Mittwoch, Mai 25, 2005

e-voting Wählen mit Computer und Internet

Estland wird als erstes Land der EU eine Kommunalwahl mit Zulassung zur Abstimmung am Heimcomputer durchführen. Das Parlament hatte vor kurzem eine dafür nötige Gesetzesinitiative passieren lassen.
In Deutschland kommt ein solches Vorgehen überhaupt nicht gut an. Hier sehen wir in erster Linie die Risiken, die Manipulationsmöglichkeiten, ob real vorhanden oder nicht. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern fühlen sich vor allem die Deutschen fremdbestimmt und bevormundet. Deswegen werden auch nicht die Chancen des Systems des E-Votings gesehen. Zum Beispiel, dass sich mit der nötigen ID-Karte Eingaben bei Behörden und deren Weiterbearbeitung auch von zu Hause aus, von Bürgerseite aus, überwachen lassen. So sind die Bestrebungen in Estland. Der Spieß wird also umgedreht.

Eine kleine Zusammenstellung von Informationen zum Thema:

Jüri Kaljundi von MicroLink, Estland, führt zu den technischen Voraussetzungen

eine Meinung aus Österreich

und eine kleine Diskussion bei politik- digital metablocker

Kommentare:

  1. Soweit ich weiss, hat Präsident Rüütel erstmal Einspruch erhoben gegen das Gesetz. Es sei nicht gewährleistet, dass für alle die Ausgangsbedingungen bei der Wahl weiterhin gleich sind, oder so ähnlich (gemäß englischsprachiger Presse).
    Also: Es scheint noch nicht alles sorgfältig vorbereitet zu sein, oder?

    AntwortenLöschen
  2. Ja, das Gesetz soll eine Unstimmigkeit besitzen, dass Wähler ihre Stimmabgabe wieder ändern können. Das darf nicht sein, so habe ich das verstanden. Also muss das Gesetz angepasst werden.
    Aus der Präsidenten-Webseite:

    "The President of the Republic in his resolution noted that he considered it necessary that the Act passed by the Riigikogu on May 12 had to be deliberated further, and had to be brought into conformity with the Constitution of the Republic of Estonia.

    “§ 15 of the Act passed by the Riigikogu amends § 50 of the Local Government Council Election Act, as the new wording of Subsection 6 gives the voters a right to change the vote electronically. I consider that such provision contradicts the principle that local government council elections shall be uniform as stipulated in Subsection 1, § 156 of the Constitution of the Republic of Estonia.

    The principle of uniformity in case of active voting right assumes that each person who has the right to vote is guaranteed the possibility to exercise that right under the same uniform conditions, vote only once, and each vote has to have the same weight. According to the Amendment to the Local Government Council Election Act passed by the Riigikogu, the voter who votes by electronic means has a right to change his or her vote either voting anew electronically or using a ballot paper. The voters who do not use electronic means for voting do not have a possibility to change their vote or to repeat the voting. Consequently, they do not have equal opportunities while exercising their voting rights,” President Rüütel wrote in his decision.

    The full text of the resolution of the President of the Republic is available www.president.ee."

    AntwortenLöschen