Montag, Dezember 26, 2005

Rätsel gelöst


In diesem Jahr gab es eine ganze Reihe englischsprachiger Weblogs aus Estland. Alle hatten Schwerpunktthemen und alle traten sehr selbstbewusst auf. Zuerst sah es so aus, als sei das eine selbstverständliche Entwicklung. Die Anzahl der Blogger nimmt zu , warum also nicht auch bei den Studenten. Aber ebenso plötzlich wie sie aufgetaucht sind, stellen sie jetzt alle Bloggeraktivitäten wieder ein. Die Ursache hat jemand von ihnen genannt: Es war eine Anforderung des Medienstudiums an dieser Akademie in Tallinn. Schade, denn ein alltägliches Bild vom Baltikum können die Massenmedien bei uns nicht leisten. Dazu berichten sie viel zu sporadisch und häufig mit dem Blick von aussen. Das hier war eine hervorragende Alternative.
Wer eine Diskussion um die Entstehung eines Bloggerseminars an der Uni im deutschsprachigen Raum mitverfolgen will: Hier bei media-ocean.

Mittwoch, Dezember 14, 2005

Eine neue Entwicklung

Die New York Times berichtet über die jungen High Tech-Unternehmen in Estland. Das Besondere dabei: Es ist etwas eingetreten, was es so noch nie in Estland gegeben hat. Die Zuwanderung junger hochausgebildeter Arbeitskräfte aus allen möglichen Ländern weltweit, und wieder dient Skype als Beispiel:

While entrepreneurs complain about the shortage of skilled workers, more and more young foreigners are ready to trek to this northernmost Baltic nation for a job. Skype employs people from 30 countries; in the halls, one hears plenty of English, and even some Spanish.

Mittwoch, Dezember 07, 2005

Eine andere Sicht auf Estland


Seit jüngster Zeit gibt es einige neue englischsprachige Weblogs aus Estland. Einer davon stammt von "Elli", ihr erster Post beschreibt ihre Motivation zu schreiben und zu fotografieren:

Well..here I am. 22-year-old audiovisual media student from Estonia - trying to figure out what am I doing here.
I´ve tried several times to leave this country and somehow it just doesn`t work that way. Once I made it to england, but returned after half a year. Estonia is beautiful, it`s my home, it`s my family... and yet, in my eyes, the country is still so miserable. I`m going to try to go away again next year. Maybe I can keep myself away from here at least a year, and then, when I come back, perhaps everything here in Estonia will look better and more developed. This is how I see it from here...


Wer ihre Perspektive kennenlernen möchte, hier der Link zu ihrer Seite: SadEst

Freitag, Dezember 02, 2005

Paet: Es gibt keine alten oder neuen europäischen Staaten - nur ein neues Europa

"Erledige die Arbeit, dann kommt die Liebe von selbst", diesen Satz des Schriftstellers A.H. Tammsaare schrieb der jetzige Aussenminister Estlands, Urmas Paet, einmal anläßlich der Konferenz "Europa eine Seele geben" - als er noch Kulturminister war - den Europäern ins Stammbuch. Es soll wohl heißen: Erledige sachlich deine Arbeit, dann wirst du sie auch lieben lernen.
Ob Paet, der studierte Politologe und ehemaliger Radio- und Zeitungsjournalist, mit dieser Devise auch sein Amt aus Aussenminister ausfüllt, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Paet erzeugte erst kürzlich, im November 2005, wegen seines unkonventionellen Vorgehen gegenüber Russland Presseschlagzeilen. Paet hatte persönlich die Teilnahme an einem Runden Tisch zur Grenzkooperation an den neuen EU-Aussengrenzen in St.Petersburg zugesagt, der Kreml sagte aber "njet", verweigerte kathegorisch ein Einreisevisum, und wies dem Esten die kalte Schulter. Begründung: nur "gleichrangige Diplomaten" könnten einen Minister nach Russland einladen. Das wäre der russische Aussenminister Lawrov gewesen. Dieser rief Paet an und bedauerte den Vorfall - als es längst zu spät war; so jedenfalls wurde das Gespräch in verschiedenen Berichten wiedergegeben. Nun, vielleicht erinnerte sich Lawrov auch noch an die feierliche Unterzeichnung des estnisch-russischen Grenzvertrags am 18.Mai 2005 (dieselben beiden Beteiligten). Ein Vertrag, den Russland später als ungültig betrachtete, da Estland ihn bei Ratifizierung im Parlament mit einer auf die sowjetische Okkupation eingehenden einleitenden Präambel versah.

Vielleicht wächst ja langsam die Liebe Paet's zu seinem Amt, obwohl ihm also offensichtlich manchmal auch bei der Erledigung seiner Arbeit Steine in den Weg gelegt werden, und Erfolge nicht immer in der Anzahl ordnungsgemäß unterschriebener Dokumente zu messen sind. "Europäisch Beseelte" findet er offensichtlich auf Seiten des östlichen Nachbars kaum.

