Montag, August 29, 2005

Journalistische Reflexe


Der Deutschlandfunk kündigt eine Sendung zum Thema- Estland und der Preis der Reformen -an. Termin 17. September 11:05
Voraussichtlich gut recherchiert mit vielen Zeitzeugen, trotzdem ist etwas in der Vorankündigung, was einen nachdenklich macht. Es heisst dort:
...
"Doch die konsequente Umsetzung marktwirtschaftlicher Reformen hat ihren Preis. Viele ältere Menschen leben heute am Rande der Armut."


Es ist nicht das erste Mal, dass die Senioren als Opfer der Marktwirtschaft nach 1991 bezeichnet werden, aber hier wird etwas auf den Kopf gestellt.
Es gab nichts mehr zum Verteilen beim Bankrott der Sowjetunion. Das Land war marode und abgewirtschaftet. Aus dem Nichts hätte man also für Sozialleistungen auch nichts holen können, Schulden machen, damit die Älteren zufrieden sind - eine Alternative? So sah Estland und das Baltikum vielerorts im Innern aus- Foto links oben 1991/1992 in einer Fabrik in Valka.
Kommunikation anno 1992, umsonst Telefonieren zum Ortstarif in Tartu

Lebensmittel aus dieser Produktion waren billig. Deswegen:














Die Zeit der Sowjetunion hat mit ihren getürkten Wirtschaftsdaten, dem Rohstoffraubau, den geliehenen Sozialleistungen viele Illusionen hinterlassen und getäuschte Opfer. Nur den Preis dafür zahlen sie jetzt. Am Pranger stehen diejenigen Politiker, die versuchen diesen Nachlass loszuwerden. Verkehrte Welt.

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