Ist Estland eigentlich "baltisch"? Die estnische Sprache ist ja dem Finnischen ähnlich (finno-ugrisch), und das sogenannte "Baltikum" ist sowieso ein Behelfsbegriff ohne Grundlage. Noch viel zu wenig ist in Deutschland bekannt über Kultur und Geschichte, über Politik und Gesellschaft in Estland. Die jungen Europäer in Deutschland und Estland werden die Zukunft prägen! Wir rufen auf zur Diskussion.
Montag, Januar 30, 2006
Estland auf dem Lande in den 30ern
Dieses Bild zeigt, warum es diese gewisse Vorkriegsnostalgie gibt. Klar, hier posieren sie für das Foto, aber später erinnern sich Baltendeutsche und Esten gemeinsam nostalgisch an das Vergangene.(Tatsächlich, in dieser Aufnahme posieren sie gemeinsam)
Labels:
Deutschbalten,
Geschichte
Freitag, Januar 27, 2006
Sprachtest
nicht wirklich, aber hier sind die Gruppengegner von Estland in der Qualifikation für die Fußball-EM 2008.
Die WM können die Esten nur als Zuschauer verfolgen, aber wer errät die Länder der gerade ausgelosten Gruppe für die kommende EM-Qualifikation?
Hier das Ergebnis: England, Kroatien, Russland, Israel, Mazedonien und Andorra
Schon wieder Russland werden manche sagen, denn die waren schon bei der WM-Quali zusammen mit Estland und Lettland dabei.
Reedel loositi Euroopa jalgpallikoondised 2008. aasta EM-i valikturniiri alagruppidesse. Eesti sai endale vastasteks Inglismaa, Horvaatia, Venemaa, Iisraeli, Makedoonia ja Andorra.
Die WM können die Esten nur als Zuschauer verfolgen, aber wer errät die Länder der gerade ausgelosten Gruppe für die kommende EM-Qualifikation?
Hier das Ergebnis: England, Kroatien, Russland, Israel, Mazedonien und Andorra
Schon wieder Russland werden manche sagen, denn die waren schon bei der WM-Quali zusammen mit Estland und Lettland dabei.
Labels:
Fußball
Mittwoch, Januar 25, 2006
Estnisches Fernsehen
Hier die Webadresse des estnischen Hauptfernsehkanals ETV mit seinem Online-Angebot. Die einzelnen Nachrichten können jetzt abgerufen werden. Hier der aktuelle Überblick, wie zum Beispiel ein Bericht über die Eissituation in der Ostsee bei der Insel Saaremaa: Ansonsten zur Nachrichtenseite gehen und dort für die Filmbeiträge VIDEOD anklicken. Die Filme lassen sich auch gut zum Sprachelernen verwenden.Wer schon fortgeschritten ist, kann sich an der Textzusammenfassung der Beiträge orientieren.
Tipp kommt von Shaan.
Tipp kommt von Shaan.
Donnerstag, Januar 19, 2006
Ökolandbau in Estland - nichts ist unmöglich!
Ökolandbau in einem so weit nördlich liegenden Land wie Estland? Ja, geht denn das? Solche Fragen südlicher orientierter Öko-Freaks, die eher naturbelassenes Olivenöl oder Ökowein aus Südeuropa konsumieren, kann nun ein neuer Bericht des Vereins EKO-CONNECT mit Sitz in Leipzig beantworten.Überraschend große Bedeutung
Estland, das Land was gleich nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit die meisten der Subventionen für die Landwirtschaft erst einmal abschaffte, steht heute mit dem - nach Tschechien - "höchsten Öko-Flächenanteil in Mittel- und Osteuropa" da. "Beachtliche 6,0 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche, über 58.000 ha (inkl. Umstellungsflächen), werden zurzeit biologisch bewirtschaftet," so fasst es die neue Ausgabe des Informationsrundbriefs von EKO-CONNECT zusammen.
Von Rindern, Schafen und grünem Gras
Weiterhin stellen die Ökolandbau-Fachleute fest, dass zu Zeiten der Sowjetunion die estnische Landwirtschaft noch sehr stark auf die Produktion von Fleisch und Milch konzentriert war. Bei der Milchproduktion hat sich das in sofern gehalten, als dass die beiden größten Biobetriebe Estlands auch Milchproduktion betreiben und jeweils etwa 850ha Fläche bewirtschaften.

Trotz des hohen Grünlandanteils von insgesamt 81,8 % haben aber weniger als zwei Drittel der Biobetriebe eine Tierhaltung (63 %). Dabei werden Rinder und Schafe am häufigsten gehalten.
Bereits ein Drittel der estnischen Schafproduktion erfolgt nach ökologischen Richtlinien.
(Abbildung: aus einer Ausstellung des "Eesti Rahva Muuseum", historisches Foto von 1913 der Getreideernte auf Saremaa)
Bei uns ist doch eigentlich alles Öko, oder?
Viele werden die Aussagen von Esten aus der Zeit des politischen Umbruchs kennen, als man naturnahe Flächen und den Verzicht auf Pestizide und Herbizide im ländlichen Estland vielfach schon als "ökologisch" bezeichnete. Damals fehlten natürlich ein eigenes Ökosiegel und die Qualitätskontrolle. Heute sind die meisten der 1013 estnischen Bio-Betriebe in den Verbänden Estonian BioDynamic Association (EBA) und die Estonian Organic Producers Union organisiert. Die EBA wurde bereits 1989 gegründet und organisierte die ersten Ökolandbaukurse in Zusammenarbeit mit skandinavischen und deutschen Kollegen. Die Estonian Organic Producers Union besteht seit dem Jahr 2000 und bemüht sich vor allem darum, das Angebot größerer Betriebe für die Vermarktung zu bündeln.
Langsamer Start, aber erfreuliche Entwicklung.
In den 90er Jahren ging die Entwicklung des Ökolandbaus in Estland noch sehr schleppend voran, so bestätigt auch der Bericht von EKOCONNECT. Erst seit Ende der 90er Jahre wurden auch staatlicherseits konkrete Fördermaßnahmen ergriffen, trotzdem gab es 1999 erst 89 anerkannte Biobetriebe mit etwa 4.000 ha Gesamtfläche.
Inzwischen ist ein Ökobauernhof in Estland durchschnittlich 58ha groß. Ab 1997/98 gelang es, auch die staatlichen Verantwrotlichen wieder für den Ökolandbau zu begeistern. Mit dem Bio-Logo "Mahemärk" wurde ein Förderprogramm geschaffen, und seit 2001 ist das Bio-Gesetz (Estonian Organic Farming Act) von 1997 an die entsprechenden Regelungen der EU angepasst worden. Im Gegensatz zu vielen anderen EU Ländern wird die Kontrolle von Öko-Erzeugern, -Verarbeitern, -Händlern und -Gastronomen, wie inDänemark, seit 2001 von staatlichen Stellen durchgeführt. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden vom Estonian Plant Production Inspectorate (PPI) kontrolliert. Kleine Betriebe bis 10 ha bezahlen 13 € pro Jahr, so berichtet EKO-CONNECT. Ab dem elften Hektar sei zusätzlich 0,32 € pro Hektar zu zahlen. Der maximale Gesamtbeitrag liege bei ca. 510 €. Bei Betrieben die sowohl ökologisch als auch konventionell wirtschaften, muss auch für die konventionellen Flächen Kontrollgebühr entrichtet werden.
Beratung und Hilfestellungen
Auch der Schulungs- und Beratungs-Sektor ist in Estland inzwischen gut entwickelt: Zwei
private Organisationen, das Centre for Ecological Engineering (CEET, 1992) und die Estonian Organic Farming Foundation (EOFF, 2001) unterstützen die ökologische Landwirtschaft durch die
Bereitstellung von Informationsmaterialien. Außerdem führen sie Infoveranstaltungen sowie
Weiterbildungsmaßnahmen für Umstellungsinteressierte und Ökolandwirte durch. Auch die moderne und gut ausgestattete landwirtschaftliche Universität (Estonian Agricultural University) in Tartu und einige landwirtschaftliche Fachschulen beschäftigen sich mit dem Ökolandbau (siehe auch den schon etwas älteren, aber ausführlichen Länderbericht von Ülle Roosmaa / Universität Tartu oder den von Merit Mikk - beide in Englisch).