In Berlin war Paet dagegen am 24.November der Erste. Des neuen deutschen Aussenministers Steinmeier erster ausländischer Gast in Berlin. Das Gespräch war nur kurz, und weil ein Aussenminister ja nicht grundlos in der Welt umherjetten sollte, hielt Paet am Tag zuvor noch einen Vortrag an der Universität Jena zum Thema "
Wie hält man das neue Europa in Bewegung?" (womit nicht direkt die Reisediplomatie gemeint war).
"Es gibt keine neuen oder alten europäischen Staaten", war einer von Paet's Leitsätzen dort (und spielte damit auf den flapsigen Rumsfeld an, dem nicht jeder in hochmütig geführte Kriege folgen wollte), "sondern nur ein neues Europa".
"Wir Politiker sind doch nur Akteure im politischen Theater, und die Wähler, also die Zuschauer, haben die Möglichkeit uns auch von der Bühne zu vertreiben", sagte Paet im Laufe seiner Jenaer Rede. Auch das scheint wieder auf Tammsaare anzuspielen, wenn erst nach erledigter Arbeit ein wenig Liebe erwartet werden kann. Esten wirken eben fast nie so, als ob sie sich auf errungenen Lorbeeren ausruhen könnten. "Wir müssen aber mehr tun, um gegenüber der ganzen Welt unsere gemeinsamen Ideen und Werte zu verteidigen" - das könne auch der rote Faden im Umgang mit den an die erweiterete EU nun angrenzenden Staaten Osteuropas sein, so Paet.

Aussenminister Steinmeier gegenüber versicherte Paet am Tag darauf in Berlin, Estland werde den Prozess der Ratifizierung der Europäischen Verfassung trotz des Neins der Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden weiter betreiben.
Paet traf sich in Berlin ausserdem mit FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, dessen Partei Paet's estnischer "Reformpartei" wohl politisch am nächsten steht.

Weit weniger Sympathie schlug wohl am 2.12. in Tallinn dem britischen Premierminister Tony Blair entgegen, der im Zusammenhang mit der gegenwärtigen britischen EU-Präsidentschaft offen für eine radikale Kürzung aller EU-Strukturhilfen eintrat. Das würde, Presseberichten zufolge, Estland 320 Millionen Euro an Einnahmen kosten (Litauen sogar 600 Mill.!). "Estonians were not amused", wird Blair vielleicht zu Hause berichtet haben. Aber einer der aktivsten Mitgestalter der europäischen Poltik sind die Esten nun inzwischen allemal.

Montag, November 28, 2005

E-government und Transparenz


Nebel, das ist der Begriff, den Siim Kallas,ein Este in der Eu-Kommission zum Verhältnis Bürger und Regierungsentscheidungen verwendet hat. Bisher werden Informationen zu wichtigen Vorgängen nur bei Nachfrage stückweise herausgegeben. Stattdessen sollten alle relevanten politischen Informationen jederzeit abrufbar sein. Natürlich über das Internet.

Auszug aus seiner Rede während der Konferenz "Transforming Public Services":

Indeed, to reach its political objectives, the Commission relies both on the strength of its proposals and on the authority of its reputation.

The Commission has made significant efforts on transparency, already during its previous mandate. In a continuous spirit of improvement, more can and will be done, as was decided by the College on the 9th of November.

One of the aims of transparency is better communication to the public of relevant information. And mass communication is changing. Citizens have increased expectations. Receiving information “on offer” on TV will not be sufficient in the long term. Citizens have been given unprecedented access to information in most corporate and private spheres of life. They quite naturally also have increasing expectations for greater transparency in public institutions. To ........

.......... give one example, the Commission will try to put information on all end recipients of EU grants on the web. We should facilitate scrutiny at our own initiative, rather than waiting to “release” information drop by drop in response to requests received.

Indeed, the public will expect to be able to access desired information “on demand” in a user-friendly form.


Die Hauptstichworte sind die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit an Informationen. Nicht mehr das "on offer", also was einem angeboten wird, sei es von offizieller oder journalistischer Seite, ist relevant, sondern die Information "on demand", also bei Nachfrage. Und darüber hinaus: die Wege des Informationsaustausches müssen direkter werden. Davon sind wir noch weit entfernt. Und nochmal: E-government ist nicht nur der moderne elektronische Ausdruck der Bürokratie, sondern ein Möglichkeit die Demokratisierung voranzutreiben.
Das ist der offizielle Titel von Siim Kallas:
Vice-President of the European Commission responsible for Administrative Affairs, Audit and Fraud.

Donnerstag, November 24, 2005

Erinnerungsbilder eines Baltendeutschen


Tallinn St. Olai Estonia
Originally uploaded by Jens-Olaf.
Das sind die Photoerinnerungen eines Baltendeutschen. Sie zeigen eine vergangene Idylle. Die Bilder wurden in Gotenhafen in der Adolf-Hitlerstrasse entwickelt. Das ist fast der Beleg , dass die Photos 1939 oder 1940 ins Album kamen. Und zwar dort, wo die Baltendeutschen im besetzten Polen, dem "Warthegau" angesiedelt wurden. Gerade hatten sie die alte Heimat verloren, manche hatten sie bewusst aufgegeben, und dann waren sie in der neuen gar nicht richtig angekommen. Es sei denn, man war überzeugt, dass das richtig war, was mit Polen gerade geschehen war.
Wie brutal der Übergang von den Umsiedlerschiffen aus Estland in den Alltag des 3.Reiches war, zeigt das Faltblatt.

In dem bekannten verdrehten Deutsch der damaligen Zeit steht am Ende des Blattes:
Deutsche Volksgenossen! Der Opfergang deutscher Menschen ist Erfüllung geworden! Großdeutschland ist erstanden! Die Feierstunde am 9. November soll die geschlossene Gemeinschaft aller Deutschen bekunden. Darum, deutsche Volksgenossen, ist es eure Pflicht, an dieser ersten Veranstaltung nach unserer Heimkehr ins Reich teilzunehmen.

Randbemerkung: 1944 fanden sich viele Baltendeutsche in den Flüchtlingstrecks vor der Roten Armee wieder. Das Ende der 700jährigen Geschichte der Deutschen im Baltikum zog sich in die Länge. Die letzte Etappe ging dann endgültig nach Westen.

