Mittwoch, Februar 07, 2007

Rußland und das Denkmal 2. Teil

Hier noch drei Weblinks, die Informationen enthalten, die man beim Streit um den sowjetischen "Bronzenen Soldaten" berücksichtigen sollte.

Einmal geht es um die beiden Mädchen, die 1946 einen Anschlag auf das Vorgängerdenkmal aus Holz verübt hatten.
Oliver in einem Kommentar bei Giustino:
Well... yes, the plates on the monument say “to those who died in World War II” (that is of course since year 2000 – before that, it was something about Red Army and Great Patriotic War...)
Oh and its original predecessor (made of wood) was dedicated to the “great victory” and “liberation” of Tallinn… It was blown up in 1946 by two Estonian schoolgirls (15-year-old Ageeda Paavel and 14-year-old Aili Jõgi [Jürgenson]) who received the maximum sentence and were sent to prison camp in Siberia...
And even today the Russian Ministry of Foreign Affairs calls it the “statue of the soldier-liberator”.

Dazu gibt es im Internet fast nur estnischsprachige Quellen.

Ausserdem ein weiterführender Link zu Kloty's Kommentar im ersten Teil (siehe auch Klotys Post: Die Geschichte vom Bronzenen Soldaten und viele andere):
"Es wurden aber bereits schon in den 70ern Jahren bei Bauarbeiten Saerge gefunden. Man weiss sogar wer dort beerdigt ist".
Wenn das alles so einfach zu beantworten wäre: Common grave for and a memorial to Red Army soldiers on Tõnismägi, Tallinn

Ansonsten schließe ich mich in einem Punkt Klotys Meinung an. Dieses Thema kurz vor den Wahlen durch das Parlament zu bringen und in neue Gesetze zu formen ist schlechte Politik. Der Präsident Hendrik Ilves hat das in einer seiner jüngsten Reden herausgestrichen. Eine der entscheidenen Abschnitte:
We remember our victories. Be it the War of Independence, or the Tartu Peace Treaty, or the re-establishment of independence upon the ruins of the Soviet Union. Every people and nation must remember and commemorate its victories.

How to relate, though, to the victories of other peoples? Especially if one of these peoples lives here in Estonia with us and in a situation where their victory is not at the same time, ours? Moreover, how to treat their victories, when their celebration in fact turns into a celebration of our losses?

The destruction of Nazism—a victory for all of Europe—deserves to be celebrated. Half of Europe, however, was subsequently bent for decades under Moscow’s rule. This meant loss and suffering for Estonia. In the beginning killings, arrests and mass deportations, later persecution, russification, intimidation, and destruction of the spirit.

History can be multi-colored. For Russia and also for many Russian-speakers in Estonia, the Second World War means the Great Patriotic war that took place in the years 1941-1945, when the Nazis attacked the Soviet Union and were defeated.

For Estonia, as well for Latvia, Lithuania, and Poland, the Second World War began two years earlier, on August 23, 1939, when two allies, Stalin and Hitler, divided Europe into their spheres of influence. This was followed by the agreement on the stationing of Soviet military bases, the overthrow of the government, loss of one’s state, and various occupations.

Kommentare:

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  2. Dass das patriarchische katholische Vatikan sich da einmischt, wundert mich nicht. Vor allem nicht nach der an Absurdität kaum mehr zu überbietenden Aussage diese Woche vom Augsburger Bischof Mixa.

    Die katholische Kirche scheint eine so große Phobie vor Gleichberechtigung der unabhängigen Frau zu haben, dass sie um "himmelswillen" versuchen alles schützen, was danach aussieht, als Symbol von Männlichkeit zu stehen, so auch Bronze-Soldaten.

    Wundern tut es mich nicht, schliesslich hat die katholische Kirche jahrhunderte lang Kreuzzüge gegen Juden geführt, weil diese angeblich gottes Sohn Jesus umgebracht haben sollen und schliesslich haben auch die Russen Minderheiten verfolgt und unterdrückt. Nicht nur die ungläubigen Esten, sondern auch Juden. Da hilft man doch gerne den orthodoxischen Gesinnungspartnern aus.

    Ein Schelm, wer hier von Nationalismus reden würde.

    Aber so ist das eben, recht bekommt, wer sich groß und mit starker Hand präsentiert und wer sich nicht daran hält, wird frei nach Eva Herman zum Apfelkuchen backen abkommandiert.

    Andersdenkende sind Schurken und vor allem kleinkarierte Nationalisten. Oder Feministinnen. Sind ja auch aus katholischer Sicht Nazis. Versteht keiner, ist aber auch egal. Was Vatikan verklärt, wird schon stimmen. Mit Glauben und Seele kann man sich schliesslich auf alles berufen. Vielleicht sollte der Vatikan mal lieber in Polen seine nationalistischen Gesinnungsgenossen ein wenig zurückpfeiffen. Ach, die unterstützen ja den Kampf gegen die bösen Schwulen.

    Sind lles ganz liebe fromme Christen, die Katholen. Und vor allem überhaupt nicht faschistisch eingestellt. Katholen stehen für Frieden, Freude, eierkuchen auf der Welt. Deswegen bewerfen sie auch mit Eiern Kriegstreiber, wie Schwule eben, zum Beispiel in Tallinn bei der Gay-Parade. Genau dass sind nämlich die Nationalisten in Estland, denen man Zusammenarbeit mit Kirchenorganisationen in Estland nachsagt.

    Heute schon assimiliert???

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