Samstag, Mai 27, 2006

e-Demokratie in Estland

Es gibt nicht nur materielle Dinge zu exportieren. Demokratie basiert auf der Mitarbeit von vielen, oft ohne Gegenleistung und Entschädigung des Aufwands. Und es ist kein Zustand der einfach erreicht wird und das war's dann.
Das Beispiel ist die e-Demokratie. Das Arbeiten mit dem Computer als Mittel politische Entscheidungswege durchschaubarer und einfacher zu machen. Mit der Chance, mehr Menschen als bisher in die gesellschaftlichen Prozesse einzubinden. Für mich wäre ein Beispiel die berüchtigte Sprechstunde der Wahlkreiskandidaten. Um dort hinzugelangen benötigt es Zeit, die Kinder müssen betreut werden usw., alles viel zu kompliziert. Ausserdem ist die Hemmschwelle, einem Bundestagskandidaten persönlich vorzusprechen nicht zu unterschätzen.
Hier lohnt sich ein Blick auf die e-Governance Academy in Estland. Im Juni findet eine Konferenz zur 'Demokratie in der Informationsgesellschaft' statt. Worum es geht, hier ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit nochmal hervorgeholt. Im letzten Jahr hat Peeter Marvet in einem Podcast ausführlich erklärt, was Bürgerbeteiligung über das Internet für die Gesellschaft und insbesondere die Regierungsgeschäfte bedeuten könnte.

1 Kommentar:

  1. Nichts für ungut, e-Domokratie hat seine Vorteile, jedoch auch erhebliche Nachteile. Zum Beispiel bei Wahlen kann man sich aufgrund der grösseren Manipulierbarkeit, und zudem des nur noch kleinen Kreises an Fachpersonen, die diese Manipulationen überhaupt noch aufdecken könnten, einen ziemlich bitteren Beigeschmack.

    Ich denke dass in Moment die e-Domkratie auch aufgrund dieser Tatsachen in Moment wenig Zukunft hat.

    In Deutschland steht das e-Voting bereits kurz vor dem Verbot, in Irland bereits verboten und auch in den Niederlanden, wo Nedap bspw. die Wahlmaschinen für diverse europäische Länder herstellt, wird man aufgrund grosser Sicherheitsprobleme Wahlen jetzt wieder mit Bleistift und Papier durchführen.

    Aber e-Voting ist ja nur ein Teil der e-Demokratie. In weniger demokratischen Grundentscheidungen können die Sicherheitsprobleme der e-Demokratie noch hingenommen werden.

    Die Frage ist nur, wenn die Bevölkerung über jeden Mist ihre Stimme abgeben können, ob das wirklich besser so ist?

    Wenn jeden Tag irgendwas zur Abstimmung vorliegt, habe ich erhebliche Zweifel daran, dass sich die WählerInnen jedesmal darüber informieren, worum es eigentlich in der Abstimmung geht und einfach irgendwas anklicken, wie ich es in rate bspw. bei Umfragen immer mache, um einfach ein paar Bonuspunkte zu bekommen oder einfach weil mir gerade langweilig ist.

    e-Demokratie, jah!, wo es angebracht ist und der Demokratie tatsächlich förderlich sein kann, und nicht die Demokratie im Zweifel auch noch schadet.

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