Ist Estland eigentlich "baltisch"? Die estnische Sprache ist ja dem Finnischen ähnlich (finno-ugrisch), und das sogenannte "Baltikum" ist sowieso ein Behelfsbegriff ohne Grundlage. Noch viel zu wenig ist in Deutschland bekannt über Kultur und Geschichte, über Politik und Gesellschaft in Estland. Die jungen Europäer in Deutschland und Estland werden die Zukunft prägen! Wir rufen auf zur Diskussion.
Dienstag, Januar 29, 2013
Alles klar Uwe!
Samstag, Januar 26, 2013
Umfragen sehen Opposition vorn
Dienstag, Januar 22, 2013
Einsteigen zum Test!
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| Ob Bus und Straßenbahn nun den Tallinnern sympathischer werden - wo jeder die Linien bis zur Endstation ausnutzen kann? |
In den Leserforen derselben Zeitungen fallen die Bewertungen etwas krasser aus: die positiven Stimmen loben das Vorbild und beobachten interessiert die Entwicklungen in Tallinn, heben auch die dem Verkehrsexperiment vorangegangene Volksabstimmung in Tallinn hervor.
Negativ äußern sich meist Autofahrer, die derartige "Gängelung" als Einschränkung des Autoverkehrs ablehnen. Manche scheinen auch jeglichen Kostenlos-Dienstleistungen der öffentlichen Hand zu mißtrauen und werten die Tallinner Kostenlos-Busse als "Wärmestube für Penner" ab. Andere meinen in der estnischen Maßnahme auch Bekanntes aus der DDR-Vergangenheit zu entdecken und meinen "am Ende hat der Staat nichts mehr zu verteilen und geht pleite".
174.000 Menschen in Tallinn sollen in den ersten zwei Wochen den neuen Service bereits genutzt haben, dazu kommen auch 49.000 Rentner, die auch bisher bereits freie Fahrt hatten, und die auch nicht ihren Wohnort nachweisen müssen. 570 Fahrzeuge mussten in Tallinn zuvor mit entsprechenden Lesegeräten ausgestattet werden, Anschaffungskosten pro Gerät etwa 500 Euro, Instandhaltungskosten jährlich 760.000 Euro. Die städtischen Verantwortlichen gaben erste Schätzungen zur Entwicklung der ersten zwei Wochen Praxis ab: angeblich soll der private Autoverkehr um 10-15% ab, der öffentliche Verkehr um 6% zugenommen haben.
Dennoch gibt es auch kritische Nachfragen zur Tallinner "Null-Lösung" - auch innerhalb Estlands. Der Erfolg des Modells wird sich wahrscheinlich daran messen lassen müssen, ob zu diesen Fragen Lösungen gefunden werden können.
Das erste kritische Thema ist rein technischer Art. Die meisten Estinnen und Esten besitzen bereits einen elektronischen Personalausweis, eine kleine Chipkarte. Dennoch war es nicht möglich, die in Tallinner Bussen und Bahnen eingebaute Kontrollgeräte auf diese abzustimmen - es müssen neue E-Cards beantragt werden, die Ausstellung der sogenannten "Grünen Karte" (Ühiskaart) verursacht beim Kunden Kosten in Höhe von 3 Euro. Das widerspricht ein wenig der Strategie, den Bürgern möglichst viele Wege zu Ämtern und Nutzungsfunktionen einheitlich mit dem E-Ausweis zu liefern. Andererseits hätten die E-Ausweise Lesegeräte benötigt, während das neue System "kontaktlos" arbeitet, also den Chip auch aus einigen Zentimetern Entfernung bereits erkennt. Allerdings gibt es kein Foto des rechtmäßigen Eigentümers auf dem neuen Kärtchen - so dass für den Fall der Kontrolle weitere Identitätsdokumente mitzuführen nötig sind. "Mit Foto wäre die Produktion zu teuer geworden", so die Stadtväter.