Samstag, November 19, 2005

Buntes Estland

Einen bunten Strauß estnischer Kultur hatten die Organisatorinnen der ESTLAND-Tage vom 17.-19.November 2005 in Hamburg gebunden. Kunsthandwerker/innen, Tänzer und Musiker/innen, Reiseangebote und eine tägliche Verlosung überraschten die Wochenendeinkäufer mit exzellent dargebotenen Einblicken zu Land und Leuten.
(Foto links: "alles aus Filz" - vom Hut bis zum Schuh - bot Hilda Rüttel aus Tallinn an)








Einer der Höhepunkte waren die Momente, wenn Eneli Rüütli, Anastassia Sois, Ivar Lett und Endro Roosimäe eine ihrer schwungvollen Tanzvorführungen auf's Parkett legten.












Die Sängerin Marvi Vallaste hat sich, zusammen mit den Gitarristen Jaak Sooäär und Raul Vaigla, mehr dem Jazz verschrieben. Beim Sommerfestival "Saaremaa valss" war Vallaste 2004 beste Sängerin, und beim Jazz-Wettbewerb "Rainbow Jazz" siegte sie mit ihrer Band.

Künstler der Selbstdarstellung

Estland hat sich in den 15 Jahren seit der erneuten Erklärung der Unabhängigkeit rasant entwickelt. Fast scheint es so, dass man dem "eigentlichen estnischen Wesen" vorbeugen möchte: wortkarg, zurückhaltend, eher schüchtern.
Während eines Vortrags oder einer Präsentation estnischer Geschäftsleute erinnert in der Regel fast nichts mehr an mögliche Kommunikationsschwierigkeiten im Lande: sprachgewandt (oft Deutsch UND Englisch), gutaussehend, auftrittssicher, technisch gut gerüstet - so arbeitet jeder Einzelne am Image der jung-dynamisch Erfolgreichen. Die Veranstaltungen der "Estnischen Tage" in Hamburg wurden von professionellen Eventmanagern wie "RESTLING EVENT" aus Tallinn vorbereitet und begleitet. Auch die "dunkle" Phase der sowjetischen Zeit wird gelegentlich geschickt übersprungen: So präsentiert ENTERPRISE ESTONIA etwas augenzwinkernd ein altes estnisches Holzfahrrad unter dem Stichwort "wie alles begann".

Die Veränderungen in den 15 Jahren seit der Unabhängigkeit Estlands sind teilweise rasant - zumindest was die Entwicklung der Städte und der Geschäftswelt angeht. Dennoch hinken Investitionen und Gästezahlen aus Deutschland weit hinterher. Die kürzlichen Entwicklungen in der internationalen Bankenszene zeigen, dass Deutschland wirtschaftlich höchstens noch mit ein paar superreichen Firmen vertreten ist, die nach Abschluß einer Entwicklung sich an gut situierten Firmen beteiligen, oder diese gleich ganz aufkaufen.
Was die touristische Entwicklung angeht, so war 2004 mit dem Beitritt zur EU und der entsprechenden Medienaufmerksamkeit zwar ein Boom festzustellen, aber deutsche Touristen sind nun mal in Estland erst weit hinter den Finnen und den übrigen direkten Nachbarländern wirklich ein Kalkulationsfaktor. Allzu viel Aufmerksamkeit scheinen auch die eher von kurzfristigen Preisgestaltungen abhängigen Billigflieger abzubekommen: wie wichtig auch gute Fährverbindungen wie die Finnjet zwischen Rostock und Tallinn war, wird offensichtlich von estnischer Seite unterschätzt - das zeigten mir Gespräche mit den in Hamburg anwesenden Firmenvertreter/innen. Das zeigt andererseits auch, dass eine nachhaltig positive Entwicklung der Region eben doch nur in enger Zusammenarbeit mit anderen Ostseeanrainern zu erreichen ist - und manche leicht überheblichen Spitzen estnischer Repräsentanten ("wir sind die Besten der Welt") dann bei gemeinsamen Projekten etwas anders ausfallen.

Ministerpräsident Ansip wurde übrigens von deutschen Geschäftsleuten danach gefragt, was er empfehlen würde, wenn er die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und SPD in Deutschland mit schreiben könnte. Angesichts dessen, dass Estland immer gern als "Paradies der Neoliberalen" bezeichnet wird, war seine Antwort überraschend: er stellte die Einführung eines "Elterngeldes" positiv heraus, da dies die Absicherung der Familien darstelle.
Foto rechts: Ministerpräsident Andrus Ansip mit Anda Silde, Leiterin des Baltikum Tourismusbüros in Berlin

Estland, ein virtuelles Wunderland?

Estland bemüht sich nach Kräften: wer den Vorträgen der estnischen Gäste beim Business-Seminar der Handelskammer Hamburg am 17.11. zuhörte, der konnte schon fast ein wenig ein eingeschüchtert sind vom jung-dynamischen Erfolgschwung, der da durch die Reihen wehte. Den Milliarden-Verkaufspreis, den kürzlich die estnische Software-Coproduktion SKYPE auf dem internationalen Markt erzielte, dazu die virtuelle estnische Warenwelt, die per elektronischem Ausweis zumindest in Tallinn immer mehr erschlossen wird, und dann noch die Aussicht, deutschen Firmen in Estland werden mittelfristig die gut ausgebildeten Fachkräfte in Estland fehlen - man konnte ein wenig den Eindruck bekommen: wer zu spät kommt, den bestraft eben die Konkurrenz.
Längst herrscht kein Zweifel mehr: die wirklichen Neuentwicklungen machen die Esten selbst. Rain Rannu (Foto links) von "Mobi Solutions" stellte mit kleinen, witzig gemachten Werbeclips neue Ideen vor, wie die estnische virtuelle Wunderwelt bald vielleicht aussehen könnte. Beispiel 1: ein junges Pärchen verabredet sich zum Rendevous an einer Kirche, und "er" will nun "sie" mit Kenntnissen zu dieser Sehenswürdigkeit beeindrucken: heraus mit dem mobilen Steuerungsgerät aus der Hosentasche, ein Druck auf den Knopf, und ....... es läuten die Glocken! Eine neue touristische Serviceleistung? Beispiel 2. Ein kleines Kind läuft eine einsame Straße entlang. Zu Hause warten die Eltern vergeblich. Doch dann: ein Auftrag an ein Taxi, dieses ortet den Aufenthaltsort des Kindes per Handy, und bringt es sicher nach Hause. Ortung der Aufenthaltsorte von Personen per Handy? In diesem Fall werden vielleicht nicht nur deutsche Datenschützer das Gruseln bekommen.
(Foto unten: die estnische "Erika Mustermann" heisst Mari-Liis Männik)

