Sonntag, Januar 20, 2008

Arbeitsmigration

Der Blog IVAN vs. JAAN hat ein paar Zahlen zu Wanderungsbewegungen aus und nach Estland zusammen gestellt.

Estonia is turning the tide in workforce battle

Auszug: Ein Analyst der Hansapank hatte die Höhe der lokalen Einkommen angegeben, mit der Estland wieder ein Rückwandererland werden könnte.
11-12 000 Euro sollte das Einkommen demnach jährlich betragen. Was im Durchschnitt 2007 erreicht wurde.
Neu für mich ist die geschätzte Zahl der EU- Bürger, die sich in Estland niedergelassen haben. Etwa 10 000, so die genannte Zahl, bei 1,4 Millionen Einwohnern. Das liegt bei einem Anteil von 0,7% an der Gesamtbevölkerung.

Im Post wird das russische Förderungsprogramm zur "Rückwanderung" erwähnt. Ich halte mich an die Zahlen:
Despite continuous streams of accusations and allegations of bad treatment of local Russians, Estonia managed to produce just 19 expected returnees by middle of 2007 (Lenta.ru) with other 21 persons expressing some interest in the move.

Daraus ist abzulesen, dass zumindest die ökonomische Anziehungskraft Estlands so groß ist, dass eine Auswanderung für diesen Bevölkerungsteil nicht erstrebenswert ist. Der Begriff Rückwanderung (returnee) würde auch nicht für alle zutreffen, besonders nicht für die Jungen.

Kommentare:

  1. und glaubt man MP Ansip so wird Estland in 15 jahren unter den 5 wohlhabendsten Nationen Europas sein...???...Für mich werfen solche Visionen immer sofort Fragen auf wie; wer bestimmt die Gehälter der Arbeiter und Angestellten eigentlich, der Arbeitgeber, der Markt oder doch tatsächlich der Politiker...?...naja, anscheinend sind solche "Visionen" wie die des MP wertgenug um gewählt zu werden...Eine andere Statistik, unter Schülern in Lasnamäe sagt das 30% der befragten Schüler Estland nach Schulabschluss verlassen wollen..So, do the math! Tallinn ist, lass es mal überspitzen, Estland, 40% der Bürger Tallinns leben in Lasnamäe und von denen wollen 30% das land verlassen..damit wird einfach nur eine andere Statistik bestätigt "At the
    other extreme, the population of Estonia, by 2100,
    will be cut by 62 per cent", "...two of the Baltic States are
    reduced to near-vestiges; Estonia down to 0.52
    million and Latvia falling from 2.3 million to 1.0
    million in 2100." referenz hier, seite 44, 134 und 199 http://www.un.org/esa/population/publications/longrange2/WorldPop2300final.pdf
    Das ganze noch verstärkt mit solchen Fakten, http://www.prb.org/pdf06/06WorldDataSheet.pdf 2te Seite, Tabelle unten rechts...und wer sprach hier nochmal von returnees??? man sollte wohl besser wohl survivor sagen...

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  2. Sorry for commenting in English

    http://www.un.org/esa/
    population/publications/wpp2006/WPP2006_Highlights_rev.pdf

    Reviewed highlights for Estonia, done in 2006 (remove spaces to see the link) project population 1,252 million by the year 2050 (now 1,335 million) so the picture is changing to the better.

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  3. Zum Thema returnees aus meiner persönlichen Erfahrung:
    ich habe zwei estnische Freunde, die in der Schweiz leben und arbeiten, Familien gegründet haben. Sie haben studiert und bekleiden gute Positionen in ihren jeweiligen Unternehmen. Ihre Lebensplanung sieht so aus, dass sie mittelfristig nach Estland zurückkehren wollen, weil sie heimatverbunden sind. Sie werden also nicht nur selbst zurückkommen, sondern haben sich inzwischen "vermehrt" und bringen noch Leute mit. - Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass es vielen Ausgewanderten ähnlich ergeht, sodass noch gute Aussichten auf Rückkehrer bestehen.

    Wenn auch die momentane Stimmung in Estland unter Jugendlichen etwas pessimistisch sein mag, was ihren Verbleib im Lande angeht, so sehe darin kein Drama, da, in die Welt hinauszugehen, etwas gutes sein mag. Die meisten würden zurückkehren wollen.

    Die Gruppe der estnischen Handwerker, die ihr Geld im Ausland verdient z.B. in Finnland, würde liebend gern ihr Handwerk im eigenen Land ausüben, allein die schwachen Löhne hindern sie daran,
    zurückzukehren. Da sie jedoch im Ausland ebenfalls keine Managergehälter verdienen, so kann man die Überlegungen des Analysten der Hansapank durchaus nachvollziehen, dass bereits eine
    vergleichsweise kleine Anhebung der Löhne in Estland, den Nachwuchs im Land halten würde und die bereits im Ausland arbeitenden, zur Rückkehr bewegen würde.

    Man muss sich die Zukunft nicht zu rosig ausmalen, wie es manche Politiker gerne tun, um gewählt zu werden, aber schwarz ist sie für Estland sicher nicht.

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  4. Im Laufe der Zeit habe ich auf diesem Blog mehrere Beispiele vorgestellt, die (bedingt) für Auswanderung stehen.
    Einmal eine deutsch-russischsprachige Sportlerfamilie, die deutsche Vorfahren haben, aus Kohtla-Järve stammen und in den 90ern nach Deutschland umgezogen sind. Mit deutschen Pass werden sie wohl nicht zurückkehren, ein Sohn hat sich bei der Bundeswehr zeitverpflichtet. Nur zu Verwandtenbesuchen kommen sie nach Estland.
    Dann die Koreaner und Halbkoreaner in Estland, von denen einige zu den Staatenlosen zählen. Die jüngeren sind zum Teil in die USA ausgewandert.
    Dann eine estnisch-russische Familie, Mutter arbeitet in Estland , die Tochter lebt in Deutschland verheiratet mit einem Kosovo-Albaner. Hier beginnt es schon komplizierter zu werden, was die Zukunftsplanungen betrifft.
    Und wer wie "estland" von den Esten an sich spricht, da sehe auch ich nicht so schwarz. Wer hätte gedacht, dass jemals "Estos" aus Amerika und anderswoher nach Estland zurückkehren und dann sogar Staatspräsident werden.

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  5. Ich will ja nicht der Miesepeter sein hier aber den Präsidenten als Beispiel gelungener Rückkehrerpolitik vorzuführen ist wie die Regel mit der Aussnahme zu bestätigen...Die die zurückkommen sind die die gebildet sind, die eh bereits eine finanzielle Sicherheit im Rücken haben und das fehlende soziale Netz in Estland nicht abschreckt und wie wir wissen sind es leider nicht die gebildeten, wohlhabenden Familien die für "kinderreichtum/nachwuchs" sorgen...wie auch immer, ich hoffe für Estland das mehr Leute zurückkommen...

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