Und wo sind die Ökobetriebe zu finden?
Der Schwerpunkt der Öko-Fläche liegt offensichtlich in den Extensivregionen im Westen und Süden Estlands. Ein Bespiel ist die Insel Hiiumaa, wo 117 Betriebe rund 70 % der Landwirtschaftsfläche ökologisch bewirtschaften. Relativ viele Betriebe gibt es auch auf Saaremaa und in den Bezirken Võru und Läänemaa.
Was gibt es noch zu tun?
Finanzielle Unterstützung gibt es in Estland aus einem speziellen Programm für Agrar-Umweltmaßnahmen - auch dazu lassen sich ein paar Zahlen aus dem Bericht von EKO-CONNECT entnehmen. Im Jahr 2004 lagen die Prämien für Ackerland bei 96,89 €/ha, bei 73,88 €/ha für Grünland und 240,56 €/ha für Garten- und Obstbau. Für die Umstellung und Beibehaltung des Ökolandbaus seien die gleichen Beträge gezahlt worden. Aber ein noch vorhandenes Manko erwähnt EKO-CONNECT auch: leider gibt es keine Unterstützung für Investitionsmaßnahmen, so dass eine Modernisierung für Ökobetriebe in Estland immer noch schwierig sei.
Weitere Informationen: EkoConnect - Internationales Zentrum für den Ökologischen Landbau Mittel- und Osteuropas e. V., Arndtstraße 11, 01099 Dresden. Tel. : +49 (0) 351 / 20 66-172, Fax: +49 (0) 351 / 20 66-174, Email : info@ekoconnect.org. Internet: www.ekoconnect.org
Labels:
estnische Waren,
landwirtschaft
Samstag, Januar 14, 2006
Ziel von 5.000 Einbürgerungen pro Jahr bei weitem erreicht
"Wie heißt die Aufgabe, die wir mit dem Wort "Integration" zu fassen versuchen? Nicht mehr und nicht weniger, als dass jeder Mensch, der in Estland lebt, Liebe und Verantwortung für das Land verspürt. Und aus der Verantwortung ergeben sich Rechte und Pflichten."
So zitiert die Internetseite der estnischen Botschaft in Berlin den ehemaligen estnischen Staatspräsident Lennart Meri.
Diesem Leitsatz zufolge hätte Estland inzwischen, was die russischsprachige Bevölkerung angeht, die Häfte der Wegstrecke erreicht. Die Hälfte dessen wäre geschafft, was 50 Jahre Sowjetherrschaft 1991 an Intergrationserfordernissen hinterlassen hatte. Die neuesten Statistiken der entsprechend zuständigen estnischen Ministerien besagen, dass inzwischen 138.000 Menschen die estnische Staatsbürgerschaft bekommen haben, also eingebürgert worden sind. Dagegen stehen noch 136.000 Menschen, die diesen Schritt noch nicht angegangen haben, oder es auch nicht versuchen wollen.
7072 neu Eingebürgerte weisen die Statistiken für 2005 aus, gegenüber 6523 im Jahr 2004 und 6706 für 2003. Der zuständige Minister Paul-Eerik Rummo führt das beschleunigte Tempo der Einbürgerung einerseits auf den EU-Beitritt zurück, andererseits aber auch auf den gesteigerten Prozentsatz derjenigen, die eine volle Übernahme der finanziellen Kosten beanspruchen können. Auch die Herausgabe eines "Bürgerhandbuchs" sei nützlich gewesen, so Rummo.
So zitiert die Internetseite der estnischen Botschaft in Berlin den ehemaligen estnischen Staatspräsident Lennart Meri.Diesem Leitsatz zufolge hätte Estland inzwischen, was die russischsprachige Bevölkerung angeht, die Häfte der Wegstrecke erreicht. Die Hälfte dessen wäre geschafft, was 50 Jahre Sowjetherrschaft 1991 an Intergrationserfordernissen hinterlassen hatte. Die neuesten Statistiken der entsprechend zuständigen estnischen Ministerien besagen, dass inzwischen 138.000 Menschen die estnische Staatsbürgerschaft bekommen haben, also eingebürgert worden sind. Dagegen stehen noch 136.000 Menschen, die diesen Schritt noch nicht angegangen haben, oder es auch nicht versuchen wollen.
7072 neu Eingebürgerte weisen die Statistiken für 2005 aus, gegenüber 6523 im Jahr 2004 und 6706 für 2003. Der zuständige Minister Paul-Eerik Rummo führt das beschleunigte Tempo der Einbürgerung einerseits auf den EU-Beitritt zurück, andererseits aber auch auf den gesteigerten Prozentsatz derjenigen, die eine volle Übernahme der finanziellen Kosten beanspruchen können. Auch die Herausgabe eines "Bürgerhandbuchs" sei nützlich gewesen, so Rummo.
Labels:
Minderheiten,
Russen in Estland
Estnisches Farbenspiel zieht Kreise
Nachdem bekannt wurde, dass die Reihenfolge der estnischen Nationalfarben im österreichischen EU-Vorsitz-Logo vertauscht wurden, rauscht es im Blätterwald der Zeitungen des Alpenlandes. Immer mehr Zeitungen nehmen das Thema auf.
"Estland nimmt Flaggen-Lapsus locker", seufzt da erleichtert der KURIER, nicht ohne den Botschafter Österreichs in Estland zu zitieren, der sich "sehr enttäuscht" gezeigt habe.
Auch in den östereichischen Nachrichten taucht das Thema inzwischen mit der Schlagzeile "verdrehte Farbenspiele" auf, und manch öffentlicher Funktionsträger lässt eilig verlautbaren, der Fehler sei natürlich "gleich aufgefallen".
Einzig das zuständige Designerbüro entschied sich für eine andere Strategie. Wohl nach dem Motto: "Kunst ist nur, was gewollt ist", werden nun fast gegenteilige Pressestatements abgegeben als zuvor. Hatte man anfangs Fehler noch offen zugegeben, holt man inzwischen eine neue Version aus der Schublade: Man sei auf die Reaktionen der Öffentlichkeit gespannt gewesen, und habe erkunden wollen, wie genau das Logo während des österreichischen EU-Vorsitzes betrachtet wird. (DER STANDARD)
Schon nach dem ersten Zeitungsbericht waren lebhafte "Chat"-Diskussionen auf den Webseiten verschiedener östereichischer Zeitungen zu beobachten gewesen. Nun blickt DER STANDARD sogar in Estland etwas genauer hin: Die Leser werden auf die estnische Tageszeitung POSTIMEES verwiesen, wo (für Estnisch-Kundige natürlich) genau zu verfolgen sei, wie das estnische Volk auf die österreichen Nachlässigkeiten reagiere.
"Estland nimmt Flaggen-Lapsus locker", seufzt da erleichtert der KURIER, nicht ohne den Botschafter Österreichs in Estland zu zitieren, der sich "sehr enttäuscht" gezeigt habe.
Auch in den östereichischen Nachrichten taucht das Thema inzwischen mit der Schlagzeile "verdrehte Farbenspiele" auf, und manch öffentlicher Funktionsträger lässt eilig verlautbaren, der Fehler sei natürlich "gleich aufgefallen".
Einzig das zuständige Designerbüro entschied sich für eine andere Strategie. Wohl nach dem Motto: "Kunst ist nur, was gewollt ist", werden nun fast gegenteilige Pressestatements abgegeben als zuvor. Hatte man anfangs Fehler noch offen zugegeben, holt man inzwischen eine neue Version aus der Schublade: Man sei auf die Reaktionen der Öffentlichkeit gespannt gewesen, und habe erkunden wollen, wie genau das Logo während des österreichischen EU-Vorsitzes betrachtet wird. (DER STANDARD)
Schon nach dem ersten Zeitungsbericht waren lebhafte "Chat"-Diskussionen auf den Webseiten verschiedener östereichischer Zeitungen zu beobachten gewesen. Nun blickt DER STANDARD sogar in Estland etwas genauer hin: Die Leser werden auf die estnische Tageszeitung POSTIMEES verwiesen, wo (für Estnisch-Kundige natürlich) genau zu verfolgen sei, wie das estnische Volk auf die österreichen Nachlässigkeiten reagiere.