Aber Esten sind - wenn sie erst mal ins Reden kommen, wohl alles andere als zurückhaltend. Seit Beginn der Arbeit von "Enterprise Estonia" (Veranstalter der estnischen Tage in Hamburg), so sagte Chef-Wirtschaftsförderer Alar Kolk, habe man bereits etwa eine Milliarde Menschen informiert. Und mit Januar 2006 werde man die Arbeit noch ausweiten. Ob denn bei soviel Aktivität demnächst auch für andere Städte in Deutschland mal eine Veranstaltungsunterstützung abfallen würde? Nein, die "Ausweitung" stelle nur eine Erweiterung der Mitarbeiterinnen in Hamburg dar, wurde ich aufgeklärt: es wird nicht mehr nur eine, sondern dann zwei sein. (!)

Freitag, November 18, 2005

Estnische Überraschungen in Hamburg

Für eine Weltstadt wie Hamburg ist die Informationspolitik kümmerlich, aber das Programm sehenswert. Nur auf wenigen Webseiten findet sich - ganz kurz - eine Zusammenfassung des genauen Ablaufs der ESTNISCHEN TAGE in Hamburg.
ENTERPRISE ESTONIA heisst nun der Zusammenschluß aus estnischer Exportagentur, Aussenwirtschaftsförderung und Investitionsagentur. Auf Hamburgs Edelmeile, der Mönckebergstraße, arbeitet ENTERPRISE ESTONIA jetzt mit eigenem Büro und tritt auch als Veranstalter der ESTNISCHEN TAGE auf.
(Foto oben: Die Gruppe "Wort und Tanz" aus Tallinn bei ihrem Auftritt in der HSH Nordbank Shopping Passage)
Überraschungen erlebten arglose Wochenend- oder Weihnachtseinkäufer, wenn sie in der Nordbank-Shopping-Passage eine Rolltreppe hochfuhren. Im ersten Stock war dort eine metergroße Landkarte auf den Boden geklebt, und unversehens stand man mitten in Estland.
Tanz- und Gesangsgruppen nutzen dies drei Tage lang als Bühne - als Höhepunkt sicher HEUTE um 19 uhr die VANILLA NINJAS (wie auch ihr Fanklub richtig bemerkt hat und ankündigt)

Estlands Ministerpräsident Ansip war am 17.11. Gast sowohl beim Businessseminar der Handelskammer Hamburg, wie auch im Gespräch mit den anderen Beteiligten aus Estland. Mein Eindruck: Ansip "verzaubert" kaum, wirkt eher typisch estnisch kühl, vielleicht wie der "oberste Businessman des Landes".

Für Überraschungen sorgen andere: Zum Beispiel Rain Rannu als erfolgreicher estnischer IT-Unternehmer (so jung können Unternehmer sein - und dann noch von jahrelangen Erfahrungen berichten!). Von ihm konnten die versammelten Geschäftsleute lernen, dass die estnischen innovativen Entwickler bereits "e-government" schon wieder als "von gestern" einstufen. Was kommt, ist das "m-government" - die mobile Aktivität, mit Handy oder anderen mobilen Geräten. E-Business sei eben zu sehr an das Vorhandensein stationärer Geräte gebunden, so Rannu, aber mobil ließen sich ja nicht nur beim Parken, am Getränkeautomat oder beim Banking, sondern auch mit der in Estland bereits eingeführten elektronischen Identitätskarte eine Menge neuer Ideen denken.

Fortsetzung der Eindrücke von den estnischen Tagen folgt ....

Tallinn gestern und heute

Der Livejournal-Blogger Dany Dorfmann hat eine Fotoserie mit alten Ansichten Tallinns seinen neuesten Aufnahmen aus jüngster Zeit gegenübergestellt. Die älteren stammen vornehmlich aus den 60ern Jahren. Die Dokumenation ist hier. Die alten Fotos wurden von zombakhan ins Web gestellt. Via delfi.ee.

Mittwoch, November 16, 2005

Die europäische Blog-Rangliste

Basic Thinking hat die vielleicht genaueste Rangliste über die Verbreitung des Bloggens in Europa kommentiert. Einige Österreicher haben sich gemeldet, die sich vor allem vor den Deutschen positionieren wollen. Aber beide Länder und auch das Baltikum haben noch keine starke Durchdringung mit dem Blog-Veröffentlichen. Auch Finnland nicht. Dagegen beteiligen sich bereits 10 % in Island daran, in Korea schon 25 % und wir liegen unter einem Prozent pro Tausend Einwohner. Die USA sind auch schon weiter.

