Dienstag, Juli 12, 2005

1.Weltkriegserie - Fotonachlaß eines Soldaten


"Die Lehmpforte" in Tallinn zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Posted by Picasa

Kommentare:

  1. Ich habe erst heute Ihren wunderbaren Blog entdeckt. Vielen Dank für die Arbeit die Sie hier leisten. Alle Achtung!

    Vielleicht können Sie mir ein bißchen mit Sachen Ober Ost helfen. Ich lese zur Zeit die Erinnerungen eines jüdischen Offiziers in der k.u.k. Armee (auf jiddisch). Der Autor, in der Nachkriegszeit ein berühmter Schauspieler im jiddischen Theater hier in New York, beschreibt seine Tätigkeit im Etappengebiet, mit der Habsburg Armee, in Weißrussland. Er war der Kreiskommandant (oder Bezirkskommandant) von Zaprudy (nicht so weit von Brest-Litowsk). Aber bis jetzt wusste ich gar nicht, daß die k.u.k. Armee in dieser Gegend als Besatzungsmacht tätig war. Der Zeitraum ist ungefähr Juni 1915 bis Mai 1916. Wissen Sie vielleicht etwas über k.u.k. in Ober Ost?

    Würde mich freuen wenn Sie oder Ihre Leser mir helfen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Amos
    New York

    PS: Bitte Antworten hier hinterlassen - sie werden an meine Mail weitergeleitet.

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  2. Auf die Schnelle fällt mir da der Beitrag von Piotr Szlanta ein.

    Titel:
    Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1915 als identitätsstiftender Faktor für die moderne polnische Nation

    Darunter das Kapitel:
    Die deutsche und österreichisch-ungarische Besatzung von Russisch-Polen

    in "Die vergessene Front. Der Osten 1914/15
    Ereignis, Wirkung, Nachwirkung"
    Schöningh Verlag 2006
    Herausgegeben von Gerhard P. Groß
    ISBN 13: 978-3-506-75655-8

    Aus einer Rezension:
    Piotr Szlanta (Universität Warschau) lenkte den Blick auf die Tatsache, daß mit Kriegsbeginn alle Teilungsmächte versuchten, die Sympathien der Polen für sich zu gewinnen und damit Hoffnungen auf die polnische Unabhängigkeit nährten. Der Ausbruch des Krieges spaltete die politischen Eliten Polens in zwei Lager: ein pro-österreichisches und ein pro-russisches. Die Grenzen zwischen diesen Lagern waren jedoch fließend. In den ersten Jahren des Krieges verhielt sich die polnische Bevölkerung gegenüber allen drei Teilungsmächten loyal. Die harte Besatzungspolitik Rußlands in Galizien und der Mittelmächte in Kongresspolen, das sinkende Lebensniveau und das Fehlen glaubwürdiger und verbindlicher Zusicherungen für einen polnischen Nachkriegsstaat brachten die Polen gegen die Besatzungsmächte auf und verhinderten eine eindeutige Parteinahme. Die Auswertung bislang unerschlossener Akten lokaler Militär- und Polizeibehörden dürfte diesbezüglich noch interessante Erkenntnisse zutage fördern.

    http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=544

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  3. Wenn man den anderslautenden Namen der Stadt Zaprudy benutzt: Kobryn, finde man eine ausführliche Schilderung der Kriegsjahre im Ersten Weltkrieg. Allerdings ist dort nur von deutschen Truppen die Rede:

    Book of Kobrin;
    the scroll of life and destruction

    (Kobryn, Belarus)

    52°13' / 24°21'

    Translation of
    Sefer Kobryn; megilat hayim ve-hurban
    Edited by Betzalel Shwartz, Israel Chaim Bil(e)tzki
    Published in Tel Aviv, 1951

    About World War I:
    In the Years 1914 - 1926

    by S. Halperin

    Oben auf den Link klicken und man kommt zu den vielen Beiträgen über Kobryn.

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  4. Vielen Dank für den Link! Das Kobrin Yizkor Buch kenn ich. Das Dorf Zaprudy ist aber nicht identisch mit der Statdt Kobryn.

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  5. Stimmt, das Dorf ist etwas nordöstlich von Brest Litowsk und nahe Kobryn/ Kobrin.

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  6. So, das interessiert mich jetzt auch. Ich habe versucht herauszufinden, ob die österreichisch-ungarische Armee auch in der Gegend war. Dabei bin ich auf eine Webseite gestoßen, die alte Heeresberichte postet.
    http://www.stahlgewitter.com/16_07_09.htm

    "Am 2. Juli [1916] 4 Uhr morgens begann das Trommelfeuer auf die Stellungen der österreichischen Verbände östlich von Gorodischtsche und dehnte sich bald nach Süden aus. Nachmittags kamen die ersten starken Infanterieangriffe östlich von Gorodischtsche, die abgeschlagen wurden. Während der ganzen Nacht lag auch bis tief herunter auf den gesamten Stellungen Trommelfeuer. Im Morgengrauen des 3. Juli erfolgten Massenangriffe genau östlich Baranowitschi, die die Höhe von Darowo auf dem westlichen Schtscharaufer erreichten. "

    Baranowitschi liegt auf der Verlängerung der Straße von Brest-Litowsk über Kobryn.
    Demnach ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der gesuchte Ort auch K.u.K-Truppen gesehen hat.

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  7. Das ist ja interessant! Ich weiß, daß mein Offizier zu der Zeit in der Gegend war, anhand den Erinnerungen und auch seinem k.u.k. Vermerkblatt. Aber ich weiß immer noch nicht ob diese Gegend unter dem Mandat des k.u.k. MGG Lublin fiel oder vielleicht einfach "Etappengebiet" war.

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