Aber sogar der estnische Datenschutz hat sich schon kritisch gemeldet: es wurden "Datenlücken" entdeckt, offenbar war es Nutzern möglich, auch an Daten anderer Nutzer zu gelangen. Während bei anderen estnischen elektronischen Neuerungen von deren estnischen Erfindern oder Produzenten immer genüßlich erläutert wird, bei Exporten ihrer Produkte nach Deutschland seien spezielle "deutsche Lösungen" möglich - vermeintliche deutsche "Übergenauigkeit" beim Datenschutz. Diesmal sind die Probleme offenbar anders gelagert. Vize-Bürgermeister Taavi Aas hatte auf entsprechende Fragen kürzlich noch eine vielleicht etwas zu einfache Antwort parat: "Niemand wird die Daten manupulieren." (ERR 4.1.13)
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| Tallinn macht von sich reden - ob für oder gegen fahrscheinfreies Busfahren, Hauptsache die estnische Hauptstadt ist mal wieder Diskussionsgegenstand .... |
Eine andere Kritik setzt eher politisch an: mit kostenlosen Busfahrten wolle sich Bürgermeister Savisaar erstmal bei den anstehenden Kommunalwahlen die Wiederwahl sichern, meint die politische Opposition vor allem von der Reformpartei, die ja im nationalen Parlament den Regierungschef stellt. Und nach denn Wahlen müsse man dann sehen, ob noch Geld für die dringende Auffrischung des Fuhrparks übrig sei.
Der am meisten zum Tallinner Stadtverkehr interviewte Politiker ist gegenwärtig Vizebürgermeister Taavi Aas. Er rechnet so: von den etwa 417.000 Menschen die in Tallinn leben haben 5-10% ihren Wohnsitz hier nicht offiziell registriert. Pro 1.000 Neuregistrierungen würde die Stadt etwa eine Million Euro mehr an Steuern einnehmen können (ERR 25.10.12). Wessen Rechnungen aufgehen und welche nicht, vielleicht wird es schon der Verlauf des ersten Praxisjahres zeigen.
Infos:
Gebrauchsanweisung für die "Grüne Karte" / Ticketkauf online (vom Fahrschein über die Angellizenz bis zum Massagesessel!) /Aktuelle Fahrpreisinfos Tallinn / Infos zur Tallinn Card für Touristen /
laud - Das Winterhochwasser
Stand schon mal höher. Die Bäume dokumentieren das natürlich. Soomaa.
Mittwoch, Januar 16, 2013
POLL bei ARTE
Montag, Januar 14, 2013
Estlands Politikverdrossenheit
Samstag, Dezember 22, 2012
Viele Heimschläfer zum Jahreswechsel
Ist das nun eine Verbesserung (= mehr Arbeitsmöglichkeiten) oder eine Verschlechterung (= mehr Arbeitslose, die nur noch im Ausland eine Chance haben)? 61% aller Esten die im Ausland arbeiten zieht es nach Finnland (15.140 - 1.872 in Norwegen, 1.532 in Schweden, 1.357 in Russland, 732 in Großbritannien und 616 in Deutschland).
Innerhalb Estlands haben nur Tartu und die Hauptstadt Tallinn eine positive "Wanderungsbilanz". Ein Resultat scheint sicher: massive Landflucht! So schön in Estland die Natur ist - Frau Estin oder Herr Este kann sich wohl maximal noch ein Sommerhäuschen auf dem Lande leisten, falls das im Ausland verdiente Geld dazu reicht.
Mehr Infos
Mittwoch, Dezember 19, 2012
Ein Flirt per Bahn
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| Bald im Einsatz: Stadler-Züge in Estland |
Die Herstellerfirma meint zu ihren Zügen: "Die Breitspurzüge (1520 mm) wurden so konzipiert und hergestellt, dass sie der für Estland typischen strengen Winterbedingungen standhalten. Die Aluminium-Leichtbauweise und energiesparende Systeme ermöglichen dem Betreiber Elektriraudtee auch bedeutende Kostenersparnisse." (siehe DMM Travel)
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| Zugpräsentation mit Wirtschaftsminister Parts (Mitte): Wie oft er selbst Bahn fährt, war den Pressemeldungen nicht zu entnehmen |
85% der Investitionskosten in die neuen Elektrozüge, deren Wert etwa 80 Millionen Euro beträgt, werden vom EU-Kohäsionsfond finanziert. Die Dieselzüge dagegen werden durch einen Leasingvertrag finanziert.
STADLER hatte eine Ausschreibung zum Projekt gewonnen die 2010 durchgeführt worden war.