Montag, November 14, 2005

Zeitungs- Rückblick Revaler Bote

Das Weltkriegs-Bildarchiv ist jetzt fast vollständig. Fotos aus dem 1. Weltkrieg und vor allem von der unbekannten Ostfront. Siehe Blogroll-Liste. Sie stammen von einem Soldaten, und dabei muss hinzugefügt werden,einem Soldat des Deutschen Reiches. Auf der anderen Seite der Front kämpften auch Deutsche, vor allem in der Russischen Armee. Viele sind Balten(deutsche) gewesen, also Nachkommen der vor Jahrhunderten ausgewanderten Westfalen usw..
Nach dem 1. Weltkrieg gab es in Deutschland eine Revolution und die Weimarer Republik wurde gegründet, Estland wurde auch Republik, die mit einem zweijährigen Unabhängigkeitskrieg begann. Die Baltendeutschen fanden sich also in einem neuen Staat wieder. Das Erstaunliche ist, wie die deutschsprachige Zeitung dort Berliner Politik 5 Jahre nach Kriegsende fast eins zu eins überträgt. Sehr gut zu sehen am Ende des Leitartikels, wo die angespannte Aufregung über die geforderte Auslieferung des Kronprinzen kommentarlos zitiert wird:

Für die Rückkehr des Kronprinzen, meinte der Kanzler[Stresemann], möchte er lieber neuen französischen Brutalitäten ausgesetzt sein, als den Vorwurf tragen, daß der letzte Deutsche aus dem Weltkrieg noch im Auslande fern von seiner Familie weilen müsse. Die Forderung der Auslieferung werde selbstverständlich abgelehnt.
Mit solchen Leitartikeln war die Verbindung zu Estland fast vollständig aufgehoben. (Der Artikel läßt sich herausvergrößern)

Freitag, November 11, 2005

Korea-Estland




Originally uploaded by margus_malva.
Erstaunlich, margus hat eine Fotoserie, aus dem Naturpark Luhasoo zusammengestellt. Dort stehen mehrere Holztotems. Rechtes Bild
Die Bedeutung ist mir nicht ganz klar, aber die Ähnlichkeit zu koreanischen (links) samt Proportionen ist auffällig.

Wer weiter durch die Fotosammlung vom Margus wandert
kommt auch zu alten Mittelalter-Ruinen, einem Höhlenkomplex und einem Gefängnismuseum in Tallinn. Leider, leider noch spärlich betextet.

Donnerstag, November 10, 2005

Skype 200 Millionen mal heruntergeladen !

Warum ist das eine Meldung in Estland aber nicht hier? Das sagt eine Menge über den Zustand unserer Internet-Kommunikation in Deutschland aus. Mit dem Programm Skype wird das Telefonieren über Internet ermöglicht.

Drei Thesen:

1. Wir sind technisch zurückgefallen, der schnelle Internetanschluss ist Voraussetzung. In Deutschland steht dieser noch nicht überall zu Verfügung und ist noch relativ teuer. Und es ist ein ziemlich neuer Rechner mit neueren Betriebssystemen notwendig.

2. Wir wollen vielleicht gar nicht über das Internet kommunizieren. Viele lehnen den Computer auch gleich GRUNDSÄTZLICH ab. Es gibt hier den Mythos vom echten, realen Leben, das aber nicht über eine Datenleitung existieren kann. Konsequenz. Am besten gar nicht erst anwenden.

3. Das vernetzte Internet mit offenen Webseiten entspricht nicht unserer Mentalität. Wir bevorzugen eher die abgeschlossenen Bereiche mit reglementiertem Zutritt. Am besten in einer strengen formellen Form.
Extremausdruck dieser Haltung sind die sogenannten Serviceseiten der Behörden, die ihren bürokratischen Apparat oft einfach 1 zu 1 auf das Internet übetragen, mit der Vorstellung, dass das zeitgemäß sei. Trotzdem muss jeder bei wichtigen Fragen doch zur Behörde, weil die wichtigen Vorgänge weiterhin im Hintergrund laufen. Siehe eine einfache Anfrage an die Baubehörde, der Klassiker bleibt weiterhin bei wichtigen Anliegen: "Keine Ahnung der zuständige Mitarbeiter ist im Urlaub." Wie weit der Bauantrag schon durch ist, wird nicht verzeichnet und schon gar als Information zugänglich gemacht. Harmloses Beispiel.

Montag, November 07, 2005

Skype certification engineer


Skype certification engineer
Originally uploaded by parasiil.
Das ist ein kleiner Test. Viele Beiträge im Estlandblog drehten sich in letzter Zeit um Computerunternehmen oder Internetwahlen . Dies ist ein Foto aus dem Unternehmen Skype. Von parasiil bei flickr veröffentlicht. Moderne Arbeitswelten in Estland.
Skype ermöglicht das Telefonieren über Internet. Die Softwareentwicklung findet vor allem in Estland statt.
Und Flickr, ein Fotoweblog, ermöglicht das Übertragen von Bildern auf den Estlandblog. Auf das Bild geklickt, und es erscheint die flickr-Seite von parasiil.

Mittwoch, November 02, 2005

Estnisches Soldatenleben - digital

So hatte ich mir doch eigentlich das Soldatenleben in Estland schon immer vorgestellt: Während der Kampfgenosse links noch ein wenig so schaut, als ob er gerade entdeckt, dass er sein abendliches Süppchen leider schon mittags aufgegessen hatte, hat der estnische Soldat auch beim Blick über Kimme und Korn schon die digitale Kamera im Anschlag.
Was dieser estnische Blogging-Fan hier so treibt, befördert die Fantasie: ob wohl demnächst die zu Hause wartende Freundin mit elektronisch gespeicherten Tagebüchern aus dem Einsatzgebiet versorgt wird? Ob dieser "Geheimnisverrat" überhaupt von der Armeeführung toleriert wird?
Nach "E-Voting" nun "E-Fighting"?