Labels:
Estland-Österreich,
Europa
Freitag, Januar 13, 2006
Österreichische Farbenlehre
Über ein ganz spezielles Beispiel östereichischer Farbenlehre berichtet die Zeitung DER STANDARD am 12. Januar 2006. Rem Kolhaas aus den Niederlanden war als "Stararchitekt" aus den Niederlanden verpflichtet worden, um die gegenwärtige EU-Präsidentschaft Österreichs marktgerecht der Presse darzustellen.
Dazu hatte Kohlhaas einen Entwurf nach Art eines "Strichcodes" gemacht, in dem er die Farben aller EU-Nationalflaggen zusammenfassen wollte.
Bei diesem hochbezahlten Versuch eines Designfachmanns scheint einiges schief gegangen zu sein. Leidtragend war zunächst einmal vor allem die Nationalflagge Estlands, deren Farbfolge in genau auf dem Kopf stehender Reihenfolge verwendet wurde. Wie der Autor des Beitrags richtig bemerkt, übernimmt auch die Webseite www.zukunfteuropa.at die durcheinandergekommenen Nationalfarben kurzerhand in ihre Vorstellung des Landes Estland.
Die Autorin des STANDARD-Beitrags fragte gleich auch bei der estnischen Botschaft in Wien an. "Wir nehmen das nicht persönlich," soll da die ganz gelassene Antwort gewesen sein, "schließlich soll es sich ja um ein Kunstwerk handeln, das verstehen wir." - Verstehen tun die Esten dabei wohl in erster Linie die Kunst der Diplomatie, denn wer könnte schon die eigene Kampagne in Geld aufwiegen, wenn im Ergebnis mal wieder alle von Estland reden?
Die Vertretung Österreichs bei der EU in Brüssel dagegen schiebt die Schuld eifrig von sich: "Das ist Herrn Kolhaas passiert, der hat das Urheberrecht."
Über so "coole" Stellungnahmen wird dann auch gleich im Leserforum des STANDARD weiterdiskutiert. Da geht es von "coole Typen, die Esten", bis zum nicht ganz ernst gemeinten "hoffentlich erklären sie uns nicht den Krieg." Dennoch bekommen die Diskutanten auch politische Sorgen, angesichts der Stolperer bei der Präsidentschaftskampagne Österreichs. Eine Präsidentschaft sei eben keine "Schnackerlangelegenheit", meint da einer (ob das die Esten wohl verstehen?), und ein anderer bemerkt sorgenvoll "huu, was hätten unsere politiker gebrüllt, wäre das österreichische Wappen irgendwie verunstaltet worden...". Aber auch der Designkünstler kriegt sein Fett weg: "wenn ein dillo nicht mal ein grafikprogramm richtig bedienen kann und weiteren dillos das nicht mal auffällt...muß eine arge freunderlpartie sein..."
Andere versuchen dazuzulernen: "Kommt der EU-Kommissar mit dem oagen schnautzer nicht aus Estland?" (alles Originalzitate, keine Schreibfehler....).
Auch ein "symbolisches Versöhnungskonzept wird von den "Standard"-Lesern angeboten: "Ich empfehle zur Wiedergutmachung einen Ein-Wöchigen Estland-Schwerpunkt auf www.zukunfteuropa.at und estnisches Essen & Folklore auf dem nächsten EU-Gipfel. Oder so... "
Dazu hatte Kohlhaas einen Entwurf nach Art eines "Strichcodes" gemacht, in dem er die Farben aller EU-Nationalflaggen zusammenfassen wollte. Bei diesem hochbezahlten Versuch eines Designfachmanns scheint einiges schief gegangen zu sein. Leidtragend war zunächst einmal vor allem die Nationalflagge Estlands, deren Farbfolge in genau auf dem Kopf stehender Reihenfolge verwendet wurde. Wie der Autor des Beitrags richtig bemerkt, übernimmt auch die Webseite www.zukunfteuropa.at die durcheinandergekommenen Nationalfarben kurzerhand in ihre Vorstellung des Landes Estland.
Die Autorin des STANDARD-Beitrags fragte gleich auch bei der estnischen Botschaft in Wien an. "Wir nehmen das nicht persönlich," soll da die ganz gelassene Antwort gewesen sein, "schließlich soll es sich ja um ein Kunstwerk handeln, das verstehen wir." - Verstehen tun die Esten dabei wohl in erster Linie die Kunst der Diplomatie, denn wer könnte schon die eigene Kampagne in Geld aufwiegen, wenn im Ergebnis mal wieder alle von Estland reden?
Die Vertretung Österreichs bei der EU in Brüssel dagegen schiebt die Schuld eifrig von sich: "Das ist Herrn Kolhaas passiert, der hat das Urheberrecht." Über so "coole" Stellungnahmen wird dann auch gleich im Leserforum des STANDARD weiterdiskutiert. Da geht es von "coole Typen, die Esten", bis zum nicht ganz ernst gemeinten "hoffentlich erklären sie uns nicht den Krieg." Dennoch bekommen die Diskutanten auch politische Sorgen, angesichts der Stolperer bei der Präsidentschaftskampagne Österreichs. Eine Präsidentschaft sei eben keine "Schnackerlangelegenheit", meint da einer (ob das die Esten wohl verstehen?), und ein anderer bemerkt sorgenvoll "huu, was hätten unsere politiker gebrüllt, wäre das österreichische Wappen irgendwie verunstaltet worden...". Aber auch der Designkünstler kriegt sein Fett weg: "wenn ein dillo nicht mal ein grafikprogramm richtig bedienen kann und weiteren dillos das nicht mal auffällt...muß eine arge freunderlpartie sein..."
Andere versuchen dazuzulernen: "Kommt der EU-Kommissar mit dem oagen schnautzer nicht aus Estland?" (alles Originalzitate, keine Schreibfehler....).
Auch ein "symbolisches Versöhnungskonzept wird von den "Standard"-Lesern angeboten: "Ich empfehle zur Wiedergutmachung einen Ein-Wöchigen Estland-Schwerpunkt auf www.zukunfteuropa.at und estnisches Essen & Folklore auf dem nächsten EU-Gipfel. Oder so... "
Labels:
Estland-Österreich,
Europa
Donnerstag, Januar 05, 2006
Eine Nation verschwindet?
Heftige Schlagzeile am Ende des Jahres 2005 in der Neuen Osnabrücker Zeitung: Eine Nation verschwindet - Warum Esten ihre Heimat verlassen.
Der Tenor des Artikels lautet: Es gibt bald keine Esten mehr, weil der Durchschnittslohn von wenigen hundert Euro Arbeitssuchende ins Ausland treibt, wo sie sich mit Billiglohnjobs zufriedengeben.
Na ja, das Problem existiert und ein beliebtes Auswanderungsland ist Irland. Aber interessant ist, wie das Ganze auf der Grünen Insel kommentiert wird. Nämlich zum Teil weitaus gelassener. Die Iren sind Weltmeister im Auswandern aus einem ehemals armen Land gewesen, kennen diese Erfahrung. Es gibt einige Millionen Einwohner in der Heimat aber 30 Millionen (?) weltweit. Mit ein Grund, warum Iren soviel Wirbel verursachen. Hier der Kommentar zur Einwanderung am Beispiel der Chinesen aus dem Wochenmagazin Village (Dec05-Jan.06):
Warum sollte es bei den baltischen Staaten anders sein?