Die Firma "Elektriraudtee AS" betreibt gegenwärtig in Estland folgende Strecken mit einer Gesamtlänge von 131.6 km:
Tallinn - Aegviidu - Tallinn
Tallinn - Riisipere - Tallinn
Tallinn - Paldiski - Tallinn
Tallinn - Klooga-rand - Tallinn
Tallinn - Keila - Tallinn
Tallinn - Pääsküla - Tallinn
Die STADLER-Flirt-Züge sind bisher in 11 Ländern im Einsatz: der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Ungarn, Algerien, Polen, Finnland, Norwegen und Weißrussland.
Details zu technischen Daten
Bericht estnisches Fernsehen
Donnerstag, Dezember 06, 2012
Binneneis
Der Winter schreitet im Inland voran. Auch die Ostseevereisung hat begonnen, wenn auch erst ganz im Norden.
Eismeldungen mit aktueller Karte beim finnischen itameriportaali.Montag, November 19, 2012
Heißes Eisen „Nordstream“
Samstag, November 10, 2012
Waben für die Schule
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| Foto: Baulinks.de / Rehau |
Infos: Baulinks / Rehau / Sirkel & Mall / Valga Kutseõppekeskus
Sonntag, Oktober 28, 2012
St. Olai im Oktoberlicht
Nicht nur in Deutschland ist vorübergehend Winter angesagt.
Das Foto stammt von Guillaume Speurt, der auch eine Art Reiseblog schreibt und dieses mit vielen Fotos versieht.
Freitag, Oktober 26, 2012
Der erste Schnee in Tartu
Wir hatten gerade von Herbst gesprochen, jetzt das.
Donnerstag, Oktober 25, 2012
The Arbiter
The Arbiter Trailer from Kadri Kõusaar on Vimeo.
Die offizielle Homepage: The ArbiterDienstag, Oktober 23, 2012
Kiiking-News aus Germany
(notice:
licence for the music is limited to users in Germany - please excuse possible inconvenience)
Freitag, Oktober 19, 2012
Ansip zweifelt - ein wenig
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| Abb. aus einer Werbebroschüre der "ALSTOM" |
Ansip sprach sich allerdings dafür aus, das AKW in Litauen trotz "ungünstig" verlaufener Volksabstimmung in Litauen dennoch zu bauen.
Donnerstag, Oktober 18, 2012
Es ist Herbst
Und das war wohl noch nicht der trübste Tag in Tallinn.
Dienstag, Oktober 09, 2012
Heleri Saarik - “Kõik muusikud on kaabakad” in Korea
beim Busan Filmfestival in Korea, BIFF. Publikumsfragen.
Update:
Samstag, Oktober 06, 2012
Senegals Sonne in Sillamäe
Estland-Freunde werden vielleicht genau hinhören bzw. -lesen. Ob wirklich in Sillamäe ein besserer Fußball gespielt wird als in Tallinn, das zu beurteilen mag noch Insidern der estnischen Fußball-Szene überlassen bleiben. Was macht der Senegalese wenn ihm in Sillamäe zu langweilig wird? Er geht nach Narwa, die Aidara als "nächste Großstadt" bezeichnet, wo er Shoppen und ins Kino gehen könne. Er spricht offenbar nur Englisch, kein Estnisch oder Russisch - hat allerdings einen russischen Berater, der ihm die Verträge in Estland vermittelt hat. Der Verein werde vom Hafen der Stadt Sillamäe gesponsort, so Aidara - da sind die russischen Netzwerke wohl klar. Die Spieler seien deshalb zufrieden, weil der Präsident "recht großzügig" sei und "ein offenes Ohr für die Spieler" habe. Was das im Einzelfall heißt, bleibt im Interview offen.
Aidaras Einschätzung des estnischen im Vergleich zum deutschen Fußball: die besten drei estnischen Mannschaften könnten in der deutschen 3.Liga mithalten. Aber das Interview offenbart nicht alles - der Leser ahnt, dass ein Leben als Fußballer in Bereichen, wo keine großen Summen verdient werden können nicht einfach ist. Zu seinem vorhergehenden Aufenthalt in Tallinn sagt Aidara: "Ich habe in einem Appartement gelebt und bekam vom Vereins-Restaurant drei Mahlzeiten am Tag". Nach Privatleben klingt das nicht. Immerhin spielt hier das Thema Ausländerfeindlichkeit keine Rolle. Aber was macht er, wenn er nicht Fußball spielt? Antwort: "dann denke ich an Fußball und bin mit meiner Familie telefonisch in Kontakt." Wo lebt die Familie eigentlich, ist er verheiratet, oder meint er nur die Eltern? Das läßt das Interview leider offen.