Rekrutenleben in Estland gebloggt

Vor kurzem ist ein estnischer Blogger zum Wehrdienst eingezogen worden, und hat das Versprechen hinterlassen, seine ersten Eindrücke festzuhalten. Der erste Beitrag in "TEH VOODOO LOUNGE"ist gerade eingetroffen. Die dritte Woche des Grundwehrdienstes ist abgeleistet, vieles erinnert an das Soldatenleben weltweit, das Essen, der Umgang der Rekruten untereinander. Die Erfahrung, dass einige Kameraden nur Probleme verursachen, während andere versuchen zu helfen wo es nur geht.
Alltagsszenen:

Then lunch, then more classes, supper, evening lineup and count and then the crowning event of every day – the cleaning. Oy vey, the horrible, lemon-fresh, sparkling cleaning. I’ve never mopped so many floors in my life. If you want a manly career mopping floors and making beds, join the army!
Ausserdem wird er an dem erst zweiten Militärbegräbnis in der estnischen Geschichte teilnehmen. Das erste soll in den 30ern stattgefunden haben.

Und nicht vergessen, er sitzt natürlich nicht in der Kaserne am PC, sondern überreicht die Texte handgeschrieben seinem Bruder, genannt Sam.

Freitag, Oktober 28, 2005

From boingboing to flickr to WWI Eastern Front

Now here are more readers from the English blogoshpere than from the German one.

Since boingboing.net published the url link to a set of more than 130 photos of a German soldier on the EASTERN FRONT during WWI I will try to give some further information. Though millions of soldiers experienced the other huge front in WWI there is a big gap of images compared to the Western Front. WWI seems to be a war almoust exclusivly devasting areas in Belgium and France.

In recent years more studies were done, about the way the Germans established a strange military state, called Ober Ost. This occupation and its result was one of the reason for the decision making 20 years later during WWII conquering Eastern Europe and the way they did it. Here are some results:

one of the major studies from US Historian, Vejas Gabriel Liulevicius
his book: War Land on the Eastern Front

Or this one from Erin Gettmann
The Baltic region during WWI

Ältere Posts zum Thema Ostfront im 1. Weltkrieg im Estland Blog:

1. Weltkriegserie - Die Archive
1. Weltkriegs- Fotoserie Zwischenbilanz

Donnerstag, Oktober 27, 2005

boingboing

Monatelang haben wir ein kleines Fotoarchiv mit über 100 unveröffentlichten Eindrücken von der Ostfront im 1. Weltkrieg zusammen gestellt, geordnet in einem Set des Foto-Weblogprogramms flickr.com. Die Fotos stammen aus dem Nachlass eines deutschen Militärs, Jahrzehnte in Privatbesitz. Nun: bis gestern haben sich das Set etwa 50 Viewer angesehen, einige Museen im Baltikum haben die Fotos direkt per E-mail bekommen. Sie helfen dort eine historische Bilderlücke zu schließen. Heute werden es auf dem Set im Fotoblog wohl 20 000 Viewer sein. Die Ursache konnte ich erst nach 10 Stunden erfahren. Zeitweise war der Zugang zur Webseite nicht mehr möglich. Die Ursache liegt hier.
boingboing sammelt interessante Themen aus dem Internet und zwar extrem weit gestreut vom Inhalt.

Samstag, Oktober 22, 2005

E-Voting in Estland - Normalisierung des Ungewöhnlichen



E-Statistik liegt nun vor
Die estnische Wahlkommission hat inzwischen auch eine detallierte Analyse der aus dem E-Voting erzielten Wahlergebnisse vom 16.Oktober 2005 vorgelegt. Danach wurden lediglich 9317 elektronisch abgegebene Stimmen als gültig gezählt. Positiv: alles lief ohne Störungen ab, Unregelmäßigkeiten gab es keine.

Zunächst waren die Evoting-Stimmen nur zusammen mit allen vorab abgegebenen Stimmen in den ersten Statistiken ausgewisen worden. Nun erweist sich, dass es doch gravierende Unterschiede im Wahlverhalten gab. Allein 3833 der elektronischen Stimmen (41,1% der E-Votes) wurden in der Hauptstadt Tallinn abgegeben - ganz im Gegensatz zu dem sonstigen Wählerverhalten, wo nur 9,2% der Wähler in Tallinn vorab ihre Stimmen abgaben. Andere Landesteile, wie die eher ländlichen Bezirke Jôgeva (der Spitzenwert von 20% gingen hier bereits vorab zur Wahl) oder Pôlva (15,4% Vorab-Beteiligung) tauchen in der E-Voting-Statistik fast gar nicht mehr auf. Das legt den Schluß nahe, dass wirklich eher die "Internet-Freaks" dieses Wahlverfahren ausprobierten, als dass es eine Erleichterung zum Beispiel für die ländliche Bevölkerung dargestellt hätte.

E-Freaks wählen nicht zu Hause
Die estnische Wahlkommission gibt weiterhin an, dass "beliebteste Orte" für das E-Voting die Büros von Banken, kommunalen Einrichtungen und Firmen für Telekommunikation gewesen seien. Leider weist der Bericht nicht aus, ob diese Aussage durch Ermittlung der Computerstandorte beim E-Voting zustande kam, oder eher eine Vermutung darstellt. Sollte dies aber zutreffen, dann läßt sich weiterhin ja auch sagen, dass sich die E-Voter also eben nicht bereits zu Hause an den Rechner setzten und sich damit den Weg zu einer Abstimmungsstelle ersparten. War zu schönes Wetter am Wahltag? Bequemer als ein Gang zu einem Wahllokal machten es sich die E-Freaks also keinesfalls.