Das ist eine Telefon-Infotafel in Kenmare/Irland. Die Flaggen repräsentieren entweder die englischsprachigen Länder mit irischer Bevölkerung und die anderen weisen auf Länder hin, aus denen die Arbeitsimmigranten stammen. Aus dem Baltikum sind es vor allem die Letten, die nach Irland gezogen sind.
Und noch was:
Es gibt bei dieser Debatte noch einen Aspekt. Und zwar die Perspektive der älteren Irland-Einwanderer. Ich denke da an die Kontinentaleuropäer, die vor Jahren und Jahrzehnten sich bei günstigen Haus- und Grundstückspreisen dort niedergelassen haben. Damals war Irland cool, günstig und passte zu dem selbstempfundenen Weltbürgertum. Jetzt steigen die Grundstückspreise, neue Nachbarn rücken näher, und aus den ehemals geliebten Iren (in der Provinz) sind nun eigennützige ungebildete Egoisten geworden, die nur an die Baulandaufteilung denken. Abgesehen von den anderen Veränderungen wie dem zunehmenden Autoverkehr. - Ich gebe gerade die Meinung eines Kontinentaleuropäers in Irland wieder, der zurückkehren wird. - Die letzte Genugtuung für ihn war die Aufmischung der örtlichen Geselllschaft durch die andersgearteten Letten, Polen und Esten in jüngster Zeit.
Der Tenor des Artikels lautet: Es gibt bald keine Esten mehr, weil der Durchschnittslohn von wenigen hundert Euro Arbeitssuchende ins Ausland treibt, wo sie sich mit Billiglohnjobs zufriedengeben.
Na ja, das Problem existiert und ein beliebtes Auswanderungsland ist Irland. Aber interessant ist, wie das Ganze auf der Grünen Insel kommentiert wird. Nämlich zum Teil weitaus gelassener. Die Iren sind Weltmeister im Auswandern aus einem ehemals armen Land gewesen, kennen diese Erfahrung. Es gibt einige Millionen Einwohner in der Heimat aber 30 Millionen (?) weltweit. Mit ein Grund, warum Iren soviel Wirbel verursachen. Hier der Kommentar zur Einwanderung am Beispiel der Chinesen aus dem Wochenmagazin Village (Dec05-Jan.06):
Indications are that the busiest days of Chinese immigration to Ireland are over. The visa office has received fewer applications after tighter rules were introduced about how language schools register their students. And China's growing wealth means the rewards are there at home without having to leave everything behind.
A familiar scenario for the Irish.
Warum sollte es bei den baltischen Staaten anders sein?

Das ist eine Telefon-Infotafel in Kenmare/Irland. Die Flaggen repräsentieren entweder die englischsprachigen Länder mit irischer Bevölkerung und die anderen weisen auf Länder hin, aus denen die Arbeitsimmigranten stammen. Aus dem Baltikum sind es vor allem die Letten, die nach Irland gezogen sind.
Und noch was:
Es gibt bei dieser Debatte noch einen Aspekt. Und zwar die Perspektive der älteren Irland-Einwanderer. Ich denke da an die Kontinentaleuropäer, die vor Jahren und Jahrzehnten sich bei günstigen Haus- und Grundstückspreisen dort niedergelassen haben. Damals war Irland cool, günstig und passte zu dem selbstempfundenen Weltbürgertum. Jetzt steigen die Grundstückspreise, neue Nachbarn rücken näher, und aus den ehemals geliebten Iren (in der Provinz) sind nun eigennützige ungebildete Egoisten geworden, die nur an die Baulandaufteilung denken. Abgesehen von den anderen Veränderungen wie dem zunehmenden Autoverkehr. - Ich gebe gerade die Meinung eines Kontinentaleuropäers in Irland wieder, der zurückkehren wird. - Die letzte Genugtuung für ihn war die Aufmischung der örtlichen Geselllschaft durch die andersgearteten Letten, Polen und Esten in jüngster Zeit.
Labels:
Europa,
Wirtschaft
Montag, Dezember 26, 2005
Rätsel gelöst

In diesem Jahr gab es eine ganze Reihe englischsprachiger Weblogs aus Estland. Alle hatten Schwerpunktthemen und alle traten sehr selbstbewusst auf. Zuerst sah es so aus, als sei das eine selbstverständliche Entwicklung. Die Anzahl der Blogger nimmt zu , warum also nicht auch bei den Studenten. Aber ebenso plötzlich wie sie aufgetaucht sind, stellen sie jetzt alle Bloggeraktivitäten wieder ein. Die Ursache hat jemand von ihnen genannt: Es war eine Anforderung des Medienstudiums an dieser Akademie in Tallinn. Schade, denn ein alltägliches Bild vom Baltikum können die Massenmedien bei uns nicht leisten. Dazu berichten sie viel zu sporadisch und häufig mit dem Blick von aussen. Das hier war eine hervorragende Alternative.
Wer eine Diskussion um die Entstehung eines Bloggerseminars an der Uni im deutschsprachigen Raum mitverfolgen will: Hier bei media-ocean.
Labels:
Blogger
Mittwoch, Dezember 14, 2005
Eine neue Entwicklung
Die New York Times berichtet über die jungen High Tech-Unternehmen in Estland. Das Besondere dabei: Es ist etwas eingetreten, was es so noch nie in Estland gegeben hat. Die Zuwanderung junger hochausgebildeter Arbeitskräfte aus allen möglichen Ländern weltweit, und wieder dient Skype als Beispiel:
While entrepreneurs complain about the shortage of skilled workers, more and more young foreigners are ready to trek to this northernmost Baltic nation for a job. Skype employs people from 30 countries; in the halls, one hears plenty of English, and even some Spanish.
Labels:
Skype
Mittwoch, Dezember 07, 2005
Eine andere Sicht auf Estland

Seit jüngster Zeit gibt es einige neue englischsprachige Weblogs aus Estland. Einer davon stammt von "Elli", ihr erster Post beschreibt ihre Motivation zu schreiben und zu fotografieren:
Well..here I am. 22-year-old audiovisual media student from Estonia - trying to figure out what am I doing here.
I´ve tried several times to leave this country and somehow it just doesn`t work that way. Once I made it to england, but returned after half a year. Estonia is beautiful, it`s my home, it`s my family... and yet, in my eyes, the country is still so miserable. I`m going to try to go away again next year. Maybe I can keep myself away from here at least a year, and then, when I come back, perhaps everything here in Estonia will look better and more developed. This is how I see it from here...
Wer ihre Perspektive kennenlernen möchte, hier der Link zu ihrer Seite: SadEst
Labels:
Blogger
Freitag, Dezember 02, 2005
Paet: Es gibt keine alten oder neuen europäischen Staaten - nur ein neues Europa
"Erledige die Arbeit, dann kommt die Liebe von selbst", diesen Satz des Schriftstellers A.H. Tammsaare schrieb der jetzige Aussenminister Estlands, Urmas Paet, einmal anläßlich der Konferenz "Europa eine Seele geben" - als er noch Kulturminister war - den Europäern ins Stammbuch. Es soll wohl heißen: Erledige sachlich deine Arbeit, dann wirst du sie auch lieben lernen. Ob Paet, der studierte Politologe und ehemaliger Radio- und Zeitungsjournalist, mit dieser Devise auch sein Amt aus Aussenminister ausfüllt, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Paet erzeugte erst kürzlich, im November 2005, wegen seines unkonventionellen Vorgehen gegenüber Russland Presseschlagzeilen. Paet hatte persönlich die Teilnahme an einem Runden Tisch zur Grenzkooperation an den neuen EU-Aussengrenzen in St.Petersburg zugesagt, der Kreml sagte aber "njet", verweigerte kathegorisch ein Einreisevisum, und wies dem Esten die kalte Schulter. Begründung: nur "gleichrangige Diplomaten" könnten einen Minister nach Russland einladen. Das wäre der russische Aussenminister Lawrov gewesen.
