Donnerstag, November 10, 2005

Skype 200 Millionen mal heruntergeladen !

Warum ist das eine Meldung in Estland aber nicht hier? Das sagt eine Menge über den Zustand unserer Internet-Kommunikation in Deutschland aus. Mit dem Programm Skype wird das Telefonieren über Internet ermöglicht.

Drei Thesen:

1. Wir sind technisch zurückgefallen, der schnelle Internetanschluss ist Voraussetzung. In Deutschland steht dieser noch nicht überall zu Verfügung und ist noch relativ teuer. Und es ist ein ziemlich neuer Rechner mit neueren Betriebssystemen notwendig.

2. Wir wollen vielleicht gar nicht über das Internet kommunizieren. Viele lehnen den Computer auch gleich GRUNDSÄTZLICH ab. Es gibt hier den Mythos vom echten, realen Leben, das aber nicht über eine Datenleitung existieren kann. Konsequenz. Am besten gar nicht erst anwenden.

3. Das vernetzte Internet mit offenen Webseiten entspricht nicht unserer Mentalität. Wir bevorzugen eher die abgeschlossenen Bereiche mit reglementiertem Zutritt. Am besten in einer strengen formellen Form.
Extremausdruck dieser Haltung sind die sogenannten Serviceseiten der Behörden, die ihren bürokratischen Apparat oft einfach 1 zu 1 auf das Internet übetragen, mit der Vorstellung, dass das zeitgemäß sei. Trotzdem muss jeder bei wichtigen Fragen doch zur Behörde, weil die wichtigen Vorgänge weiterhin im Hintergrund laufen. Siehe eine einfache Anfrage an die Baubehörde, der Klassiker bleibt weiterhin bei wichtigen Anliegen: "Keine Ahnung der zuständige Mitarbeiter ist im Urlaub." Wie weit der Bauantrag schon durch ist, wird nicht verzeichnet und schon gar als Information zugänglich gemacht. Harmloses Beispiel.

Kommentare:

  1. Na gut, aber die Gemeinde der Computernutzer kennt SKYPE doch sehr gut! Es sind allerdings vorwiegend junge Leute bis 25 Jahre. Vielleicht liegt da die Gemeinsamkeit mit Estland? Auf www.heise.de gibt es immer wieder Neuigkeiten zu SKYPE, so zum Beipiel zu speziell entwickelten Schnurlostelefonen für die SKYPE-Telefonie, oder Warnungen vor Trojanern, die sich als Skype-Update tarnen.

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  2. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Vernetzung voranschreitet. Für mich ist der Kontrast immer dann sehr sehr spürbar wenn ich aus Ländern zurückkomme, in denen in jeder Post, im Gemeindezentrum, und überall Computer mit Umsonstzugang zum Internet herumstehen. Nicht nur in Estland. Die Hemmschwelle ist hier noch sehr hoch.

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