Dienstag, März 31, 2026

Kein Bock mehr auf Grün

Das Interesse der estnischen Verbraucherinnen und Verbraucher an Umweltthemen nimmt weiter ab - das ergibt sich zumindest aus dem Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Instituts EMOR. Offenbar liegt das im Trend: Umweltschutz scheint immer weniger eine Rolle bei der Kaufentscheidung zu spielen. "Der Anteil der Esten und Estinnen, die die Umweltfreundlichkeit von Unternehmen nicht für wichtig halten, ist auf 45 % gestiegen", berichtet Katrin Männaste, Forschungsexpertin bei Emor. "Dennoch haben sich die Zahlen bei Verbraucher/innen, die eine "grüne" Denkweise stark schätzen, und diejenigen die ihr klar ablehnend gegenüberstehen, nicht wesentlich verändert“.

Sechs von zehn Menschen sind der Meinung, dass umweltbewusste Entscheidungen in erster Linie in der Verantwortung der Unternehmen liegen, während nur einer von zehn die Verbraucher/innen als Hauptverantwortlichen sieht. Die Bereitschaft, für umweltfreundliche Produkte mehr zu bezahlen, liegt bei weniger als zwei Dritteln (63 %), und meist ist man bereit, bis zu 5 % mehr zu zahlen. „Als Verbraucher haben wir eine bequeme Haltung eingenommen – einerseits erwarten wir, dass umweltfreundliche Entscheidungen von den Anbietern von Produkten und Dienstleistungen bereits standardmäßig getroffen werden, andererseits wollen wir den Umweltversprechen der Unternehmen nicht wirklich glauben“, sagte Männaste.

Dabei gibt es mehr Befürworter einer Verlangsamung oder eines Stopps der "grünen Wende" als solche, die eine Beschleunigung oder eine Fortsetzung im bisherigen Tempo wünschen. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied in den Einstellungen der jüngeren und der älteren Generation: Während mehr als die Hälfte der unter 35-Jährigen dafür ist, den Wandel zumindest im bisherigen Tempo fortzusetzen, sind es bei den über 50-Jährigen nur ein Viertel. (ERR / Emor)