Dieser rief Paet an und bedauerte den Vorfall - als es längst zu spät war; so jedenfalls wurde das Gespräch in verschiedenen Berichten wiedergegeben. Nun, vielleicht erinnerte sich Lawrov auch noch an die feierliche Unterzeichnung des estnisch-russischen Grenzvertrags am 18.Mai 2005 (dieselben beiden Beteiligten). Ein Vertrag, den Russland später als ungültig betrachtete, da Estland ihn bei Ratifizierung im Parlament mit einer auf die sowjetische Okkupation eingehenden einleitenden Präambel versah. Vielleicht wächst ja langsam die Liebe Paet's zu seinem Amt, obwohl ihm also offensichtlich manchmal auch bei der Erledigung seiner Arbeit Steine in den Weg gelegt werden, und Erfolge nicht immer in der Anzahl ordnungsgemäß unterschriebener Dokumente zu messen sind. "Europäisch Beseelte" findet er offensichtlich auf Seiten des östlichen Nachbars kaum.
In Berlin war Paet dagegen am 24.November der Erste. Des neuen deutschen Aussenministers Steinmeier erster ausländischer Gast in Berlin. Das Gespräch war nur kurz, und weil ein Aussenminister ja nicht grundlos in der Welt umherjetten sollte, hielt Paet am Tag zuvor noch einen Vortrag an der Universität Jena zum Thema "Wie hält man das neue Europa in Bewegung?" (womit nicht direkt die Reisediplomatie gemeint war)."Es gibt keine neuen oder alten europäischen Staaten", war einer von Paet's Leitsätzen dort (und spielte damit auf den flapsigen Rumsfeld an, dem nicht jeder in hochmütig geführte Kriege folgen wollte), "sondern nur ein neues Europa". "Wir Politiker sind doch nur Akteure im politischen Theater, und die Wähler, also die Zuschauer, haben die Möglichkeit uns auch von der Bühne zu vertreiben", sagte Paet im Laufe seiner Jenaer Rede.
Auch das scheint wieder auf Tammsaare anzuspielen, wenn erst nach erledigter Arbeit ein wenig Liebe erwartet werden kann. Esten wirken eben fast nie so, als ob sie sich auf errungenen Lorbeeren ausruhen könnten. "Wir müssen aber mehr tun, um gegenüber der ganzen Welt unsere gemeinsamen Ideen und Werte zu verteidigen" - das könne auch der rote Faden im Umgang mit den an die erweiterete EU nun angrenzenden Staaten Osteuropas sein, so Paet. Aussenminister Steinmeier gegenüber versicherte Paet am Tag darauf in Berlin, Estland werde den Prozess der Ratifizierung der Europäischen Verfassung trotz des Neins der Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden weiter betreiben.
Paet traf sich in Berlin ausserdem mit FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, dessen Partei Paet's estnischer "Reformpartei" wohl politisch am nächsten steht.
Weit weniger Sympathie schlug wohl am 2.12. in Tallinn dem britischen Premierminister Tony Blair entgegen, der im Zusammenhang mit der gegenwärtigen britischen EU-Präsidentschaft offen für eine radikale Kürzung aller EU-Strukturhilfen eintrat. Das würde, Presseberichten zufolge, Estland 320 Millionen Euro an Einnahmen kosten (Litauen sogar 600 Mill.!). "Estonians were not amused", wird Blair vielleicht zu Hause berichtet haben. Aber einer der aktivsten Mitgestalter der europäischen Poltik sind die Esten nun inzwischen allemal.
Labels:
estland-Deutschland,
Politik Estland
Montag, November 28, 2005
E-government und Transparenz

Nebel, das ist der Begriff, den Siim Kallas,ein Este in der Eu-Kommission zum Verhältnis Bürger und Regierungsentscheidungen verwendet hat. Bisher werden Informationen zu wichtigen Vorgängen nur bei Nachfrage stückweise herausgegeben. Stattdessen sollten alle relevanten politischen Informationen jederzeit abrufbar sein. Natürlich über das Internet.
Auszug aus seiner Rede während der Konferenz "Transforming Public Services":
Indeed, to reach its political objectives, the Commission relies both on the strength of its proposals and on the authority of its reputation.
The Commission has made significant efforts on transparency, already during its previous mandate. In a continuous spirit of improvement, more can and will be done, as was decided by the College on the 9th of November.
One of the aims of transparency is better communication to the public of relevant information. And mass communication is changing. Citizens have increased expectations. Receiving information “on offer” on TV will not be sufficient in the long term. Citizens have been given unprecedented access to information in most corporate and private spheres of life. They quite naturally also have increasing expectations for greater transparency in public institutions. To ........
.......... give one example, the Commission will try to put information on all end recipients of EU grants on the web. We should facilitate scrutiny at our own initiative, rather than waiting to “release” information drop by drop in response to requests received.
Indeed, the public will expect to be able to access desired information “on demand” in a user-friendly form.
Die Hauptstichworte sind die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit an Informationen. Nicht mehr das "on offer", also was einem angeboten wird, sei es von offizieller oder journalistischer Seite, ist relevant, sondern die Information "on demand", also bei Nachfrage. Und darüber hinaus: die Wege des Informationsaustausches müssen direkter werden. Davon sind wir noch weit entfernt. Und nochmal: E-government ist nicht nur der moderne elektronische Ausdruck der Bürokratie, sondern ein Möglichkeit die Demokratisierung voranzutreiben.
Das ist der offizielle Titel von Siim Kallas:
Vice-President of the European Commission responsible for Administrative Affairs, Audit and Fraud.
Labels:
e-Government,
Europa
Donnerstag, November 24, 2005
Erinnerungsbilder eines Baltendeutschen
Das sind die Photoerinnerungen eines Baltendeutschen. Sie zeigen eine vergangene Idylle. Die Bilder wurden in Gotenhafen in der Adolf-Hitlerstrasse entwickelt. Das ist fast der Beleg , dass die Photos 1939 oder 1940 ins Album kamen. Und zwar dort, wo die Baltendeutschen im besetzten Polen, dem "Warthegau" angesiedelt wurden. Gerade hatten sie die alte Heimat verloren, manche hatten sie bewusst aufgegeben, und dann waren sie in der neuen gar nicht richtig angekommen. Es sei denn, man war überzeugt, dass das richtig war, was mit Polen gerade geschehen war.
Wie brutal der Übergang von den Umsiedlerschiffen aus Estland in den Alltag des 3.Reiches war, zeigt das Faltblatt.

In dem bekannten verdrehten Deutsch der damaligen Zeit steht am Ende des Blattes:
Randbemerkung: 1944 fanden sich viele Baltendeutsche in den Flüchtlingstrecks vor der Roten Armee wieder. Das Ende der 700jährigen Geschichte der Deutschen im Baltikum zog sich in die Länge. Die letzte Etappe ging dann endgültig nach Westen.
Wie brutal der Übergang von den Umsiedlerschiffen aus Estland in den Alltag des 3.Reiches war, zeigt das Faltblatt.

In dem bekannten verdrehten Deutsch der damaligen Zeit steht am Ende des Blattes:
Deutsche Volksgenossen! Der Opfergang deutscher Menschen ist Erfüllung geworden! Großdeutschland ist erstanden! Die Feierstunde am 9. November soll die geschlossene Gemeinschaft aller Deutschen bekunden. Darum, deutsche Volksgenossen, ist es eure Pflicht, an dieser ersten Veranstaltung nach unserer Heimkehr ins Reich teilzunehmen.
Randbemerkung: 1944 fanden sich viele Baltendeutsche in den Flüchtlingstrecks vor der Roten Armee wieder. Das Ende der 700jährigen Geschichte der Deutschen im Baltikum zog sich in die Länge. Die letzte Etappe ging dann endgültig nach Westen.
Labels:
Deutschbalten,
Estland
Samstag, November 19, 2005
Buntes Estland
Einen bunten Strauß estnischer Kultur hatten die Organisatorinnen der ESTLAND-Tage vom 17.-19.November 2005 in Hamburg gebunden. Kunsthandwerker/innen, Tänzer und Musiker/innen, Reiseangebote und eine tägliche Verlosung überraschten die Wochenendeinkäufer mit exzellent dargebotenen Einblicken zu Land und Leuten. (Foto links: "alles aus Filz" - vom Hut bis zum Schuh - bot Hilda Rüttel aus Tallinn an)
Einer der Höhepunkte waren die Momente, wenn Eneli Rüütli, Anastassia Sois, Ivar Lett und Endro Roosimäe eine ihrer schwungvollen Tanzvorführungen auf's Parkett legten.