Interview Transfermarkt / Aktuelles zur estnischen Meistriliiga
Kommunalwahl in Estland
Mittwoch, Oktober 03, 2012
"All Musicians Are Bastards"
Mittwoch, September 26, 2012
"Purge" (2012) - der Film
Celebrating its international premiere in Busan is Antti Jokinen’s strong drama PURGE, which took both audience and critics by storm, when it premiered domestically in Finland last Friday. Starring some of the most respected Finnish talents, PURGE is an adaption for screen based by Sofi Oksanen's novel PURGE, which has been translated into 40 languages as well as awarded internationally several times, winning among others the Nordic Council Literature Prize 2010 and the European Book Prize 2010. Producer is Markus Selin for Solar Films.SolarisfilmBusan Der Treiler: Über das Filmen in Estland: On location in Estonia at filming of Sofi Oksanen’s Purge Interview mit dem Filmdirektor Jokinen: Love and Redemption in Antti Jokinen’s Purge
Montag, September 24, 2012
Estnische Fossilien musikalisch
Gut und schön, sagt da der Estland-Interessierte. Die Esten waren offenbar an der Namensfindung beteiligt und können sich beim nächsten Fund vielleicht mal besser durchsetzen: es gibt doch so viele gute estnische Musiker (es muss ja nicht immer Heavy Metall sein... - oder sehen die Akteure hier am ehesten wie Fossilien aus?).
Sonntag, September 09, 2012
Estlands Vogelzug
Estnische Vogelschützer haben einige Vögel mit Sendern ausgestattet, so dass genau nachvollzogen werden kann, wo sie sich jeweils befinden. Einbezogen sind auch die Nachbarländer.
Solche Aufgaben nehmen zum Beispiel die Fischadler Erika, Piret und Ilze wahr, ebenso wie die Schwarzstörche Raivo, Priido und Pirsu und die Schreiadler Karin und Magnus.
Vor einigen Tagen wurden die aktuellen Ortsangaben eingetragen, so dass nun klar ist, dass die Fischadler Erika und Piret sich bereits über Ägypten befinden, der Schwarzstorch Raivo folgt dichtauf.
Schelladler "Iti" dagegen befinden sich noch in Estland, die Seeadler "Sillu" und "Meelis" sind dieses Jahr erst geboren und werden dann demnächst wohl auch noch ihren Zugweg finden.
Wer das mitverfolgen möchte, kann dies hier tun ...
Mittwoch, September 05, 2012
Finnen mit estnischen Sponsoren
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| Vom estnischen Tourismusamt bisher als "Platz für eine schöne Aussicht" beworben: Sprunganlage in Otepää. In Zukunft gibt es offenbar erweiterte estnische Möglichkeiten. |
Nun aber zeichnet sich, einem Bericht auf "Skispringen.com" zufolge, eine estnisch-finnische Kooperation ab. Estnische Skispringer? Gut, bei Weltcups und der Vierschanzentournee nahmen zuletzt auch vereinzelt estnische Springer teil. Aber können Finnen von ihnen sportlich was lernen? Da ist ein Zitat vom erwähnten Sportportal aufschlußreich: "Während Team Estland vom Service-Material und Know-How der erfahrenen Finnen profitieren soll, erhält die stark angeschlagene finnische Mannschaft im Gegenzug finanzielle Unterstützung."
Estnische Sponsoren also für finnische Sportler. Die Meldung weiß außerdem zu betonen, dass beide Nationen weiterhin unter eigener Flagge antreten werden (siehe Hymne). Vielleicht wäre "Finn-Eesti-Ugria" mal eine Idee.
Auf Facebook hat die Fanseite "Skisprungteam Estland" gerade mal einen Fan - den Gründer der Seite, nehme ich an.


















