Dienstag, Oktober 31, 2006

E-Konferenz in Tallinn

Und wer stellt die Audiodateien, die Reden online ins Netz? Es ist wiedereinmal Peeter Marvet. Sein Blog heisst Tehnokratt! Da er die Informationen umsonst preisgibt, zum Beispiel einen Link zu einem Vortrag über die erste wissenschaftliche Analyse der ersten Wahl mit Stimmabgabe über das Internet weltweit, die Wahl, die vor Monaten in Estland stattgefunden hat, verweise ich hier gleich direkt zu Peeters Post über die E-Konferenz mit den englischsprachigen Beiträgen.
In eigener Sache schreibt er:
Greetings to visitors who are interested in e-voting but do not understand Estonian language - this page brings together audio and presentations from conference on e-voting held in Tallinn, Estonia on 27.10.2006. All presentations in English are prefixed with eng. We should talk with ega.ee if we could also publish English translations of Estonian speeches as they translations were also recorded, but not by me. Thanks for being interested in what we are doing here in Estonia! Peeter Marvet, pets@tehnokratt.net

Kommentare:

  1. was wir dringend in estland brauchen, ist eine mobilisierung und diskussion über das e-voting und die grundsätzlichen gefahren für die demokratische grundordnung, die von ihr ausgeht.

    in estland wird in der tat über das e-voting (nicht nur darüber, wäre jetzt aber off topic) rein "technokratisch" und wie es in irgendeiner form erfolgreich zu asche vermaktet werden kann, diskutiert.

    dabei laden insbesondere wahlen über das internet manipulationen an verschiedenen stellen geradezu ein. mutti kann mal kurz von ihrer gerade volljährig gewordenen tochter die identität stehlen und für ihre tochter entscheiden, wie ihre stimme auszusehen hat. und die anonymität einer wahl ist in jedem fall auch nicht mehr gewährleistet.

    wer sich für das e-voting ausspricht, ist letztendlich ein feind der demokratie.

    aber in estland ist es mit der demokratie bisher eh nicht so weit her, wirtschaftliberalität allein macht noch keine wirkliche demokratie aus.

    Aber solange die mehrheit in estland einfach "mul on jumale pohhui" als lebensmotto betrachtet, und die demokratiedefizite bestenfalls bei "estonian feminist art" randgruppen veranstaltungen behandelt wird, hat sozialkalte technokratie in estland ein zukunft.

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  2. Das Vertrauen in die Demokratie ist in Deutschland gering (Umfrage). Weil die Teilhabe- und Gestaltungsmöglichkeiten beschränkt sind. Genauso in Estland. Deshalb zitiere ich gerne Peeter Marvet, der auf die Möglichkeiten der e-Demokratie hinweist. Auf deutscher Seite ist www.politik-digital.de das Gegenstück. Onlinewahlen und Internet und Demokratisierung gehören dort immer zusammen. Bisher hat sich "old bureaucracy" nur auf das Internet übetragen. Von weitgehender Teilhabe des Einzelnen an Entscheidungsprozessen sind wir noch weit entfernt.

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  3. Tja, die Möglichkeiten der e-Demokratie wären ja gross, gar nicht mal die Mitentscheidungsmöglichkeiten, alleine schon von der staatlichen Transparenz her, die man dadurch schaffen könnte.

    Das Informationsfreiheitsgesetz in Deutschland wird ja in Moment auch noch nicht im Internet genutzt, nur von wenigen freiwilligen Privatleuten, wird was reingestellt (vornehmlich von CCC-Mitgliedern).

    Das Vertrauen in der Demokratie ist gering, deshalb muss e-Demokratie auch unbedingt vertrauenswürdig und vor allem transparent sein.

    Bis dahin ist noch ein weiter Weg, aber man soll ja nicht verteufeln, was heute noch nicht richtig fuktioniert.

    Wichtig ist, den Menschen klar zu machen, dass man sich für Demokratie interessieren muss, will man ein Teil der Demokratie sein.

    Mir ist in Moment noch nicht so ganz klar, wie direkte Demokratie auf grössere Staaten, wie Deutschland funktionieren soll.

    Estland ist da ja noch eher mit Polis vergleichbar.

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