Die Sängerin Marvi Vallaste hat sich, zusammen mit den Gitarristen Jaak Sooäär und Raul Vaigla, mehr dem Jazz verschrieben. Beim Sommerfestival "Saaremaa valss" war Vallaste 2004 beste Sängerin, und beim Jazz-Wettbewerb "Rainbow Jazz" siegte sie mit ihrer Band.
Labels:
estland-Deutschland,
estnische Waren
Künstler der Selbstdarstellung
Estland hat sich in den 15 Jahren seit der erneuten Erklärung der Unabhängigkeit rasant entwickelt. Fast scheint es so, dass man dem "eigentlichen estnischen Wesen" vorbeugen möchte: wortkarg, zurückhaltend, eher schüchtern.
Während eines Vortrags oder einer Präsentation estnischer Geschäftsleute erinnert in der Regel fast nichts mehr an mögliche Kommunikationsschwierigkeiten im Lande: sprachgewandt (oft Deutsch UND Englisch), gutaussehend, auftrittssicher, technisch gut gerüstet - so arbeitet jeder Einzelne am Image der jung-dynamisch Erfolgreichen. Die Veranstaltungen der "Estnischen Tage" in Hamburg wurden von professionellen Eventmanagern wie "RESTLING EVENT" aus Tallinn vorbereitet und begleitet. Auch die "dunkle" Phase der sowjetischen Zeit wird gelegentlich geschickt übersprungen: So präsentiert ENTERPRISE ESTONIA etwas augenzwinkernd ein altes estnisches Holzfahrrad unter dem Stichwort "wie alles begann".

Die Veränderungen in den 15 Jahren seit der Unabhängigkeit Estlands sind teilweise rasant - zumindest was die Entwicklung der Städte und der Geschäftswelt angeht. Dennoch hinken Investitionen und Gästezahlen aus Deutschland weit hinterher. Die kürzlichen Entwicklungen in der internationalen Bankenszene zeigen, dass Deutschland wirtschaftlich höchstens noch mit ein paar superreichen Firmen vertreten ist, die nach Abschluß einer Entwicklung sich an gut situierten Firmen beteiligen, oder diese gleich ganz aufkaufen.
Was die touristische Entwicklung angeht, so war 2004 mit dem Beitritt zur EU und der entsprechenden Medienaufmerksamkeit zwar ein Boom festzustellen, aber deutsche Touristen sind nun mal in Estland erst weit hinter den Finnen und den übrigen direkten Nachbarländern wirklich ein Kalkulationsfaktor. Allzu viel Aufmerksamkeit scheinen auch die eher von kurzfristigen Preisgestaltungen abhängigen Billigflieger abzubekommen: wie wichtig auch gute Fährverbindungen wie die Finnjet zwischen Rostock und Tallinn war, wird offensichtlich von estnischer Seite unterschätzt - das zeigten mir Gespräche mit den in Hamburg anwesenden Firmenvertreter/innen. Das zeigt andererseits auch, dass eine nachhaltig positive Entwicklung der Region eben doch nur in enger Zusammenarbeit mit anderen Ostseeanrainern zu erreichen ist - und manche leicht überheblichen Spitzen estnischer Repräsentanten ("wir sind die Besten der Welt") dann bei gemeinsamen Projekten etwas anders ausfallen.
Ministerpräsident Ansip wurde übrigens von deutschen Geschäftsleuten danach gefragt, was er empfehlen würde, wenn er die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und SPD in Deutschland mit schreiben könnte. Angesichts dessen, dass Estland immer gern als "Paradies der Neoliberalen" bezeichnet wird, war seine Antwort überraschend: er stellte die Einführung eines "Elterngeldes" positiv heraus, da dies die Absicherung der Familien darstelle.
Foto rechts: Ministerpräsident Andrus Ansip mit Anda Silde, Leiterin des Baltikum Tourismusbüros in Berlin
Während eines Vortrags oder einer Präsentation estnischer Geschäftsleute erinnert in der Regel fast nichts mehr an mögliche Kommunikationsschwierigkeiten im Lande: sprachgewandt (oft Deutsch UND Englisch), gutaussehend, auftrittssicher, technisch gut gerüstet - so arbeitet jeder Einzelne am Image der jung-dynamisch Erfolgreichen. Die Veranstaltungen der "Estnischen Tage" in Hamburg wurden von professionellen Eventmanagern wie "RESTLING EVENT" aus Tallinn vorbereitet und begleitet. Auch die "dunkle" Phase der sowjetischen Zeit wird gelegentlich geschickt übersprungen: So präsentiert ENTERPRISE ESTONIA etwas augenzwinkernd ein altes estnisches Holzfahrrad unter dem Stichwort "wie alles begann". 
Die Veränderungen in den 15 Jahren seit der Unabhängigkeit Estlands sind teilweise rasant - zumindest was die Entwicklung der Städte und der Geschäftswelt angeht. Dennoch hinken Investitionen und Gästezahlen aus Deutschland weit hinterher. Die kürzlichen Entwicklungen in der internationalen Bankenszene zeigen, dass Deutschland wirtschaftlich höchstens noch mit ein paar superreichen Firmen vertreten ist, die nach Abschluß einer Entwicklung sich an gut situierten Firmen beteiligen, oder diese gleich ganz aufkaufen.
Was die touristische Entwicklung angeht, so war 2004 mit dem Beitritt zur EU und der entsprechenden Medienaufmerksamkeit zwar ein Boom festzustellen, aber deutsche Touristen sind nun mal in Estland erst weit hinter den Finnen und den übrigen direkten Nachbarländern wirklich ein Kalkulationsfaktor. Allzu viel Aufmerksamkeit scheinen auch die eher von kurzfristigen Preisgestaltungen abhängigen Billigflieger abzubekommen: wie wichtig auch gute Fährverbindungen wie die Finnjet zwischen Rostock und Tallinn war, wird offensichtlich von estnischer Seite unterschätzt - das zeigten mir Gespräche mit den in Hamburg anwesenden Firmenvertreter/innen. Das zeigt andererseits auch, dass eine nachhaltig positive Entwicklung der Region eben doch nur in enger Zusammenarbeit mit anderen Ostseeanrainern zu erreichen ist - und manche leicht überheblichen Spitzen estnischer Repräsentanten ("wir sind die Besten der Welt") dann bei gemeinsamen Projekten etwas anders ausfallen.
Ministerpräsident Ansip wurde übrigens von deutschen Geschäftsleuten danach gefragt, was er empfehlen würde, wenn er die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und SPD in Deutschland mit schreiben könnte. Angesichts dessen, dass Estland immer gern als "Paradies der Neoliberalen" bezeichnet wird, war seine Antwort überraschend: er stellte die Einführung eines "Elterngeldes" positiv heraus, da dies die Absicherung der Familien darstelle.
Foto rechts: Ministerpräsident Andrus Ansip mit Anda Silde, Leiterin des Baltikum Tourismusbüros in Berlin
Labels:
estland-Deutschland
Estland, ein virtuelles Wunderland?
Estland bemüht sich nach Kräften: wer den Vorträgen der estnischen Gäste beim Business-Seminar der Handelskammer Hamburg am 17.11. zuhörte, der konnte schon fast ein wenig ein eingeschüchtert sind vom jung-dynamischen Erfolgschwung, der da durch die Reihen wehte. Den Milliarden-Verkaufspreis, den kürzlich die estnische Software-Coproduktion SKYPE auf dem internationalen Markt erzielte, dazu die virtuelle estnische Warenwelt, die per elektronischem Ausweis zumindest in Tallinn immer mehr erschlossen wird, und dann noch die Aussicht, deutschen Firmen in Estland werden mittelfristig die gut ausgebildeten Fachkräfte in Estland fehlen - man konnte ein wenig den Eindruck bekommen: wer zu spät kommt, den bestraft eben die Konkurrenz.