Von Früh-Entscheidern und Last-Minute Entschlüssen ...
Eigentlich sind also alle E-Voting-Ergebnisse, die ausserhalb der Städte Tallinn, Tartu, und Pärnu fielen, beinahe ohne Belang, denn anderswo gab es weniger als 200 Beteiligte per Internet.
Da fällt es auch nicht mehr viel ins Gewicht, dass in Kuressare auf Saaremaa noch 135 Stimmen abgegeben wurden (Platz 5 der E-Voter), in Viljandi im mittleren Süden Estlands noch 129 Stimmen (Platz 6), und in Narva im Nordosten noch 103 Stimmen (Platz 9).
Registriert hat das estnische Wahlamt auch die Zeiten, zu denen die Internet-Wähler aktiv waren: Spitzenwerte wurden erzielt morgens um 9 Uhr und wieder abends gegen 19 Uhr. An den drei Vorwahltagen war das Evoting von 00.00 - 24.00 Uhr möglich.
364 der Internet-Wähler nutzten übrigens die Möglichkeit, innerhalb des erlaubten Zeitraums von 3 Abstimmugnstagen mehrfach abzustimmen.

Ergebnisübersicht
Hier zum Schluß noch das landesweite Wahlergebnis, sortiert nach Parteien:
Zentrumspartei (Eesti Keskerakond) = 126.449 Stimmen = 25,48% (2002=25,86%)
Reformpartei (Eesti Reformierakond) = 83.953 Stimmen = 16,91% (2002=12,19%)
Volksunion (Eestimaa Rahvaliit) = 61.871 Stimmen = 12,47% (2002=11,21%)

Vaterlandspartei (Erakond Isamaaliit) = 42.566 Stimmen = 8,58% (2002=6,59%)
Res Publika (Erakond Res Publica) = 42.004 Stimmen = 8,46% (2002=15,42%)
Sozialdemokraten (Sotsiaaldemokraatlik Erakond) = 31.921 Stimmen = 6,43% (2002=4,39%)

Vereinigte Russische Volkspartei (Eestimaa Ühendatud Rahvapartei) = 3.407 Stimmen = 0,69% (2002=4,31%)
Christliche Volkspartei (Eesti Kristlik Rahvapartei) = 1799 Stimmen = 0,36% (2002=0,12%)
Unabhängigkeitspartei (Eesti Iseseisvuspartei) = 687 Stimmen = 0,14%
Russische Partei Estlands (Vene Erakond Eestis) = 406 Stimmen = 0,08%
Linke Partei Estlands (Eesti Vasakpartei) = 317 Stimmen = 0,06% (2002=0,07%)

Alltagsnachrichten aus E-stonia

Siim Teller, einer der meistgelesenen Blogger in Estland hat eine nette Alltagsgeschichte auf seiner englischsprachigen Seite gepostet, Thema: "Schöne neue Welt".

October 11, 2005

Do you want your house to be alive?

Does your home send you emails? With pictures in them? Apparently my coworkers' home does. He's set up a wireless webcam as a security measure which sends him pictures via email if it detects any motion in the viewable area. Today he received a picture of a tree that had fallen on his balcony.

...

Montag, Oktober 17, 2005

Estnische Chöre und große Worte

Seit Monaten posten wir über Estland und kaum ein Wort über die Bedeutung der Chormusik ist gefallen. Das ist wie Großbritannien ohne Brit-Pop. Also, bald finden die Estlandtage in Schottland statt, aus dem Scotsman via andante:

"Choirs like this came about because Estonia didn't have an army," the leading folk musician Jaak Johannsen told me. Estonian men, it seems, promote their nationalist machismo through their vocal cords. A gigantic painting on the wall of the choir's practice room depicts its original director, Gustav Ernesaks. He, like so many Estonian men during the Second World War, was sent to Russia for enforced labour, where he gathered together his compatriots to form what is now the Estonian National Male Choir.

Next month, the choir visits Scotland as part of Estonian Days in Scotland, when it will perform some of Tormis's vast choral repertoire in the new Scottish Parliament, followed by a public concert at Edinburgh's Greyfriars Kirk. Folk musicians, including Johannson, will also be in various venues in Glasgow, Edinburgh and Inverness and heading up to Shetland to perform with Aly Bain and Phil Cunningham.


Der im Scotsman erwähnte Veljo Tormis hat auch im deutschsprachigen Raum 1992 eine CD veröffentlicht: Forgotten Peoples bei ECM Reords, Lieder der kleinen finnougrischen Völker der Liven, Voten, Izhoren, Ingrier, Wepsen und Karelier.

Wie bedeutend Chormusik für Estland ist, zeigt das Foto vom großen Festival 1965- Die Bunte Farbbildbericht,das Stadion ist nur zum Singen gebaut worden.

Donnerstag, Oktober 13, 2005

Estnische Regionalwahl bereits entschieden!

Ginge es danach, was die internationalen Medien an der Regionalwahl in Estland am meisten interessiert - dann wäre die Entscheidung schon jetzt gefallen.
Der spannenste Teil der estnischen Regionalwahlen ist - drei Tage vor der Wahl - vielleicht bereits entschieden.
Das E-Voting ist bereits beendet.

