geht. In Finnland soll es schon Angebote von Reiseagenturen mit Fahrten zu den historischen Orten der estnischen Romanstory geben. Auch in Schweden ist von Reisen zur Vorstellung des neuen Romans (Package inklusive Buch) zu lesen. Leider ist ja "Fegefeuer" das bisher einzige Buch Oksanens, das auf Deutsch vorliegt - ob es deshalb aber weniger deutschen Fans gibt, die ihren Urlaub an den genannten Tagen nach Helsinki oder Tallinn verlegen, bleibt abzuwarten. Die Erfolgsautorin ist offenbar auch der Meinung, das noch viel zu wenig über die wichtigen Abschnitte der estnischen Geschichte bekannt ist: 2009 erschien die Artikelsammlung "Kaiken takana oli pelko" ("Hinter alledem stand Angst" - Co-Autorin Imbi Paju) - publiziert am 60ten Jahrestag der sowjetischen Massendeportationen von Esten nach Sibirien (25.3.1949)
Illustration der Premiere von "Fegefeuer" an der
Nationaloper Helsinki mit Helena Juntunen und
Johanna Rusanen-Kartano in der Rolle der "Aliide"

Bisher "fegefeuert" es an vielen Orten: 2009 war das Stück bereits beim Theatertreffen Berlin und am Volkkstheater Rostock präsent. Im April wird es jetzt in einer Opernversion des estnischen Komponisten Jüri Reinvere an der Nationaloper in Helsinki vorgestellt, die Theaterversion steht derzeit sowohl am Schauspielhaus Kiel, am Schauspiel Hannover wie auch am Theater Osnabrück auf dem Spielplan. Am Arcola Theatre in London wird eine englische Fassung gespielt (Berichte dazu siehe "Morning Star" oder "The Telegraph"). Nach (Stalins)Kühen nun Tauben. Wir sind gespannt.

Mittwoch, März 28, 2012

Kanu fahren im Auenwald

Paddling in Alluvial Forest by Ruukel
Paddling in Alluvial Forest, a photo by Ruukel on Flickr.

Wo jetzt die Wintersportarten ihrem Ende entgegen sehen, kann man sich auf die Frühjahrsaktivitäten umstellen. Wie wäre es mit Paddeln im Soomaa-Nationalpark. Man muss nur auf die Bäume achten.

Aivar Ruukel steht hinter diesem Ökotourismus:
Wilderness experience in Estonia, die Touren. Und auf der Seite von Ecoclub.com schildert er die Hintergründe seiner Aktivitäten. ...
Life in Soomaa depends more on climate than anywhere else in Estonia, the waters here are extraordinary – the numerous rivers meet in a rather small area between fens and swamp forests. Water from the nearby uplands can during the spring time melting or rain season unleash such an avalanche of water that rivers break out of their banks. This almost Biblical flood happens every year. Flood is called the fifth season by local people. Very often the dugout canoe was the only means to get out of the house and that is why it has been preserved in families living in the vicinity of the national park. More about building and use of dugout canoes made of aspen log you can find at http://haabjas.blogspot.com/

Montag, März 26, 2012

Estland inspiriert

Let's do it, Austria! Mit diesem Slogan möchten die Initiator/innen einen umfassenden Frühjahrsputz in Österreich auslösen. Und nicht nur das: der Hinweis, die Idee sei in Estland gestartet worden (siehe Beitrag in diesem Blog) soll wohl eine besondere Motivation für das Alpenland darstellen. Zwar ist es diesmal nicht direkt eine Internet-Technologie, die Estland international bekannt macht, aber die Art, Gleichgesinnte und Akteuere zu gewinnen ist sicherlich ebenso stark auf die virtuellen Wege und Netzwerke im Netz konzentriert. Immerhin erreichen die Initiatorinnen auch die eigenen, traditionell verbreiteten Medien - wo sich in Estland 50.000 Aktivist/innen versammeln, da kann doch Österreich nicht zurückstehen! Weniger illegale Müllkippen als in Estland seien in Österreich aufzufinden, so wissen "Der Standard", ORF und "Kleine Zeitung", aber vieles werde doch einfach achtlos weggeworfen, vor allem auf Gelände im Gemeindebesitz. Am 21.April ist nun "Putztag" - auch wenn in manchen Internetforen starke Zweifel vorherrschen ob die Aktion langfristig Umweltprobleme beseitigt. Aber es wird sich zeigen, ob die anvisierten 100.000 Teilnehmer auch erreicht werden.

Webseite der Initiative "Let's do it Austria"