Längst herrscht kein Zweifel mehr: die wirklichen Neuentwicklungen machen die Esten selbst. Rain Rannu (Foto links) von "Mobi Solutions" stellte mit kleinen, witzig gemachten Werbeclips neue Ideen vor, wie die estnische virtuelle Wunderwelt bald vielleicht aussehen könnte. Beispiel 1: ein junges Pärchen verabredet sich zum Rendevous an einer Kirche, und "er" will nun "sie" mit Kenntnissen zu dieser Sehenswürdigkeit beeindrucken: heraus mit dem mobilen Steuerungsgerät aus der Hosentasche, ein Druck auf den Knopf, und ....... es läuten die Glocken! Eine neue touristische Serviceleistung? Beispiel 2. Ein kleines Kind läuft eine einsame Straße entlang. Zu Hause warten die Eltern vergeblich. Doch dann: ein Auftrag an ein Taxi, dieses ortet den Aufenthaltsort des Kindes per Handy, und bringt es sicher nach Hause. Ortung der Aufenthaltsorte von Personen per Handy? In diesem Fall werden vielleicht nicht nur deutsche Datenschützer das Gruseln bekommen.
(Foto unten: die estnische "Erika Mustermann" heisst Mari-Liis Männik)
Aber Esten sind - wenn sie erst mal ins Reden kommen, wohl alles andere als zurückhaltend. Seit Beginn der Arbeit von "Enterprise Estonia" (Veranstalter der estnischen Tage in Hamburg), so sagte Chef-Wirtschaftsförderer Alar Kolk, habe man bereits etwa eine Milliarde Menschen informiert. Und mit Januar 2006 werde man die Arbeit noch ausweiten. Ob denn bei soviel Aktivität demnächst auch für andere Städte in Deutschland mal eine Veranstaltungsunterstützung abfallen würde? Nein, die "Ausweitung" stelle nur eine Erweiterung der Mitarbeiterinnen in Hamburg dar, wurde ich aufgeklärt: es wird nicht mehr nur eine, sondern dann zwei sein. (!)
Längst herrscht kein Zweifel mehr: die wirklichen Neuentwicklungen machen die Esten selbst. Rain Rannu (Foto links) von "Mobi Solutions" stellte mit kleinen, witzig gemachten Werbeclips neue Ideen vor, wie die estnische virtuelle Wunderwelt bald vielleicht aussehen könnte. Beispiel 1: ein junges Pärchen verabredet sich zum Rendevous an einer Kirche, und "er" will nun "sie" mit Kenntnissen zu dieser Sehenswürdigkeit beeindrucken: heraus mit dem mobilen Steuerungsgerät aus der Hosentasche, ein Druck auf den Knopf, und ....... es läuten die Glocken! Eine neue touristische Serviceleistung? Beispiel 2. Ein kleines Kind läuft eine einsame Straße entlang. Zu Hause warten die Eltern vergeblich. Doch dann: ein Auftrag an ein Taxi, dieses ortet den Aufenthaltsort des Kindes per Handy, und bringt es sicher nach Hause. Ortung der Aufenthaltsorte von Personen per Handy? In diesem Fall werden vielleicht nicht nur deutsche Datenschützer das Gruseln bekommen.(Foto unten: die estnische "Erika Mustermann" heisst Mari-Liis Männik)
Aber Esten sind - wenn sie erst mal ins Reden kommen, wohl alles andere als zurückhaltend. Seit Beginn der Arbeit von "Enterprise Estonia" (Veranstalter der estnischen Tage in Hamburg), so sagte Chef-Wirtschaftsförderer Alar Kolk, habe man bereits etwa eine Milliarde Menschen informiert. Und mit Januar 2006 werde man die Arbeit noch ausweiten. Ob denn bei soviel Aktivität demnächst auch für andere Städte in Deutschland mal eine Veranstaltungsunterstützung abfallen würde? Nein, die "Ausweitung" stelle nur eine Erweiterung der Mitarbeiterinnen in Hamburg dar, wurde ich aufgeklärt: es wird nicht mehr nur eine, sondern dann zwei sein. (!)
Labels:
e-estonia,
e-Government,
estland-Deutschland,
Skype,
Wirtschaft
Freitag, November 18, 2005
Estnische Überraschungen in Hamburg
Für eine Weltstadt wie Hamburg ist die Informationspolitik kümmerlich, aber das Programm sehenswert. Nur auf wenigen Webseiten findet sich - ganz kurz - eine Zusammenfassung des genauen Ablaufs der ESTNISCHEN TAGE in Hamburg.ENTERPRISE ESTONIA heisst nun der Zusammenschluß aus estnischer Exportagentur, Aussenwirtschaftsförderung und Investitionsagentur. Auf Hamburgs Edelmeile, der Mönckebergstraße, arbeitet ENTERPRISE ESTONIA jetzt mit eigenem Büro und tritt auch als Veranstalter der ESTNISCHEN TAGE auf.
(Foto oben: Die Gruppe "Wort und Tanz" aus Tallinn bei ihrem Auftritt in der HSH Nordbank Shopping Passage)
Überraschungen erlebten arglose Wochenend- oder Weihnachtseinkäufer, wenn sie in der Nordbank-Shopping-Passage eine Rolltreppe hochfuhren. Im ersten Stock war dort eine metergroße Landkarte auf den Boden geklebt, und unversehens stand man mitten in Estland.
Tanz- und Gesangsgruppen nutzen dies drei Tage lang als Bühne - als Höhepunkt sicher HEUTE um 19 uhr die VANILLA NINJAS (wie auch ihr Fanklub richtig bemerkt hat und ankündigt)
Estlands Ministerpräsident Ansip war am 17.11. Gast sowohl beim Businessseminar der Handelskammer Hamburg, wie auch im Gespräch mit den anderen Beteiligten aus Estland. Mein Eindruck: Ansip "verzaubert" kaum, wirkt eher typisch estnisch kühl, vielleicht wie der "oberste Businessman des Landes".Für Überraschungen sorgen andere: Zum Beispiel Rain Rannu als erfolgreicher estnischer IT-Unternehmer (so jung können Unternehmer sein - und dann noch von jahrelangen Erfahrungen berichten!). Von ihm konnten die versammelten Geschäftsleute lernen, dass die estnischen innovativen Entwickler bereits "e-government" schon wieder als "von gestern" einstufen. Was kommt, ist das "m-government" - die mobile Aktivität, mit Handy oder anderen mobilen Geräten. E-Business sei eben zu sehr an das Vorhandensein stationärer Geräte gebunden, so Rannu, aber mobil ließen sich ja nicht nur beim Parken, am Getränkeautomat oder beim Banking, sondern auch mit der in Estland bereits eingeführten elektronischen Identitätskarte eine Menge neuer Ideen denken.
Fortsetzung der Eindrücke von den estnischen Tagen folgt ....
Labels:
estland-Deutschland,
estnische Waren,
Wirtschaft
Tallinn gestern und heute
Der Livejournal-Blogger Dany Dorfmann hat eine Fotoserie mit alten Ansichten Tallinns seinen neuesten Aufnahmen aus jüngster Zeit gegenübergestellt. Die älteren stammen vornehmlich aus den 60ern Jahren. Die Dokumenation ist hier. Die alten Fotos wurden von zombakhan ins Web gestellt. Via delfi.ee.
Labels:
Geschichte,
Tallinn
Mittwoch, November 16, 2005
Die europäische Blog-Rangliste
Basic Thinking hat die vielleicht genaueste Rangliste über die Verbreitung des Bloggens in Europa kommentiert. Einige Österreicher haben sich gemeldet, die sich vor allem vor den Deutschen positionieren wollen. Aber beide Länder und auch das Baltikum haben noch keine starke Durchdringung mit dem Blog-Veröffentlichen. Auch Finnland nicht. Dagegen beteiligen sich bereits 10 % in Island daran, in Korea schon 25 % und wir liegen unter einem Prozent pro Tausend Einwohner. Die USA sind auch schon weiter.
