Donnerstag, Januar 04, 2007

Internetwahlen - nächster Schritt

Wie vorhergesagt werden die Möglichkeiten zur Internetwahl in Estland ausgebaut. Als nächstes sind die Parlamentswahlen im März dran. Und hier soll sogar die OSCE mitbeobachten. Weil hier das erste Mal auf nationaler Ebene Wahlstimmen per Computer abgegeben werden können. Aber die neue Technik wird Zeit benötigen, sich in der Breite durchzusetzen. Hier ist einer der Hauptgründe:
At least part of the problem is practical. Though Estonia has issued more than one million of the necessary ID cards to its 1.3 million citizens, relatively few of the nation's computer users, around 30,000 by one estimate, have installed the smart card readers that take them.

Nicht jeder hat sich den notwendigen Kartenleser (für seine ID-Karte) angeschafft. Erst 30.000 besitzen diese. Also wird auch diesmal mit keinem großen Durchbruch der Internetwahl zu rechnen sein. Aber prinzipiell steht diese Variante jedem zur Verfügung.
Quelle: Euobserver.

Kommentare:

  1. Ein Problem, welches ich für die Internetwahlen immer noch derzeit beim Stand der Technik für unlösbar halte, ist, dass durch die Identifizierung zur Abgabe der e-Stimme immer nachvollziehbar sein kann, wer was gewählt hat und die Anonymität, welche eine Grundvoraussetzung für demokratische Wahlen ist, nicht sichergestellt werden kann. Genauswenig wie sichergestellt werden kann, dass auch tatsächlich die Person, die die ID-Karte in den Kartenleser steckt, auch tatsächlich die Person ist, die hierfür stimmberechtigt ist. Gibt es hierfür schon Ansätze an Lösungsvorschlägen? Für letzteres würde mir da noch die zusätzliche Überprüfung per Fingerprint einfallen, allerdings wird um Zuge der RFID E-Pässe, in der auch Zielsetzung ist, Fingerprints zu speichern wohl in der Zukunft immer mehr fraglich sein, ob Fingerprints überhaupt noch zur eindeutigen Identifikation geeignet sein werden. Zum ersten, damit die Anonymität sichergestellt ist, müssen immer offene Schnittstellen zur Übertragung der Daten verwendet werden und die durchführung der e-Wahlen von unabhängigen Experten überwacht und überprüft werden können.

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  2. Anonyme Wahl ist glaube ich nicht soo schwierig. Erst identifizierst du duch die digitale Signatur, dass der jenige am Wahlcomputer berechtigt ist und machst in der grossen Datenbank ein Häckchen, dass er gewählt hat. Danach kannst du dann die Wahl selber anonym machen. Im Grunde also wie bei der papierbasierten Wahl.

    Unverständlich ist mir aber warum grosse Computerschrauber wie Ordi nicht direkt einen Cardreader in die verkauften Rechner einbauen. In grossen Mengen sollten die nicht viel kosten. Und man kann mit der ID-Card und Lesegerät soooo viele schöne Dinge machen...

    Noch ein bischen Werbung in eigneer Sache :-) http://estonia.blogg.de

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  3. OK, ich hab dann doch mal zu e-Voting gegooglt und das hier gefunden: http://dsns.csie.nctu.edu.tw/iwap/proceedings/proceedings/invited_speeches/Kim.pdf

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  4. "Anonyme Wahl ist glaube ich nicht soo schwierig. Erst identifizierst du duch die digitale Signatur, dass der jenige am Wahlcomputer berechtigt ist und machst in der grossen Datenbank ein Häckchen, dass er gewählt hat. Danach kannst du dann die Wahl selber anonym machen. Im Grunde also wie bei der papierbasierten Wahl."

    Wer kontrolliert das? Identifizierung und anonymität ist erstmal ein Widersrpruch in sich, vor allem dann, wenn der Bürger keine Kontrolle darüber hat, was in die Datenbank denn nun tatsächlich eingetragen wird. Ein Großteil der Bevölkerung wird darüber mangels Fachwissen keine Kontrolle haben und Wahlhelfer werden in der Regel auch nicht reinschauen können, was die Software eigentlich macht. Genau das ist ja der Knackpunkt, was e-voting von Wahlen auf dem Papier unterschiedet. Hier geht es nur offline zu überprüfen ob die Software auch wirklich bei der Partei ein Häckchen macht, wo der Benutzer geklickt hat, z.B. indem jede Stimme auch ausgedruckt wird. Und ob wirklich nur in der DB gespeichert wird, ob jemand gewählt und nicht auch welche Partei ist von der Bevölkerung gar nicht nachprüfbar. Hier benötigt es unabhängige Fachleute, die das nachprüfen, und zwar vor, während und nach der Wahl. Ansonsten wird das e-Voting wohl eher in ein Misstrauen enden, wie jetzt in Deutschland (Nedap Gau!), Irland und demnächst auch wohl in den USA schon Wahlmaschinen unten durch sind, und da sind wir noch nicht mal bei Internetwahlen. Das mit den Kartenlesegeräten ist ein guter Ansatz, sollte für Computerhersteller verplfichtend eingebaut werden. Lässt sich ja auch als Feauture Argument gut verkaufen für die paar cent mehr, die das in der Herstellung kostet. Und vielleicht mal sehen, was Trusted Computing noch dazu beitragen kann, wenn damit nicht das Antivertrauen und die Kontrolle gegen die Benutzer seitens der Industrie gemeint sein soll, ws das Konsortium ja immer im eigentlichen Hintergrund hat.

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  5. Ach jah, peocher, suur aitäh noch für deine Links und auf deinen Estonia Blog.

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