Fahrscheinfrei im Stadtverkehr! Von wem Bürgermeister Savisaar und der Stadtrat Tallinn genau inspiriert wurden, in der vergangenen Woche die Einwohner Tallinns über die Frage der Einführung eines kostenfrei zu benutzenden Öffentlichen Nahverkehrs abstimmen zu lassen, ist nicht bekannt. Jedenfalls fand die Idee mit 75,5% Ja-Stimmen große Unterstzützung (siehe Postimees). Allerdings haben sich nur etwa 20% (68.000 Menschen) der Tallinnerinnen und Tallinner an der Abstimmung beteiligt. Mit "kostenfrei" ist keinesfalls die Variante gemeint, wo Schwarzfahrer sich zusammentun und auf ein gemeinsames Konto für den Fall einzahlen dass sie mal erwischt werden. Schon eher orientiert man sich an der Stadt Hasselt in Belgien, die schon in den 90er Jahren kostenlose Busbenutzung in der 65.000-Einwohner-Stadt einführte. In Deutschland wurde der sogenannte "fahrscheinlose Bus- und Straßenbahnverkehr" in letzter Zeit vor allem von der Piratenpartei in die öffentliche Diskussion eingebracht (z.B. Hamburg), die ja ähnlich wie das Land Estland bisher auch von der Konzentratione auf Internet-Kommunikation setzt. Aber Savisaar als Ober-Pirat? Kaum vorstellbar. Ob sich anders herum die deutschen Piraten demnächst auf Tallinn berufen werden - abwarten. Wer genau nachliest kann erfahren, dass der Stadtrat Tallinn erst in den nächsten Monaten ein Gesamtkonzept für diesen "fahrscheinlosen" ÖPNV vorstellen will. Eingeführt werden soll das neue System Anfang 2013. Statistiken zufolge sind gegenwärtig 75.000 Menschen in der estnischen Hauptstadt im Besitz von Monatskarten, davon 23.000 Kinder und Jugendliche.
Die im Stadtrat Tallinn in der Opposition befindliche Reformpartei kritisierte die für die Durchführung der Abstimmung notwendigen Aufwendungen von angeblich 260.000 Euro.

Infos zu Tickets in Tallinn

Samstag, März 24, 2012

Tallinn - Achtung Werbung!

Das finden manche in den Kommentaren zu oberflächlich. Na dann: bitte besser machen in zwei Minuten. Mir gefallen die Koreaner, Chinesen oder Japaner am Anfang. Und was ladet der normale Internetbenutzer von Tallinn hoch. Eben solche Bilder wie im Video. Ich gehe tausende Fotos durch. Und alle posten das Gleiche. Altstadt Tallinn. Selber schuld. Ihr Authentiker, wo seid ihr? Plattenbauidylle am Stadtrand, los postet. Ich verbreite das dann hier. Tipp, Andrei Tuch. Mein täglicher Nach-Hause-Weg 1992 in Tartu, könnte auch Tallinn sein. Aber das ist lange her. Tartu 1992 Annelinn selvehall Oder auch spannend, ausgebrannte Kioske von 2007. Nach Selbstbedienung. Best known kiosk in Tallinn Oder Ginseng in Tallinn: Zenzen viin Womit wir wieder bei Koreanern wären.

Spätwinterfreuden

Untitled by Jagomägi
Untitled, a photo by Jagomägi on Flickr.

Estland hat Berge. Hab ich ja schon mal gepostet. Eine schöne Bestätigung. !-)

Samstag, März 17, 2012

Geduldsprämien

"Die Esten sind geduldiger und toleranter als andere Völker auf diesem Planeten", so soll es Marju Lauristin, gegenwärtig Profesorin an der Universität Tartu, ehemals mehrfache Ministerin und Mit-Gründerin der estnischen Rahvarinne ("Volksfront"), in einer estnischen Talkshow gesagt haben, "aber auch die Esten wollen irgendwann für ihre Geduld belohnt werden."

Gemeint sind die jüngsten massenhaften Streiks. Wollen die Esten einen Wandel? Mehrere Zehntausend Menschen protestierten dieser Tage gegen zu niedrige Löhne. Die Lehrerinnen und Lehrer fordern Lohnerhöhungen um 20%, viele anderen Branchen schlossen sich an. Ist das "Euro-Schweigejahr" vorbei? 2011 führte Estland den Euro ein, und dieses Ziel hatte Regierungschef Ansip häufig als Rechtfertigung für einen rigiden Sparkurs begründet. Nicht nur das "Handelsblatt" kommt auf den Gedanken, die Lage in Estland mit der Griechenlands zu vergleichen: "Der estnische Mindestlohn von 278 Euro wird in der EU nur von Rumänien, Litauen und Bulgarien unterboten," steht da zu lesen, und die "flexible Lohnpolitik" wird nicht zum ersten Mal als Vorbild für andere Länder hingestellt.

Führende estnische Politiker werden offenbar nervös angesichts der ungeduldiger werdenden Esten. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas sagte auf einem Treffen estnischer Unternehmer, er halte gerade Streiks im Transport- und Verkehrsgewerbe für besonders bedenklich: "eine besonders scharfe Waffe." Er deutete an, auch die EU könnte Maßnahmen ergreifen um Streiks zu vermeiden. Dabei hatten sich estnische Bus- und Straßenbahnfahrer nicht einmal vollzählig an den offiziell ausgerufenen Streiks beteiligt - sie fuhren zwar mit Zeichen der Solidarität an ihren Fahrzeugen, aber Beobachtern zufolge soll etwa 30% des öffentlichen Nahverkehrs auch während der Streiktage in Betrieb gewesen sein. Die estnische Transportarbeitergewerkschaft (Eesti Transpordi- ja Teetöötajate Ametiühing) hatte in neun estnischen Städten Streiks aus Solidarität mit den Streiks der estnischen Lehrerinnen und Lehrer organisiert.

Dienstag, März 13, 2012

Putin-Wahlen in Tallinn

Das sind Wahlberechtigte für Russland und die Präsidentschaftswahlen vor kurzem. Das Foto stammt von Siim Teller, einem bekannten estnischen Blogger.