Bei aller internationalen Aufmerksamkeit für die Tatsache, dass Estland als erstes Land ein E-Voting bei den Regionalwahlen vom 16.Oktober 2005 durchführt, war den meisten Berichterstattern entgangen, dass dieses elektronische Wahlverfahren lediglich zwischen dem sechsten und vierten Tag vor dem eigentlichen Wahltag möglich ist. Somit liegt am 13.Oktober zumindest die elektronische Wahlbeteiligung bereits vor. Hier ist das Ergebnis:
An der Spitze liegt der Kreis JÕGEVA mit 20% Internet-Wahlbeteiligung, gefolgt von den Kreisen SAARE (15,7%), PÕLVA (15,4%), HIIU (14,8%), VALGA (14,6%), JÄRVA (13,2%), LÄÄNE (13,1%), VÕRU (13,0%) und VILJANDI (12,9%). Damit haben tatsächlich die eher ländliche Bereiche únd die Inselbevölkerung besonders intensiv von der Möglichkeit der elektronischen Abstimmung Gebrauch gemacht.
Diejenigen, die es wohl nicht weit zum Wahllokal haben, nutzen das E-Voting am wenigsten - obwohl wahrscheinlich doch auch ein Internet-Cafe oder ein Büro in der Nähe gewesen sein wird. In Tallinn waren es mit nur 9,2% die wenigsten E-Wähler, danach folgen Tartu mit 10,1% und Pärnu mit 10,3%.
Ebenfalls "elektronisch inaktiv" zeigten sich die Wahlberechtigten im Nordosten Estlands: In Ida-Virumaa waren es nur 10,5%.

Eine endgültige E-Wahlbeteiligung stellt dies allerdings noch nicht dar. "Das traditionelle Wahlverfahren mit dem Stimmzettel hat Vorrang", gibt das estnische Wahlamt bekannt. Wer also am 16.Oktober sich anders entscheidet, in sein zuständiges Wahllokal geht und die Wahl per Stimmzettel vollzíeht, dessen elektronische Stimme wird wieder gelöscht.

Nachtrag (20.10.2005)
Leider waren die vom estnischen Wahlamt zugänglichen Informationen in sofern ungenau, dass immer nur die Zahlen für diejenigen Wähler angegeben wurden, die vorab ihre Stimme abgegeben haben. Die meisten der Medien , die nach Bekanntgabe der estnischen Wahlergebnisse "geringe Beteiligung" beim E-Voting konstatierten, gaben ebenfalls keine Quelle an. Ich habe nun einige Tage recherchiert, und fand erst in englischsprachigen Medien genauere Angabe. Danach waren es zwar 129.000 Menschen, die ihre Stimme vorab abgaben (siehe obige Zahlenangaben), das wären etwa 12% der abgegebenen Stimmen. Davon waren aber nur etwa 9300 Stimmen per Internet abgegeben worden. Alles andere muss der traditionellen Briefwahl zugeschlagen werden. Auf eine genauere Analyse der E-Voting-Ergebnisse muss wohl noch eine Zeitlang gewartet werden.

Mittwoch, Oktober 12, 2005

Warten auf den Translator für Estnisch

Eine Sache hat mich fast überwältigt: Der Translator. Ich erinnere mich, dass vor Jahren mit der automatischen Übersetzung von Sprachen fast nur Müll produziert wurde. Jetzt habe ich das Internet-Tool wieder angewendet. Das Ergebnis unglaublich. Nicht, dass alles verstanden werden könnte bei der Übersetzung. Aber eins habe ich festgestellt:Ich bin auf chinesische Seiten gestoßen,wo ich bisher nur den Wust der Bildzeichen sah. Jetzt habe ich herausgefunden, dass Chinesen unglaublich persönliche Dinge in ihren Blogs und Kommentaren öffentlich beschreiben. Kurz und gut, ein harmloses Beispiel jetzt, auf Japanisch ein Post über Estland.



エストニアは1991年にソビエトから独立しましたが、我々日本人には馴染みのない国です。一見、暗そうなイメージを持ちますが、治安は安定し、現在は大変平和です。フィンランドの文化の影響を受けて、IT産業も発達しています。

話がそれました。

散歩しているだけでも、多くのことに気づきます。日本で過ごすよりも、時間がゆっくりの経過しているように感じます。

いい国ですよ、『ESTONIA』


Der Translator macht daraus:

Estonia became independent from the Soviet Union in 1991, but it is the country which does not have familiarity in our Japanese. At first glance, the darkness so it has image, but public order stabilizes, presently very much it is peace. Receiving the influence of the Finnish culture, also IT industry has advanced. It could curve story. It just walks, you become aware in many things. Rather than passing in Japan, in order for time slowly to have elapsed, you are moved It could curve story. It is good country, ' ESTONIA '


Zumindest läßt sich das Thema abstecken. Er ist also das erste Mal in Estland und schildert seine Eindrücke, ein paar Grundinformationen,wie die Unabhängigkeit 91, die Nähe zu Finnland und seine Einschätzung, dass sich das Land positiv weiterentwickle. Ein wenig Vergleich mit Japan kommt dazu. Diese Übersetzungs-Tools noch weiter verbessert, und dann in der Blogosphäre eingesetzt, das ist doch die Vernetzung, die immer herbeigeredet wird. Traurige Wirklichkeit dagegen ist, dass der englischsprachige Raum über Estland und ehemalige SU in einer eigenen Welt kommuniziert, die deutschsprachige Blogosphäre dagegen in Bezug auf Osteuropa unterentwickelt bleibt. Das war schon der erste Eindruck beim Einstieg ins Bloggen bei der Begleitung der Orangenen Revolution in der Ukraine im letzten Jahr. Wer dabei sein wollte, musste Englisch lesen. Es hat sich kaum etwas geändert.

Wie groß der Abstand zu den englischsprachigen Blogseiten ist, zeigt Siberianlight, ein Blick auf die Linkliste genügt.

Von dort kommt auch der Tipp für andere osteuropäische Sprachen im Translator: Hier das Programm für Tschechisch, Ungarisch und andere.