Mittwoch, August 13, 2008

Georgien


Georgia 008.jpg
Originally uploaded by Flasher T
Kein leichtes Thema. Ein abschließendes Urteil über die Vorgänge im Kaukasus liegt für mich in weiter Ferne. Deshalb nur eine lose Ansammlung verschiedener Aspekte und Links.
Georgien ist ein großes Thema in Estland. Mehr als in vielen anderen europäischen Ländern. So ist es verständlich, dass die drei baltischen Staatsoberhäupter nach Tiflis flogen, aber auch der polnische Präsident. Und Polen ist schon ein politisches Schwergewicht innerhalb der Europäischen Union.
Das Foto stammt von Flasher_T, der die kleine Unterstützung-Demo für Georgien in Tartu dokumentiert hat.
Flasher weist darauf hin, dass das russische Militär auf nur eine Entscheidung eines anderen Landes reagiert habe. Die Drohung der Ukraine, die Schwarzmeerflotte nicht mehr in den Heimathafen zu lassen. Deswegen seien während der Krise russische Schiffe zurückgekehrt.

Eine Szene stößt einigen amerikanischen Bloggern auf: Georgien ist mindestens der drittwichtigste Verbündete in Afghanistan. Nun mussten sie Truppen abziehen, und manche Amerikaner fanden sich im Gegenzug als schmutzige Zaungäste wieder, die zu Passivität verdammt waren, ohne ihrem Verbündeten helfen zu können. R.J.Koehler im Blog Marmotshole:
Georgia sent 2,000 troops to Iraq, and as I said to a friend of mine this morning, we have 150,000 US troops in Iraq and another 20,000 in Afghanistan bringing “democracy” to people who wouldn’t know democracy from a goat’s cunt, yet we might sit and watch as the Russians steamroll the Georgians. I’m not saying the US should intervene in Eastern European ethnic conflicts, or that the Georgians didn’t to a large extent bring this on themselves by punching the bear in the nose, but like I said, watching this one from the sidelines makes me feel rather dirty.


Georgien möchte der EU und Nato beitreten. Eigentlich dürfen dann keine ernsthaften Grenzstreitigkeiten mit Nachbarn vorhanden sein. Vielleicht haben hier einige Interesse am Status Quo, der Teilung des Landes.

Mehr als irritierend finde ich die Stalin-Statuen auf den Zentralplätzen in georgischen Städten. Ich möchte mir nicht ein EU-Mitglied vorstellen, das Stalin in der Mehrheit als nationale Größe verehrt. Vergangenheitsbewältigung light.
Und Aleks von All About Latvia hat die Demo in Riga photographiert.
Bei Giustino lautet der Georgien-Post: to die for Danzig?
Und viele Blogger verweisen auf Registan. Der Autor bietet viele weiterführende Links. Wer sich da hineinwühlen will: Ignore the Day-to-Day, and also Bloggers
Und wenn wir schon auf die drei baltischen Präsidenten in Tiflis hinweisen, hier ein Zitat aus Lapelis, einem Blog über Litauen. Es macht deutlich, wie Informationen das Meinungsbild prägen, hier über Südossetien:
Was damit gemeint ist, erklärt Lietuvos rytas-Journalist Rimvydas Valatka: „Wer regiert den südossetischen ‚Staat’? Die Osseten? Nein, die Russen. Die Mehrheit von ihnen mit Schulterklappen.“ Der Premierminister Südossetiens Juri Mozorow habe seine Ausbildung in Ufa erhalten, sei dann von Kursk aus, wo er in der Direktion einer Ölfirma gearbeitet habe, nach Zchinvali entsandt worden. Innenminister Michail Mindsajew hatte den blutigen Einsatz russischer Sondereinheiten gegen die Entführer von Beslan geleitet. Anatoli Barankewitsch, der Sekretär des südossetischen Sicherheitsrates wurde in Kaliningrad geboren und war als Offizier in Tschetschenien. Auch der Verteidigungsminister und die Sicherheitschefs waren vor ihrer politischen Karriere in Südossetien russische Militärs. „Was ist das,“ fragt Valatka, „wenn nicht die Annexion fremden Bodens?“


Update 18. August: Was war der Auslöser des Konflikts im Kleinen? The Telegraph versucht sich an einer Rekonstruktion der Ereignisse Anfang August. Die Komponente Missverständnis kommt nun auch ins Spiel: Ein platter Reifen als Auslöser des Georgienkrieges.

Kommentare:

  1. Ich würde diesen link empfehlen:
    http://www.razyboard.com/system/user_sakartvelo.html

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  2. Und ein Link zu den Tagebuch-Aufzeichnungen von George Lashkhi in Georgien, vor allem lesenswert, weil er die Ereignisse aus Familien-Perspektive beschreibt.

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