Freitag, April 09, 2021

Von Ausgangssperre zu Hüpffreiheit

Für die Dauer von zwei Wochen werden in Tallinn Straßen gesperrt - aber nicht aus Gründen des Gesundheitsschutzes, und auch nur für Autos. Von abends 21 Uhr bis morgens früh um 6 Uhr ist dann das Befahren verboten - es gibt Ausnahmen für den Öffentlichen Nahverkehr. (err / bnn). Das geschieht im Tallinner Stadtteil Habersti, vor allem im Bereich der Straßen der Astangu tänav und der Kotermaa tänav. Auch beim Zitieren der Aussage von Oleg Siljanov, stellvertretender Bürgermeister von Habersti, muss genau hingehört bzw. gelesen werden: "Wir wollen ein Massensterben verhindern." 

Gemeint ist in diesem Fall allerdings die jahreszeitlich bedingte Wanderung von Kröten und Fröschen. "Die Astangu tänav ist ein der bedeutendsten Migrationswege für Amphibien in Estland," erläutert Siljanov, "und wir sorgen hier für geschützte Tierarten, die von ihren Winterplätzen zu den Laichgewässern wandern." 

Wegen der Pandemie sei es in diesem Jahr auch nicht möglich, freiwillige Helfer/innen einzusetzen, so entschieden es die zuständigen Amtsstellen. 

2019 hatte der Estnische Naturschutzfond sogar zu einem Gedichtwettbewerb "Springender Frosch" eingeladen, um das Bewußtsein für die ökologische Bedeutung von Amphibien in Estland zu stärken. 

Infoseite: Amphibienarten in Estland (estnisch, mit Bild und Audio)

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