Labels:
Blogger
Montag, November 14, 2005
Zeitungs- Rückblick Revaler Bote
Das Weltkriegs-Bildarchiv ist jetzt fast vollständig. Fotos aus dem 1. Weltkrieg und vor allem von der unbekannten Ostfront. Siehe Blogroll-Liste. Sie stammen von einem Soldaten, und dabei muss hinzugefügt werden,einem Soldat des Deutschen Reiches. Auf der anderen Seite der Front kämpften auch Deutsche, vor allem in der Russischen Armee. Viele sind Balten(deutsche) gewesen, also Nachkommen der vor Jahrhunderten ausgewanderten Westfalen usw..Nach dem 1. Weltkrieg gab es in Deutschland eine Revolution und die Weimarer Republik wurde gegründet, Estland wurde auch Republik, die mit einem zweijährigen Unabhängigkeitskrieg begann. Die Baltendeutschen fanden sich also in einem neuen Staat wieder. Das Erstaunliche ist, wie die deutschsprachige Zeitung dort Berliner Politik 5 Jahre nach Kriegsende fast eins zu eins überträgt. Sehr gut zu sehen am Ende des Leitartikels, wo die angespannte Aufregung über die geforderte Auslieferung des Kronprinzen kommentarlos zitiert wird:
Für die Rückkehr des Kronprinzen, meinte der Kanzler[Stresemann], möchte er lieber neuen französischen Brutalitäten ausgesetzt sein, als den Vorwurf tragen, daß der letzte Deutsche aus dem Weltkrieg noch im Auslande fern von seiner Familie weilen müsse. Die Forderung der Auslieferung werde selbstverständlich abgelehnt.Mit solchen Leitartikeln war die Verbindung zu Estland fast vollständig aufgehoben. (Der Artikel läßt sich herausvergrößern)
Labels:
1. Weltkrieg,
Geschichte
Freitag, November 11, 2005
Korea-Estland

Erstaunlich, margus hat eine Fotoserie, aus dem Naturpark Luhasoo zusammengestellt. Dort stehen mehrere Holztotems. Rechtes Bild
Die Bedeutung ist mir nicht ganz klar, aber die Ähnlichkeit zu koreanischen (links) samt Proportionen ist auffällig.
Wer weiter durch die Fotosammlung vom Margus wandert
kommt auch zu alten Mittelalter-Ruinen, einem Höhlenkomplex und einem Gefängnismuseum in Tallinn. Leider, leider noch spärlich betextet.
Labels:
Estland-Korea
Donnerstag, November 10, 2005
Skype 200 Millionen mal heruntergeladen !
Warum ist das eine Meldung in Estland aber nicht hier? Das sagt eine Menge über den Zustand unserer Internet-Kommunikation in Deutschland aus. Mit dem Programm Skype wird das Telefonieren über Internet ermöglicht.
Drei Thesen:
1. Wir sind technisch zurückgefallen, der schnelle Internetanschluss ist Voraussetzung. In Deutschland steht dieser noch nicht überall zu Verfügung und ist noch relativ teuer. Und es ist ein ziemlich neuer Rechner mit neueren Betriebssystemen notwendig.
2. Wir wollen vielleicht gar nicht über das Internet kommunizieren. Viele lehnen den Computer auch gleich GRUNDSÄTZLICH ab. Es gibt hier den Mythos vom echten, realen Leben, das aber nicht über eine Datenleitung existieren kann. Konsequenz. Am besten gar nicht erst anwenden.
3. Das vernetzte Internet mit offenen Webseiten entspricht nicht unserer Mentalität. Wir bevorzugen eher die abgeschlossenen Bereiche mit reglementiertem Zutritt. Am besten in einer strengen formellen Form.
Extremausdruck dieser Haltung sind die sogenannten Serviceseiten der Behörden, die ihren bürokratischen Apparat oft einfach 1 zu 1 auf das Internet übetragen, mit der Vorstellung, dass das zeitgemäß sei. Trotzdem muss jeder bei wichtigen Fragen doch zur Behörde, weil die wichtigen Vorgänge weiterhin im Hintergrund laufen. Siehe eine einfache Anfrage an die Baubehörde, der Klassiker bleibt weiterhin bei wichtigen Anliegen: "Keine Ahnung der zuständige Mitarbeiter ist im Urlaub." Wie weit der Bauantrag schon durch ist, wird nicht verzeichnet und schon gar als Information zugänglich gemacht. Harmloses Beispiel.
Drei Thesen:
1. Wir sind technisch zurückgefallen, der schnelle Internetanschluss ist Voraussetzung. In Deutschland steht dieser noch nicht überall zu Verfügung und ist noch relativ teuer. Und es ist ein ziemlich neuer Rechner mit neueren Betriebssystemen notwendig.
2. Wir wollen vielleicht gar nicht über das Internet kommunizieren. Viele lehnen den Computer auch gleich GRUNDSÄTZLICH ab. Es gibt hier den Mythos vom echten, realen Leben, das aber nicht über eine Datenleitung existieren kann. Konsequenz. Am besten gar nicht erst anwenden.
3. Das vernetzte Internet mit offenen Webseiten entspricht nicht unserer Mentalität. Wir bevorzugen eher die abgeschlossenen Bereiche mit reglementiertem Zutritt. Am besten in einer strengen formellen Form.
Extremausdruck dieser Haltung sind die sogenannten Serviceseiten der Behörden, die ihren bürokratischen Apparat oft einfach 1 zu 1 auf das Internet übetragen, mit der Vorstellung, dass das zeitgemäß sei. Trotzdem muss jeder bei wichtigen Fragen doch zur Behörde, weil die wichtigen Vorgänge weiterhin im Hintergrund laufen. Siehe eine einfache Anfrage an die Baubehörde, der Klassiker bleibt weiterhin bei wichtigen Anliegen: "Keine Ahnung der zuständige Mitarbeiter ist im Urlaub." Wie weit der Bauantrag schon durch ist, wird nicht verzeichnet und schon gar als Information zugänglich gemacht. Harmloses Beispiel.
Labels:
Skype
Montag, November 07, 2005
Skype certification engineer
Das ist ein kleiner Test. Viele Beiträge im Estlandblog drehten sich in letzter Zeit um Computerunternehmen oder Internetwahlen . Dies ist ein Foto aus dem Unternehmen Skype. Von parasiil bei flickr veröffentlicht. Moderne Arbeitswelten in Estland.
Skype ermöglicht das Telefonieren über Internet. Die Softwareentwicklung findet vor allem in Estland statt.
Und Flickr, ein Fotoweblog, ermöglicht das Übertragen von Bildern auf den Estlandblog. Auf das Bild geklickt, und es erscheint die flickr-Seite von parasiil.
Skype ermöglicht das Telefonieren über Internet. Die Softwareentwicklung findet vor allem in Estland statt.
Und Flickr, ein Fotoweblog, ermöglicht das Übertragen von Bildern auf den Estlandblog. Auf das Bild geklickt, und es erscheint die flickr-Seite von parasiil.
Mittwoch, November 02, 2005
Estnisches Soldatenleben - digital
So hatte ich mir doch eigentlich das Soldatenleben in Estland schon immer vorgestellt: Während der Kampfgenosse links noch ein wenig so schaut, als ob er gerade entdeckt, dass er sein abendliches Süppchen leider schon mittags aufgegessen hatte, hat der estnische Soldat auch beim Blick über Kimme und Korn schon die digitale Kamera im Anschlag. Was dieser estnische Blogging-Fan hier so treibt, befördert die Fantasie: ob wohl demnächst die zu Hause wartende Freundin mit elektronisch gespeicherten Tagebüchern aus dem Einsatzgebiet versorgt wird? Ob dieser "Geheimnisverrat" überhaupt von der Armeeführung toleriert wird?
Nach "E-Voting" nun "E-Fighting"?
Abonnieren
Posts (Atom)